Enchondrom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. November 2014
Gesundpedia.deKrankheiten Enchondrom

Das Enchondrom ist eine benigne (Tendenz zur Gutartigkeit) Wucherung am Knochen. Es verursacht nur selten Symptome und muss aufgrund seiner Gutartigkeit nicht immer therapiert werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Enchondrom?

Ein Enchondrom ist ein gutartiger Tumor, der dem Knorpelgewebe entstammt. Meist entsteht ein Enchondrom aus den dünnen Röhrenknochen der Finger. Enchondrome können jedoch auch aus den Knochen der Füße, den Oberschenkelknochen, den Oberarmknochen oder dem Beckenknochen wachsen.

Üblicherweise wird ein solcher Tumor nicht größer als ungefähr drei Zentimeter und befindet sich im Mark eines Röhrenknochens. Obwohl das Enchondrom grundsätzlich ein gutartiger Tumor ist, kann es bei multiplen Enchondromen zu einer Entartung kommen. Dabei entwickelt sich aus einem gutartigen Tumor bösartiges Gewebe. Typischerweise tritt diese Art von Tumor zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf.

Ursachen von Enchondrom

Die genauen Ursachen für die Entstehung eines Enchondroms sind bis heute nicht geklärt. Es gibt verschiedene Erklärungsmodelle, die jedoch bis dato weder bewiesen noch widerlegt werden konnten.

Ein Erklärungsmodell besagt, dass ein Enchondrom erblich bedingt ist und aus embryonalen Überbleibseln der Epiphysenfuge entsteht. Möglicherweise handelt es sich auch um eine angeborene Krankheit, welche dazu führt, dass Knorpelzellen in der embryonalen Entwicklung ungleich verteilt werden.

Wird bei einem Patienten ein Enchondrom diagnostiziert, ist es nach dem momentanen Stand der Forschung nicht möglich eine genaue Ursache für die Erkrankung zu bestimmen.

Symptome und Verlauf von Enchondrom

Während sich ein Enchondrom entwickelt, kommt es nur sehr selten zu Symptomen wie Schmerzen. Betroffene spüren auch in späteren Phasen der Erkrankung kaum Beschwerden. Falls es zu Beschwerden kommt, sind diese sehr mild und werden in der Regel nicht weiter ernst genommen. Nicht selten wird ein Enchondrom durch Zufall entdeckt. Nämlich dann, wenn aufgrund von einer Verletzung ein Röntgen an der betroffenen Stelle durchgeführt wird. Ein Enchondrom wird, wenn nicht aus Zufall, normalerweise nicht im Anfangsstadium diagnostiziert.

Wird ein Enchondrom nicht entdeckt, kommt es zu einer zunehmenden Verdickung des betroffenen Knochens, was letztlich zu einer Einschränkung der Bewegungsfreiheit des nächstgelegenen Gelenks führen kann. Bei einem Enchondrom des Knies kann es also zu einer Versteifung und Bewegungseinschränkung des Kniegelenks kommen. Manche Patienten berichten auch von Schmerzen an den betroffenen Gelenken.

Diagnose von Enchondrom

Meist reicht eine Röntgenaufnahme aus, um ein 'Enchondrom diagnostizieren zu können. Im betroffenen Knochen findet sich dabei eine klar erkennbare Läsion im Markraum des Knochens. In manchen Fällen ist das Röntgenbild wenig aussagekräftig und es muss zusätzlich eine Computertomographie oder eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt werden.

Um ein Enchondrom zu diagnostizieren kann auch eine Szintigraphie durchgeführt werden. Dabei wird dem Betroffenen ein Kontrastmittel gespritzt. Das Kontrastmittel enthält eine leicht radioaktive Substanz, welche sie vermehrt im Tumorgewebe absetzt. Durch ein Röntgenbild kann das Enchondrom dann sichtbar gemacht werden. Sind die Ergebnisse der bildgebenden Verfahren uneindeutig, wird eine Gewebeprobe entnommen und labortechnisch untersucht. Ein Pathologe stellt dann fest, ob gutartiges oder bösartiges Tumorgewebe vorliegt. Differentialdiagnostisch ist es wichtig zu bestimmen, ob es sich um ein gutartiges Enchondrom oder ein bösartiges Chondrosarkom handelt.

