Dysurie

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. Juli 2017
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Die Dysurie bezeichnet die Blasenentleerung, die mit Schmerzen verbunden ist. In der Regel ist sie dann erschwert und oft auch mit teilweise massiven Schmerzen verbunden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Dysurie?

Mit Dysurie (altgriechisch: „dys“ – miss-, un- und „ouron“ – Harn) wird in der medizinischen Fachsprache eine erschwerte, aber gewollte Blasenentleerung bezeichnet, die oft mit Blasenschmerzen verbunden ist. Die Dysurie stellt dabei ein so genanntes Leitsymptom der Harnblasenentleerungsstörungen dar und tritt meist zusammen mit der so genannten Pollakisurie (häufiges Wasserlassen in kleinen Mengen) auf.

Bei dieser Erkrankung kommt es unter Umständen vor, dass auch nur ein paar wenige Tröpfchen Urin ausgeschieden werden. Die Algurie sowie die Strangurie sind Formen der Dysurie. Von einer Algurie wird gesprochen, wenn das Harnlassen Schmerzen verursacht. Die Strangurie ist in der Regel von Blasenkrämpfen gekennzeichnet. Für die Strangurie sind dabei in der Regel Entzündungen der Harnwege (z. B. Zystitis oder auch Urethritis) ursächlich.

Ursachen

Als Ursache für die Dysurie kann ein Harnwegsinfekt, verursacht durch Bakterien (z. B. Escherichia coli), möglich sein. Dabei kommt es zu einer entzündlichen Veränderung der Blase und/ oder der Harnleiter. Auch Vorerkrankungen wie Blasenkatarrh, Harnröhrenprobleme, Blasensteine sowie eine Entzündung der Bläschendrüse oder auch eine Vergrößerung der Vorsteherdrüse können ursächlich für die Dysurie sein.

Meist erleiden Frauen aufgrund der kürzeren Harnröhre häufiger eine Dysurie, als Männer. Experten vermuten, dass auch psychosomatische Ursachen für die Dysurie verantwortlich sein könnten.

Bei der Dysurie ist das Wasserlassen oft erschwert und meist auch mit Schmerzen verbunden, oft geht die Erkrankung auch mit einem extremen Harndrang einher. Bei einem gesunden Menschen erfolgt etwa bis zu sechs Mal pro Tag die Blasenentleerung, bei der Dysurie erfolgt die Entleerung der Blase wesentlich häufiger, dafür aber mit einer geringeren Menge an Urin. Schmerzbedingt erfolgt die Entleerung oft nur tröpfchenweise.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Bei einer schmerzhaften Blasenentleerung ist ein Arzt schnellst möglich aufzusuchen. Die Schmerzen führen zu einer Unterdrückung des Harndrangs. Dieser löst weitere Erkrankungen und Beschwerden aus. Bei einer Dysurie wird die Blase häufig nicht vollständig entleert. Resturin bleibt zurück. In diesem bilden sich Keime aus, die sich innerhalb kürzester Zeit weiter ausbreiten. Sie führen zu Harnwegsinfektionen oder Harnwegsentzündungen. Daher ist ein Arztbesuch bei einer schmerzhaften Blasenentleerung, die über mehr als ein bis zwei Tage andauert, unvermeidlich.

In vielen Fällen führt die Dysurie zu einer verminderten Flüssigkeitszufuhr. Damit erhöht sich das Risiko einer Dehydration. Hält die Dysurie über Wochen an, steigt das Risiko, dass sich Blasensteine entwickeln. Diese sind ähnlich wie Nierensteine mit weiteren Schmerzen verbunden und müssen ärztlich behandelt werden. Treten weitere Beschwerden wie ein permanenter Druck in der Blase, Berührungsschmerzen in der Blasenregion oder Schmerzen in Höhe der Blase bei Bewegungen ein, ist ebenfalls ein Arzt aufzusuchen.

Findet die Blasenentleerung über mehrere Toilettengänge mit einem stark reduzierten Urinstrahl oder nur tröpfchenweise statt, sind diese Symptome einem Arzt vorzustellen. Die Dysurie kann zu einer Entzündung der Niere führen. In schweren Fällen ist das Versagen der Nierentätigkeit eine mögliche Nebenwirkung. Um dies zu vermeiden, ist die Kontrolle eines Arztes unvermeidlich.

Diagnose und Verlauf

Der Arzt stellt die Diagnose Dysurie in der Regel anhand der vom Patienten geschilderten Symptome. Während einer körperlichen Untersuchung wird der Arzt die Flanken im Bereich der Nieren abklopfen. Reagieren die Nieren auf den Klopfschmerz empfindlich, könnte dies auf eine Entzündung der Nieren hinweisen.

Die Diagnose und auch die Auffindung der Ursache werden häufig mittels einer Urinuntersuchung gesichert. Dabei erfolgt eine genaue Untersuchung des Harns auf Beimengungen von Blut, Bakterien, Eiter oder andere Fremdkörper.

Eine weitere Möglichkeit zur sicheren Diagnosestellung ist die Untersuchung von Restharn, bei der mit Hilfe von Ultraschall die in der Blase zurückgebliebene Menge an Harn nach dem Wasserlassen untersucht wird. Generell sollten auch die ableitenden Harnwege in einer Ultraschalluntersuchung auf mögliche Erkrankungen (z. B. Steine) untersucht werden.

Wenn die Dysurie nicht behandelt oder verschleppt wird, dann kann ein chronischer Verlauf eintreten. Probleme mit dem Wasserlassen könnten unter Umständen in seltenen Fällen zu einem Urinrückstau in die Blase führen, was sich dann meist zu einer Blasenentzündung entwickelt.

