Ellenbogenverrenkung (Ellenbogenluxation)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Januar 2015
Gesundpedia.deKrankheiten Ellenbogenverrenkung (Ellenbogenluxation)

Die Ellenbogenverrenkung (Ellenbogenluxation) ist mit ca. 5000 Fällen pro Jahr nach der Schulterverrenkung die zweithäufigste Verrenkungsart in Deutschland, weshalb ein genauer Blick auf die richtigen Verhaltensweisen im Falle des Falles nicht schaden kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Ellenbogenverrenkung (Ellenbogenluxation)?

Hier informieren!

Medikamente gegen: Sportverletzungen

Bei einer Ellenbogenverrenkung, in der Medizin als Ellenbogenluxation bezeichnet, verschieben sich die beiden Unterarmknochen Elle und Speiche und der Oberarmknochen so gegeneinander, dass das dazwischen liegende Ellenbogengelenk vollkommen ausgerenkt wird.

Das bedeutet, dass die beiden gelenkbildenden Knochenenden im Ellenbogen den Kontakt zueinander verlieren. Eine unvollständige Ellenbogenverrenkung liegt dann vor, wenn noch etwas Kontakt zwischen den Knochenenden vorhanden ist und wird Subluxation genannt.

Ursachen

Die mit Abstand häufigste Ursache für eine Ellenbogenverrenkung sind Stürze, etwa beim Sport oder im Haushalt sowie plötzliche Gewalteinwirkungen wie sie z.B. bei Autounfällen auftreten können. Ist der Ellenbogen bei einem solchen Sturz oder Unfall entweder überstreckt oder gebeugt, kann dies schnell eine Luxation zur Folge haben.

In über 90 Prozent der Fälle wird die Verrenkung durch einen überstreckten Ellenbogen ausgelöst. Dabei hebelt der Ellenhaken den Oberarmknochen aus, der dem Druck nicht standhalten kann und nach vorne ausrenkt. Weitaus seltener sind Ellenbogenverrenkungen nach innen.

Bei manchen Menschen kann zudem eine angeborene Erkrankung des Bindegewebes dafür verantwortlich sein, dass die Gelenke zu beweglich sind, was die Anfälligkeit für eine Ellenbogenverrenkung deutlich erhöht.

Symtome und Verlauf

Die eindeutigsten und praktisch immer auftretenden Symptome einer Ellenbogenverrenkung sind starke Schmerzen, die nach einem mehr oder weniger lange anhaltenden Moment des Schocks über die Verletzung eintreten, sowie die Unfähigkeit den verletzen Ellenbogen zu bewegen. Ein weiteres, deutlich sichtbares Symptom ist die Fehlstellung des Ellenbogens. Dieser steht deutlicher als normal hervor und der Unterarm zeigt bewegungsunfähig in eine Richtung.

Weitere Symptome hängen von den Verletzungen ab, die der Arm als Folge der Verrenkung erleidet. So wird häufig auch der sich in der Nähe der Elle befindende Unterarmnerv geschädigt, was Lähmungserscheinungen und vorübergehenden Gefühlsverlust in der Hand des betroffenen Arms zur Folge haben kann. Des Weiteren werden im Zuge einer Ellenbogenverrenkung sehr oft auch Bänder und Kapseln verletzt, was sowohl die Schmerzen verstärkt als auch die Bewegung des gesamten Arms noch weiter einschränkt.

Wird die Ellenbogenverrenkung nicht so schnell wie möglich behandelt droht im schlimmsten Fall eine Versteifung des Gelenks, die eine dauerhaft eingeschränkte Beweglichkeit sowie anhaltende Lähmungserscheinungen und Gefühlsverlust nach sich ziehen kann. Darüber hinaus können auch Gefäße und Nerven durch eine zu spät oder überhaupt nicht behandelte Ellenbogenverrenkung nachhaltig geschädigt werden.

Diagnose

Der erste Schritt zu einer eindeutigen Diagnose einer Ellenbogenverrenkung ist in aller Regel eine Röntgenaufnahme des betroffenen Bereichs. Wenn danach weiter Unklarheit besteht, wird noch eine zusätzliche Computer- oder Kernspintomografie durchgeführt, die dann den endgültigen Aufschluss bringt. Neben der Feststellung der Ellenbogenverrenkung müssen zudem etwaige Folgeschädigungen wie Brüche oder Bänderrisse festgestellt bzw. ausgeschlossen werden, weshalb auch die Durchblutung, die korrekte Funktion der Unterarmmuskeln sowie das Hautgefühl überprüft werden müssen.

Behandlung und Therapie

Der erste und mit Abstand wichtigste Schritt bei der Behandlung einer Ellenbogenverrenkung ist die schnellstmögliche Reposition, also Wiedereinrenkung des verletzten Ellenbogens. Diese sollte innerhalb von sechs Stunden erfolgen, da sonst bleibende Schädigungen der Nerven und Gefäße auftreten können.

Das Einrenken sollte dabei unter allen Umständen von einem Fachmann übernommen werden, da falsches Einrenken die Verletzungen noch verschlimmern kann. Um die Schmerzen und die Schwellung bis zur Einrenkung möglichst gering zu halten, empfiehlt sich eine Kühlung des Gelenks.

Um die Reposition zu erleichtern wird der Betroffene häufig unter kurze Vollnarkose gesetzt. Das Wiedereinrenken geht dann sehr zügig durch einen beherzten Zug am Unterarm. Nach erfolgreicher Reposition muss entschieden werden, ob eine Operation vonnöten ist. Diese wird erst dann notwendig, wenn Gefäße verletzt, Nerven geschädigt, oder ein Splitterbruch diagnostiziert wurde.

Ist keine OP erforderlich, wird der Arm für einen kurzen Zeitraum mithilfe einer Gipsschiene ruhiggestellt, sodass er keinen weiteren Belastungen ausgesetzt ist. Allerdings darf die Schiene nicht zu lange getragen werden, da sonst die Gefahr einer Versteifung des Ellenbogengelenks besteht.

Nach Entfernung der Gipsschiene folgt in der Regel eine physiotherapeutische Behandlung, die in den meisten Fällen die Folgen der Ellenbogenverrenkung gänzlich beheben und die komplette Mobilität des Ellenbogens wiederherstellen kann.

Rezeptfreie Medikamente gegen Verletzungen


Vorbeugung

Um einer Ellenbogenverrenkung effektiv vorzubeugen, sollte man, wenn möglich, auf die Ausübung von Sportarten verzichten, bei denen es häufig zu Stürzen oder zu Gewalteinwirkung auf die Ellenbogengelenke kommt. Dazu zählen z.B. Kampfsportarten wie Kickboxen oder Ringen, aber auch Fußball oder Basketball. Beim Radfahren oder auf Inlinern sollte man zudem darauf achten stets Protektoren an den Ellenbogen zu tragen, um bei eventuellen Stürzen keine Ellenbogenverrenkung zu erleiden.

Im Falle einer Ellenbogenverrenkung hat das unmittelbare Aufsuchen eines Arztes oder von anderem medizinischen Fachpersonal absolute Priorität, da das verletzte Gelenk so schnell wie möglich professionell wieder eingerrenkt werden muss, da sonst ernsthafte gesundheitliche Konsequenzen drohen.

Bücher über Ellenbogenbeschwerden

Weitere Infos

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Ellenbogenverrenkung (Ellenbogenluxation)?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?