Läsion

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 26. April 2016
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Mit dem Begriff Läsion werden sämtliche Verletzungen bzw. Schädigungen des Körpers bezeichnet. Auch die Störung einer Funktion des Körpers ist als Läsion zu bezeichnen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Läsion?

Da die Läsion sich auf geschädigtes, ergo nicht mehr seiner ursprünglichen Form und oder Funktion entsprechendes Gewebe bezieht, werden alle Arten von Gewebsveränderungen mit einbezogen. Demnach ist eine Läsion nicht unbedingt eine Verletzung oder Schädiging, sie kann sich auch auf pathologische Veränderungen, wie beispielsweise Tumore, beziehen oder auch auf das absterben oder wegfallen besagten Gewebes. Zu Läsionen gehören u.a.:

Ursachen

Die Ursachen für eine Läsion sind, ebenso wie ihre Erscheinungsformen, zahlreich: Von Traumata, welche durch Unfalle ausgelöst werden, über Gewebsverlust in Folge einer Minderdurchblutung (beispielsweise im Zusammenhang mit einem Schlaganfall) bis hin zur krankhaften Veränderung beispielsweise des Hautbildes, in Folge eines Infekts, umfasst der Begriff der Läsion sowohl reversible als auch irreversible Gewebsveränderung.

Auch in den bildgebenden Verfahren spielt der Begriff der Läsion eine wichtige Rolle: so beschreibt er generell verändertes Signalverhalten - auch solches ungeklärter Herkunft.

Allgemein kann man sagen, dass eine Läsion durch Verletzung, Absterben des Gewebes, Infektion, Parasitenbefall, Wucherung oder Gewebsabnutzung hervorgerufen werden kann. Dies wiederrum wird beeinflusst durch Lebensstil, Umwelteinflüsse und selbstverständlich auch Verhalten im Alltag - so sind Personen die einem gefährlichen Beruf nachgehen beispielsweise auch gefährdeter, in dessen Zuge eine Läsion zu erhalten.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Läsion:

Das Primärsymptom einer Läsion, welche durch eine Verletzung entstanden ist, sind zumeist Schmerzen im entsprechenden Bereich. Auch sind solche Läsionen oftmals mit bloßem Auge von außen erkennbar, beispielsweise in Form eines blauen Flecks. Schwieriger wird es bei der Diagnose von Läsionen, welche weiter im Inneren des Körpers liegen. Hierbei löst eine Läsion oftmals sehr spezifische Funktionsstörungen des jeweiligen Organs aus.

Bekannt für derartige, spezifische Fehlfunktionen sind insbesondere Läsionen in verschiedenen Bereichen des Gehirns, welche für Neurologen außerordentlich aufschlussreich in der Bestimmung der Funktionsweise jeweiliger Hirnregionen sind. So führt eine Läsion innerhalb des Broca-Arreals beispielsweise zu sehr spezifischen Sprachstörungen. Viel Aufsehen erregte die Läsion des Frontallappens (Frontalhirnsyndrom) eines gewissen Phineas Gage, ein amerikanischer Arbeiter, der während einer Sprengung eine schwere Kopfverletzung (verursacht durch eine Eisenstange, die sich durch seinen Schädel bohrte) erlitt. Diese Läsion war höchstwahrscheinlich die Ursache für seine anschließende gravierende Persönlichkeitsveränderung.

Diagnose

Die Diagnose einer Läsion kann sich als recht schwierig gestalten, sofern sie nicht direkt von außen erkennbar ist. Oftmals müssen hier bildgebende Verfahren angewandt werden, um die Läsion sichtbar zu machen. Je nachdem, welche Art von Läsion hinter den Beschwerden vermutet wird, werden verschiedene bildgebende Verfahren angewendet - so wird beispielsweise bei der Vermutung eines Knochenbruchs oder einer Läsion festen Gewebes allgemein bevorzugt zur Röntgenuntersuchung gegriffen. Hier wird die Läsion entweder als Verschattung oder Aufhellung des Gewebes erkannt. Beim Ultraschall ist eine Läsion durch reduzierte oder erhöhte Echogenität zu erkennen, was heißt sie wirft die Schallwellen entweder geringer oder stärker zurück als das umliegende Gewebe. Auch durch Magnetresonanztomographie, Computertomographie und Nuklearmedizin können Läsionen im Inneren des Körpers erkannt und näher bestimmt werden. Auch durch Sonden, wie beispielsweise bei einer Magen- oder Darmspiegelung können Läsionen festgestellt werden. Teils ist zur Bestimmung der jeweiligen Läsion auch eine direkte Untersuchung des Gewebes notwendig. Hierzu kann eine Entnahme des Gewebes im Rahmen einer Biopsie erfolgen. Dies ist vor allem bei Wucherungen relevant, welche durch bildgebende Verfahren allein nicht als gut- oder bösartig bestimmt werden konnten.

Behandlung

Die Behandlung einer Läsion kann sowohl dahingehend erfolgen, dass die Selbstheilungskräfte des Körpers unterstützt werden, sollte sie nicht zu stark und nicht bedrohlich sein. Bei Verletzungen müssen die Wunden vor einer anschließenden Infektion bewahrt werden, Schnittwunden müssen eventuell genäht oder geklammert werden, Brüche geschient und die Heilung unterstützt werden.

Während der Heilung muss der Körper häufig entlastet werden und weiteren Konsequenzen der Läsion, wie beispielsweise Blutverlust, entgegengewirkt werden. Sollte es sich bei der Läsion um eine unerwünschte Zunahme oder Veränderung des Gewebes handeln, kann dies operativ entfernt oder durch Bestrahlung im Wachstum gehindert werden.

Die Behandlungsmöglichkeiten für Läsionen sind so vielfältig wie ihre Erscheinungsform, allerdings sind einige Läsionen auch irreversibel. Beispielsweise bei starken Schädigungen der Organe, kann deren Funktion nicht immer vollkommen wiederhergestellt werden.

Zusätzliche Läsionen können auch im Rahmen einer Therapie stattfinden, wenn beispielsweise eine Amputation nicht zu rettender Glieder erfolgt oder chronisch entzündete Organe (beispielsweise die Mandeln) entfernt werden.



Vorbeugung

Sämtlichen Formen der Läsion vorzubeugen ist selbstverständlich ein Ding der Unmöglichkeit, zählt schließlich schon der blaue Fleck am Ellenbogen dazu. Allgemein zählen zur langfristigen Vorbeugung von Läsionen ein bewusster Lebensstil mit ausreichend Bewegung, gesunder Ernährung und der Vermeidung unnötiger Gefahren, beispielsweise durch defensiven Fahrstil und Ähnliches.

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