Harnröhrenentzündung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 26. Februar 2015
Gesundpedia.deKrankheiten Harnröhrenentzündung

Die Harnröhrenentzündung wird in der Medizin als Urethritis bezeichnet und zeigt sich dadurch, dass die Harnröhrenschleimhäute entzündet sind. So äußert sich eine Harnröhrenentzündung durch Schmerzen, Brennen beim Wasserlassen und Ausfluss. Wird eine Harnröhrenentzündung frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt, besteht eine gute Prognose.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Harnröhrenentzündung (Urethritis)?

Bei der Harnröhrenentzündung (Urethritis) handelt es sich um eine meist durch Bakterien hervorgerufene Entzündung der Harnröhren-Schleimhaut. Die Harnröhrenentzündung ist ansteckend und gehört zu den sexuell-übertragbaren Krankheiten. Ebenso wie die Blasenentzündung ist auch die Harnröhrenentzündung ein sogenannter Harnwegsinfekt.

Ausfluss und Schmerzen beim Wasserlassen sind typische Anzeichen einer Urethritis. In der Medizin unterscheidet man die häufig auftretende spezifische Harnröhrenentzündung und die seltenere unspezifische Urethritis.

Ursachen

Abhängig von der Art der Harnröhrenentzündung gibt es verschiedene Ursachen, die eine Urethritis hervorrufen können.

Am häufigsten tritt die spezifische Harnröhrenentzündung auf, die durch Bakterien mit dem Namen Gonokokken ausgelöst wird. Oftmals tritt diese Harnröhrenentzündung im Rahmen der Geschlechtskrankheit Tripper (Gonorrhoe) auf und ist sexuell übertragbar.

Dagegen wird die unspezifische Harnröhrenentzündung durch Korynebakterien, Chlamydien, Trichomonaden oder Mykoplasmen ausgelöst.

Zudem kann die Harnröhrenentzündung auch durch eine mechanische Reizung, wie zum Beispiel durch instrumentelle Eingriffe entstehen oder infolge einer chronischen Erkrankung. In diesen Fällen ist sie auch nicht ansteckend.

Symptome und Verlauf

Mögliche Symptome bei Harnröhrenentzündung:

  • Brennen und Jucken der Harnröhre

In der Regel äußert sich eine Harnröhrenentzündung durch weißlichen bis grünlichen Ausfluss, der aus der Harnröhre stammt. Des Weiteren kann es zu einem unangenehmen Brennen oder Jucken der Harnröhre kommen. Oftmals entsteht auch ein brennendes und schmerzhaftes Gefühl beim Wasserlassen. Allerdings verursacht in ungefähr 25 Prozent aller Fälle eine Harnröhrenentzündung keine Beschwerden.

Besonders Frauen sind häufig von einer Harnröhrenentzündung ohne Symptome betroffen. Bei 75 Prozent der Frauen verläuft sogar eine durch Chlamydien verursachte Harnröhrenentzündung unbemerkt. Hier tritt nur ein leichtes unangenehmes Gefühl beim Wasserlassen auf, was häufig nicht als Anzeichen einer Infektion gewertet wird.

Handelt es sich um den Erreger Chlamydien kann es bei Männern zu einer Entzündung der Vorsteherdrüse und der Nebenhoden kommen. Dabei ist diese Entzündung sehr schmerzhaft und mit Fieber sowie Schüttelfrost verbunden.

Dagegen können sich bei einer Frau die Eileiter und Eierstöcke entzünden, die mit Unterbauchschmerzen und Fieber einhergeht. Sollten also erste Anzeichen, wie zum Beispiel Ausfluss erkannt werden, ist eine Abklärung durch einen Arzt sehr empfehlenswert, um solche Komplikationen zu vermeiden.

Diagnose

Die Diagnose einer Harnröhrenentzündung erfolgt durch den Nachweis des infrage kommenden Erregers. Damit der Erreger bestimmt werden kann, muss der Arzt einen Abstrich aus der Harnröhre nehmen, was bei einer körperlichen Untersuchung erfolgt. Dabei ist eine grobe Beurteilung bereits möglich, wenn der Arzt sich den Abstrich unter einem Mikroskop ansieht. Ein dünnflüssiges und glasiges Sekret weist dabei auf Mykoplasmen hin sowie eitriges Sekret auf Gonokokken, Trichomonaden oder Chlamydien hin. Zur Sicherung der Diagnose wird der Erreger auf einem Nährboden angezüchtet und anschließend bewertet. Im Allgemeinen erfolgt dies in einem entsprechenden Labor.

Behandlung und Therapie

Die Therapie richtet sich nach dem Typ des Erregers und wird dann entweder mit einem Antibiotika oder einem Antipilzmittel behandelt. Neben der medikamentenösen Therapie sollte der Betroffene viel Flüssigkeit zu sich nehmen sowie den Körper warmhalten.

Cranberrysaft, Preiselbeersaft oder Johannisbeersaft sollen hier ein gutes Hausmittel sein und werden gerne bei einer Harnröhrenentzündung eingesetzt.

Für eine erfolgreiche Behandlung einer infektiösen Harnröhrenentzündung ist es wichtig, dass auf Geschlechtsverkehr verzichtet wird, bis die Infektion ausgeheilt ist. Des Weiteren ist es empfehlenswert, dass sich der Partner ebenfalls untersuchen lässt.

Bei einer frühzeitigen und angemessenen Behandlung heilt die Harnröhrenentzündung ohne Folgeschäden aus.

Allerdings bleibt die Harnröhrenentzündung häufig aufgrund der fehlenden Symptome unentdeckt, sodass eine Entzündung auch zu Komplikationen führen kann. Je nach Erreger kann sich dieser auch auf andere Organe ausbreiten.

Rezeptfreie Medikamente gegen Harnröhrenentzündung


Vorbeugung

Durch einfache Maßnahmen kann einer Harnröhrenentzündung vorgebeugt werden. So kann eine Infektion verhindert werden, indem beim Geschlechtsverkehr ein Kondom benutzt wird, denn die meisten Harnröhrenentzündungen entstehen durch sexuell übertragbare Erreger.

Bücher zum Thema Harnwegsinfekte

Weitere Infos

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Harnröhrenentzündung?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?

Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

lunalila64 kommentierte am 09.04.2016 um 22:11 Uhr

Habe gerade zum ersten Mal mit den beschriebenen Symptomen (51J., weiblich) zu tun. Eine sexuelle Übertragung ist bei mir definitiv auszuschließen. Vermutlich handelt es sich von daher um eine nicht ansteckende bakterielle Infektion. Da die Symptome sehr unangenehm sind, werde ich diese bei meinem nächsten Hausarzttermin ansprechen, in der Hoffnung, dass er mir rasch helfen kann und keine Komplikationen entstehen. Da ich erst seit 3 Tagen mit diesem Problem zu tun habe und der Termin bereits am kommenden Dienstag sein wird, ist meine Hoffnung nicht unbegründet.