Chondrosarkom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 17. Februar 2016
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Ein Chondrosarkom ist eine Entartung von Knorpelzellen, die zur Bildung eines Knochentumors führt. Es handelt sich dabei um eine schwere Erkrankung, welche operativ sowie mit einer Chemo- und Strahlentherapie behandelt werden kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Chondrosarkom?

Bei einem Chondrosarkom bildet sich ein maligner Tumor am Knochen. Anders als beim Osteosarkom, bei dem entartete Knochenzellen Tumore bilden, kommt es beim Chondrosarkom zu unkontrolliert wachsenden Knorpelzellen. Ein Chondrosarkom ist die zweithäufigste Knochenkrebsart.

Es sind weitaus mehr Männer als Frauen von einem Chondrosarkom betroffen. Grundsätzlich kann zwischen einem primären und einem sekundären Chondrosarkom unterschieden werden. Das sekundäre Chondrosarkom liegt in etwa 30% der Fälle vor und hat seine Ursache häufig in der Metastasenbildung anderer Tumore im Körper.

Ursachen

Die genauen Ursachen für die Entstehung eines primären Chondrosarkoms sind bis heute nicht geklärt. Kommt es zu der Erkrankung, kann diese lediglich diagnostiziert werden, ihre Ursache bleibt jedoch meist unbekannt.

Ein sekundäres Chondrosarkom liegt entweder in der Metastasenbildung einer anderen Krebsart im Körper begründet oder in der Entartung von Enchondromen. Bei einem Enchondrom handelt es sich um einen benignen Tumor, der aus Knorpelgewebe entsteht. Obwohl Enchondrome grundsätzlich gutartig sind, besteht die Gefahr, dass ihre Zellen entarten und es zur Bildung eines Chondrosarkoms kommt.

Liegt nur ein Enchondrom vor, besteht kaum das Risiko einer Entartung. Leidet der Patient jedoch an einer größeren Anzahl an gutartigen Enchondromen, steigt das Risiko, dass sich aus einem davon ein Chondrosarkom entwickelt. Es wurde auch beobachtet, dass Menschen nach einer Krebsbehandlung in Form einer Chemo- oder Strahlentherapie ein erhöhtes Risiko aufweisen, an einem Chondrosarkom zu erkranken.

Symptome und Verlauf

Im Frühstadium und sogar darüber hinaus führt ein Chondrosarkom meist zu keinerlei Symptomen. Erst nach einiger Zeit treten Schmerzen und andere Beschwerden auf, die jedoch nicht selten sehr unspezifisch sind. Betroffene klagen unter Umständen über ein Gefühl der Benommenheit. Sie haben mitunter Schwierigkeiten sich zu konzentrieren und bemerken ein vermindertes Leistungsvermögen. Einige Betroffene nehmen in kurzer Zeit, ohne ihre Ernährungsgewohnheiten umzustellen, einiges an Gewicht ab. Dieser ungewollte Gewichtsverlust kann durchaus stark sein und die Gesundheit des Patienten gefährden. Meist kommt es auch zu geschwollenen Lymphknoten.

Bei manchen Betroffenen kann eine starke Blässe im Gesicht beobachtet werden. All diese Symptome sind jedoch unspezifisch und können auch auf andere Krankheiten zutreffen. Der Verlauf und die Prognose eines Chondrosarkoms sind meist nicht sehr günstig. Bei einem Chondrosarkom handelt es sich um eine schwere Erkrankung. Statistisch gesehen, haben Patienten nach der Diagnose durchschnittlich noch fünf Jahre bevor sie an der Krankheit versterben.

Diagnose

Die Diagnose eines Chondrosarkoms besteht aus mehreren Schritten. Zuerst erhebt der behandelnde Arzt eine Anamnese des Patienten und führt eine körperliche Untersuchung durch. Dies dient dem Arzt dazu, eine Verdachtsdiagnose zu erstellen, welcher er dann gezielt mit bildgebenden Verfahren nachgehen kann. Vermutet der untersuchende Arzt eine Krebserkrankung, wird ein Röntgenbild der vermutlich betroffenen Stelle angefertigt. Ist im Röntgenbild Tumorgewebe erkennbar, wird zur genaueren Differenzierung eine CT-Untersuchung bzw. ein MRT angeordnet. Das Ergebnis der CT- bzw. MRT Untersuchung sollte dann von auf Knochenkrebs spezialisierten Ärzten begutachtet werden. Liegt der Verdacht auf einen malignen Tumor nahe, wird eine Inzisionsbiopsie gemacht. Dabei wird ein kleiner Teil des Tumorgewebes entfernt und im Labor von einem Pathologen untersucht. Die histologische Untersuchung durch den Pathologen ist der letzte Schritt der Diagnosestellung.

Behandlung

Im Rahmen der Diagnosestellung wird festgestellt, ob es sich um ein niedrig-bösartiges oder ein hoch-bösartiges Chondrosarkom handelt. Je nachdem, welche Form vorliegt und wo der Krebs lokalisiert ist, gestaltet sich dann die weitere Therapie. Allgemein sind Chondrosarkome schwer zu behandelnde und therapieresistente Tumore. Bei niedrig-bösartigen Formen wird, besonders wenn die Extremitäten betroffen sind, das betroffene Knochengewebe entfernt.

Liegt das Chondrosarkom an einer schwer zu erreichenden Stelle, muss häufig der gesamte Knochen entfernt werden, was eine schwere Operation darstellt. Nur selten ist es notwendig einen Arm oder ein Bein zu amputieren. Meist muss nur ein Teil des Knochens entfernt werden. Damit nach der Operation die Bewegungsfähigkeit nicht allzu stark eingeschränkt ist, werden Tumorendoprothesen eingesetzt.

Nach der Entfernung des Tumorgewebes wird meist eine Chemo- oder Strahlentherapie eingeleitet. Da sich diese jedoch als wenig wirksam herausgestellt hat, wird die Chemotherapie extrem hoch dosiert und unterstützend eine Strahlentherapie durchgeführt. Es gibt auch Formen des Chondrosarkoms, die auf keine Behandlung ansprechen. In diesen Fällen erfolgt keine Therapie mehr, sondern lediglich eine palliative Versorgung des Patienten.

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Vorbeugung

Die Ursachen für die Entstehung von Chondrosarkomen sind weitestgehend unbekannt, daher ist es auch nicht möglich diese Erkrankung durch gezielte Maßnahmen vorzubeugen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Bernhard kommentierte am 05.11.2014 um 22:01 Uhr

Ich habe ein Chondrosarkom im Kehlkopf, wurde 36 Mal bestrahlt und leide unter den Schäden, die durch die Bestrahlung verursacht wurden. Wie geht man mit den Folgen der Bestrahlung um? Wie kann man Missempfindungen mildern?