Gesäß

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 28. November 2016
Gesundpedia.deAnatomie Gesäß

Unter dem Gesäß wird der anatomische Bereich oberhalb der Glutealmuskeln verstanden. Es bildet das Ende des menschlichen Rumpfes.

Inhaltsverzeichnis

Definition

In der Anatomie trägt das Gesäß auch die Bezeichnung Regio glutealis. Gemeint ist damit der Körperbereich über den Glutealmuskeln (Gesäßmuskeln). Angeschlossen an die Gesäßregion ist die hintere Region des Oberschenkels (Regio femoris posterior). Den Gesäßbereich gibt es nur bei Menschen und Primaten.

Die meisten menschlichen Kulturen sehen das Gesäß als unreines Körperteil an. So befindet es sich in der Nähe des Afters. Da das Gesäß eine sehr intime Körperstelle darstellt und Schamgefühl hervorruft, wird es in der Regel bedeckt.

Anatomie

Die Gesäßregion setzt sich aus zwei symmetrischen Hälften zusammen. Dabei handelt es sich um die beiden Gesäßbacken. Ihre Unterteilung in zwei Hälften findet durch die Analrinne (Crena ani) statt. Das Gesäß selbst besteht wiederum aus der Gesäßmuskulatur, den Sitzbeinen des Beckens sowie den Fettpolstern.

Wichtigste Muskeln der Gesäßregion sind der Musculus gluteus medius, der Musculus gluteus maximus und der Musculus gluteus minimus. Der Musculus gluteus maximus bildet den zweitstärksten Körpermuskel. Durch ihn kommt es zu einer Verbindung zwischen dem Kreuzbein (Os sacrum) und der Darmbeinschaufel (Os ilium).

Das Ausmaß des Fettpolsters fällt unterschiedlich aus und hängt von dem gebildeten Fettdepot an der Gesäßregion ab. Es lassen sich jedoch verschiedene Knochenstellen ertasten. Diese sind besonders nach einem längeren Aufenthalt auf einer harten Sitzunterlage zu spüren.

Es gibt mehrere wichtige Knochenpunkte. Dies sind die Crista iliaca, die Spina iliaca anterior superior sowie die Spina iliaca posterior superior. Ein Merkmal der Gesäßhaut stellen die zahlreichen Nerven dar, die sie durchziehen. Dazu gehören u. a. die Nervi clunium, die für eine verstärkte Sensibilität sorgen. Der Verlauf der Nerven reicht durch die Mittelregion des Gesäßes und führt in die tieferen Gesäßbereiche.

Funktion

Das Gesäß ist für die Bewegungen des Menschen sehr wichtig. Durch den Musculus gluteus maximus, der auch als Strecker bekannt ist, findet die Hüfte Unterstützung beim Laufen und Stehen. Außerdem verhindert er das Wegkippen des Beckens.

Für ein großes Maß an Stabilität sorgen der Musculus gluteus minimus und der Musculus gluteus medius. So unterbinden sie ein Absinken des Beckens zur Seite, wenn sich der Mensch ungerade bewegt. Unverzichtbar ist das Gesäß aber auch zum Sitzen. Eine bequeme Sitzposition wird durch die umfangreichen Fettpolster ermöglicht.

Das Fettpolster des Gesäßes bildet das zweitgrößte Fettdepot im gesamten Körper. Über wie viel Fett das menschliche Gesäß verfügt, richtet sich nach seinem Fettgehalt und seiner Inanspruchnahme. Bei Frauen ist in der Regel eine größere subkutane Fettmenge am Gesäß vorhanden als bei Männern.

Das Fettpolster bildet an den Gesäßbacken eine Schicht von einigen Zentimetern. Auch zwischen den Muskeln ist ein Ausbau des Fettdepots möglich. Kommt es zu einem Ernährungsmangel, dient das Gesäßfettpolster zum Versorgen des restlichen Körpers.



Erkrankungen des Gesäßes

Auch das Gesäß kann von verschiedenen Erkrankungen und Beschwerden betroffen sein. Besonders ältere Menschen leiden häufig unter Schmerzen in der Gesäßregion. Verantwortlich dafür ist zumeist eine Kreuz-Darmbein-Gelenkentzündung. Bemerkbar machen sich die Beschwerden durch stechende Schmerzen beim Anheben der Beine oder von schweren Gegenständen.

Ein weiteres häufiges Leiden am Gesäß sind Ischiasbeschwerden. Dabei kann es zu einer Quetschung des Ischiasnervs kommen. Aber auch eine Fehlstellung des Gesäßes ist nicht selten für Beschwerden in dieser Region ursächlich.

Dazu gehört in erster Linie der Beckenschiefstand, der erhebliche Rückenschmerzen hervorruft. Als mögliche Ursachen kommen Muskelverspannungen, eine Skoliose oder Knochenschwund (Osteoporose) infrage.

Gesäßschmerzen entstehen in der Regel durch ungünstige Sitzpositionen oder Haltungen, die zu Verspannungen führen.

Bücher über Rücken- und Gesäßschmerzen

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Gesäß?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?