Ist die Dysurie mit einem völligen Verschluss (so genannte Harnverhaltung) verbunden, dann muss die Erkrankung sofort behandelt werden. Bei Männern ist die Dysurie möglicherweise eine Folgeerscheinung einer vergrößerten Prostata, bei der es zu einem Verschluss der ableitenden Harnwege kommt. In diesem Fall besteht im Prinzip eine Unfähigkeit der Blasenentleerung.

Komplikationen

Zu den Komplikationen einer Dysurie können Schmerzen und ein erhöhtes Stressempfinden gezählt werden. Unwohlsein, eine verminderte Stimmung und ein eingeschränkter Tagesablauf sind die Folgen. Zusätzlich kann die Störung der Blasenentleerung dazu führen, dass sich Restharn in der Blase bildet. Damit besteht ein erhöhtes Risiko für eine schmerzhafte Harnwegsentzündung oder die Bildung eines Harnblasenkarzinoms. In schweren Fällen muss ein Katheter gelegt werden, um den Resturin aus der Blase zu entfernen.

Die Dysurie kann zu einer schmerzhaften Blasenentzündung führen. Diese ist verbunden mit einem dauerhaften Gefühl des Harndrangs. Das dauerhafte Gefühl, urinieren zu müssen, führt zu einer inneren Unruhe und der ständigen Sorge, unkontrolliert einnässen zu müssen. Darüber hinaus stellt sich zu den vorhandenen Symptomen noch ein brennender Schmerz beim Wasserlassen ein.

Eine weitere Komplikation der Dysurie ist die Anurie. Hierbei handelt es sich um die Unterschreitung der altersüblichen Urinmenge. Die Anurie kann einen zusätzlichen Hinweis auf ein vorliegendes Nierenversagen geben oder Folge der Dysurie werden. Das Nierenversagen basiert auf einer Minderversorgung des Organismus durch eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr. Im Normalfall verschwindet die Anurie, sobald dem Körper ausreichend Flüssigkeit zugeführt wird. In schweren Fällen und einem dauerhaften Entzug der Flüssigkeiten, drohen weitere Schäden der Nieren. Diese können auch einen irreversiblen Verlauf einnehmen.

Behandlung und Therapie

Ist ein Patient an einer Dysurie erkrankt, dann ist es notwendig, neben den vorhandenen Symptomen auch die möglichen Ursachen zu behandeln. Die jeweiligen medizinischen Beschreibungen zur Diagnose geben Informationen zur konkreten Medikation im Fall einer Dysurie.

Die Linderung der Schmerzen beim Wasserlassen sowie auch bei akuten Problemen kann mit Hilfe von speziellen Nieren-Blasen-Tees erfolgen. Eine hohe Flüssigkeitsaufnahme ist generell wichtig für die Behandlung der Dysurie. So sollte vor allem im Zeitraum zwischen 17 und 19 Uhr eine besonders große Menge Flüssigkeit aufgenommen werden, da während dieses Zeitraums sowohl Blase als auch Nieren in ihrer aktiven Phase sind.

Unter Umständen können zur Linderung der Schmerzen bei einer Dysurie auch warme Fuß- oder auch Sitzbäder sowie heiße Packungen aus Leinsamen, die auf die Blasen- und Lendengegend aufgelegt werden, beitragen. Ist der Patient an einer Dysurie erkrankt, dann ist es sinnvoll, zweimal pro Tag ein Glas Wasser mit jeweils zwei Teelöffeln Apfelessig zu trinken, was möglichen Entzündungen vorbeugen kann.



Aussicht und Prognose

Durch die Dysurie kommt es in der Regel zu starken Einschränkungen im Alltag und zu einer Verringerung der Lebensqualität. In den meisten Fällen heilt die Dysurie nicht von alleine ab, sodass auf jeden Fall eine ärztliche Behandlung notwendig ist. Vor allem die Schmerzen beim Wasserlassen oder das nur geringe Wasserlassen können bei vielen Menschen zu psychischen Beschwerden oder zu Depressionen führen. Dies wirkt sich sehr negativ auf den Alltag des Patienten aus. Auch das ständig vorhandene Gefühl auf die Toilette gehen zu müssen, kann den Alltag des Patienten deutlich einschränken. Weiterhin kann es ohne Behandlung der Dysurie zu Infektionen an den Harnwegen kommen.

Eine kausale Behandlung dieser Krankheit ist nicht möglich, sodass nur die Beschwerden eingeschränkt werden können. Dabei stehen dem Patienten verschiedene Mittel der Selbsthilfe zur Verfügung. Die Beschwerden der Dysurie können damit relativ gut eingeschränkt werden. Ob es zu einer vollständigen Heilung kommt, kann allerdings nicht vorausgesagt werden. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch die Dysurie in den meisten Fällen nicht verringert.

Vorbeugung

Einer Dysurie kann mit einer ausreichenden Zufuhr von Flüssigkeit (bis zu drei Liter am Tag) vorgebeugt werden. Als weitere vorbeugende Maßnahme sollte es möglichst vermieden werden, dass der Unterleib unterkühlt. Zusätzlich sollte nach dem Geschlechtsverkehr auf eine gründliche Hygiene geachtet werden. So können Infektionen der Harnwege vermieden werden, was auch einer Dysurie vorbeugt.

Bücher über Dysurie

Quellen

  • Gasser, T.: Basiswissen Urologie. Springer, Berlin 2015
  • Hof H, Dörries R. Duale Reihe: Medizinische Mikrobiologie. Thieme Verlag. 4. Auflage(2009)
  • Hofmann, R., (Hrsg.): Endoskopische Urologie. Springer, Berlin 2009
  • Schmelz, H.-U. et al.: Facharztwissen Urologie, Springer Verlag, 2014
  • Jocham, D. & Miller, K.: Praxis der Urologie, Georg Thieme Verlag, 2007

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