Behandlung von Enchondrom

Die Behandlung eines Enchondroms richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Wird ein gutartiges Enchondrom, welches keine Beschwerden verursacht, durch Zufall im Rahmen einer Röntgenuntersuchung entdeckt, kann eine Behandlung meist unterlassen werden. In diesen Fällen ist es ausreichend, wenn Betroffene die Entwicklung des Enchondroms in regelmäßigen Abständen kontrollieren lassen.

Eine engmaschige Kontrolle ist deshalb notwendig, weil sich ein gutartiges Enchondrom in seltenen Fällen in ein bösartiges Chondrosarkom, also einen Knochentumor, umwandeln kann. Es wird empfohlen, dass Betroffene einmal im Jahr eine Röntgenuntersuchung durchführen lassen. Im Rahmen dieser Verlaufskontrolle kann festgestellt werden, ob das Enchondrom wächst bzw. der Knochen aufgrund des gutartigen Tumors zu Schaden kommt.

Leidet der Patient unter Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen, muss das Enchondrom chirurgisch entfernt werden. Eine operative Entfernung ist auch dann notwendig, wenn nicht eindeutig festgestellt werden kann, ob der Tumor wirklich gutartig ist. Ist eine Therapie notwendig, wird das Tumorgewebe entweder durch eine Exzision oder durch eine Kürettage entfernt. Bei der Exzision wird das Enchondrom herausgeschnitten und so entfernt. Im Rahmen der Kürettage wird der betroffene Bereich ausgeschabt und das Enchondrom dadurch entfernt.

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Vorbeugung von Enchondrom

Da die genauen Ursachen, welche zur Entstehung eines Enchondroms führen, noch nicht geklärt sind, gibt es keine gezielten Maßnahmen zur Vorbeugung. Nichtsdestotrotz ist es als Prophylaxe empfehlenswert darauf zu achten, dass dem Körper keine krebserregenden Substanzen, etwa in Form des Nikotingenusses, zugeführt werden. Ein gesunder Lebensstil mit gesunder Ernährung und ausreichend Bewegung steht allgemein in Zusammenhang mit der Senkung des Krebsrisikos.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Regina kommentierte am 15.08.2016 um 21:15 Uhr

Mein Enchondrom im Oberschenkel wurde nach Schmerzen in der Hüfte, bzw. bei Bewegung festgestellt. Allerdings hat es zwei Monate gedauert bis man den Tumor diagnostiziert hat. Meine Schmerzen beim laufen waren unerträglich. Mein Enchondrom war 6x3,5 cm. Die Schmerzen hatte ich, weil der Tumor meine Knochenhaut angefressen hat und da sind die Nerven. Ich wurde erfolgreich operiert. Allerdings dauert es dann schon etwas lang bis man wieder richtig laufen kann. Ich habe zum Teil Spenderknochen drin. Gott sei Dank hat sich das Sarkom nicht bestätigt, was man erst befürchtet hatte. Da der Tumor so schnell und aggressiv gewachsen war.

Tiri kommentierte am 08.09.2016 um 01:01 Uhr

Mein Enchondrom befand sich im Oberschenkelhals, in Nähe des Hüftgelenks, mit 2,8x 3 cm. Ich spürte ihn aufgrund einer Bewegungseinschränkung des Beines. Mitte Juli 2016 erfolgte die großräumige Kürettage mit Auffüllung von Zement. Das Laufen klappt nicht gut, hinke noch ordentlich, obwohl ich vor der OP viel Sport getrieben habe.