Fettgewebe

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 27. November 2016
Gesundpedia.deAnatomie Fettgewebe

Das Fettgewebe als Teil des Bindegewebes ist ein endokrines Organ mit vielfältigen Funktionen. Neben seiner Hauptaufgabe, der Speicherung von Körperfett, greift es durch die Produktion von hormonartigen Stoffen aktiv in den Stoffwechsel ein.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Das Fettgewebe ist als eigenständiges endokrines Organ über den gesamten Körper verteilt. Es ist Teil des Bindegewebes und hat, außer der Speicherung von Körperfett, mehrere Funktionen zu erfüllen. Besonders in den letzten Jahren wurde seine besondere Rolle als endokrines Organ erkannt. In Abhängigkeit des Ernährungszustandes sendet es Botenstoffe in den Körper aus, die aktiv am Stoffwechsel teilnehmen und regulatorische Funktionen ausüben. Fettgewebe kommt in zwei unterschiedlichen Formen vor, dem weißen und dem braunen Fettgewebe.

Anatomie

Das Fettgewebe besteht aus den sogenannten Adipozyten (Fettzellen). Diese Zellen sind dabei in ein großes Fasergerüst eingebaut. Der Körper besitzt weißes und braunes Fettgewebe. Während das weiße Fettgewebe hauptsächlich dem Speichern von Körperfetten dient, wird im braunen Fettgewebe durch Thermogenese Wärme erzeugt.

In den Fettzellen ist je nach Art des Fettgewebes eine unterschiedliche Anzahl mit Lipiden gefüllte Vakuolen enthalten. Es ist im Körper ungleichmäßig verteilt. Die größte Dicke erreicht es als Unterhautgewebe am Bauch. An anderen Stellen des Körpers sind oft nur einzelne Fettzellen vorhanden. Nach der Funktion des Fettgewebes wird auch zwischen Baufett und Speicherfett unterschieden.

Zum Baufett gehört auch das sogenannte viszerale Fett. Das viszerale Fett befindet sich direkt in der Bauchhöhle und umschließt dort die inneren Organe. Es dient bei Nahrungsmangel als letzte Energiereserve. Das Speicherfett ist im Unterhautgewebe lokalisiert und macht ungefähr 65 Prozent des Körperfetts aus.

Das viszerale Fett im Bauchraum hat einen Gesamtanteil von 35 Prozent. In Anhängigkeit vom Ernährungszustand enthalten die einzelnen Adipozyten mehr oder weniger Speicherfett in den Vakuolen. In der Regel ändert sich die Zahl der Fettzellen nicht. Bei großem Fettspeicherbedarf erweitert sich das Fettgewebe jedoch durch zusätzliche Bildung von Adipozyten.

Funktion

Die Hauptfunktion des Fettgewebes besteht in der Speicherung von Fett als Energiereserve bei Nahrungsmangel. Gleichzeitig werden auch fettlösliche Vitamine und Wasser gespeichert. Weiterhin dient das Unterfettgewebe auch zur Wärmeisolation, da Fett ein sehr schlechter Wärmeleiter ist. Eine dritte Funktion trägt zum Strukturerhalt und mechanischen Schutz bei. So dient das Baufett als druckelastisches Polster für Fußsohle, Gelenke, in der Wange, am Gesäß oder für die inneren Organe als viszerales Fett.

In den letzten Jahren wurde immer mehr erkannt, dass das Fettgewebe als endokrines Organ auch hormonartige Stoffe produziert und damit aktiv am Stoffwechsel teilnimmt. So reguliert es die Nahrungsaufnahme durch die Aussendung des Hormons Leptin. Weiterhin ist es verantwortlich für die Wirksamkeit von Insulin. Je mehr Fett gespeichert ist, desto höher ist auch seine Insulinresistenz. Das fördert langfristig die Entstehung von Diabetes.

Es werden immer mehr Erkenntnisse darüber gewonnen, welchen Einfluss das Fettgewebe auf die Ausbildung des metabolischen Syndroms hat. Eine weitere Funktion stellt die Thermogenese des braunen Fettgewebes dar. Besonders der Säugling ist noch auf eine schnelle körpereigene Wärmeproduktion angewiesen, um nicht auszukühlen. Bei einem erwachsenen Menschen spielt diese Funktion keine große Rolle mehr. Deshalb bildet sich das braune Fettgewebe im Erwachsenenalter zurück.

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Erkrankungen des Fettgewebes

Aufgrund der aktiven Teilnahme des Fettgewebes am Stoffwechsel hat es einen großen Einfluss auf die Entstehung von degenerativen Erkrankungen. So ist bekannt, dass Übergewicht (Adipositas) Diabetes, Bluthochdruck, Arteriosklerose und viele weitere Erkrankungen begünstigt.

In den letzten Jahren wurden die Vorgänge und die Rolle, welche das Fettgewebe dabei spielt, immer besser erforscht. Allerdings gibt es auch eigenständige Fettgewebserkrankungen. Dazu gehört z. B. das sogenannte Lipom. Beim Lipom handelt es sich um eine gutartige Fettgeschwulst, die sehr langsam wächst.

In seltenen Fällen entartet sie zu einem bösartigen Liposarkom. Besonders häufig sind Unterhautfettgewebe von Rücken, Nacken, Armen, Oberschenkel und Bauchmitte von einem Lipom betroffen. Die Behandlung besteht in der chirurgischen Entfernung des überschüssigen Fettgewebes.

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