Drogenpsychose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 4. Januar 2015
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Bei der Drogenpsychose handelt es sich um eine durch verschiedene bewusstseinsverändernde Stoffe ausgelöste Psychose. Die konkrete Form der Psychose wird dabei immer nach ihrer Ursache (z. B. Alkohol, Kokain, LSD) und den dazugehörigen Symptomen unterschieden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Drogenpsychose?

Eine Drogenpsychose ist eine schwere psychische Störung, die mit einem zeitweiligen oder auch dauerhaften Realitätsverlust einhergeht. Der Verzicht des auslösenden Stoffes sowie eine symptomabhängige Behandlung sind die einzigen möglichen Therapiemaßnahmen. Hier muss jedoch eine Abgrenzung zwischen Symptomen durch und während des Drogenkonsums und nichtorganischen psychotischen Störungen mit ungeklärter Ursache erfolgen.

Die Drogenpsychose wird in sechs verschiedene Formen aufgeteilt: die Schizophrenieform, die vorwiegende wahnhafte Form, die vorwiegend halluzinatorische Form, die vorwiegend polymorphe Form und die vorwiegend affektive Form.

Die Schizophrenieform ist von akustischen und nur selten auch optischen Halluzinationen geprägt. Bei der wahnhaften Form kommt es zu Wahnvorstellungen, bei der halluzinatorischen zu optischen, akustischen und olfaktorischen (betrifft den Geruchssinn) sowie gustatorischen (betrifft den Geschmackssinn) Halluzinationen. Von Manien und Depressionen sind affektive Psychosen geprägt, die polymorphen Formen können vielfältig sein und unter Umständen aus allen Bereichen Wahrnehmungen aufweisen.

Ursachen von Drogenpsychose

Die genauen Ursachen einer Drogenpsychose sind bislang nicht vollständig geklärt. Die Vermutung geht dahin, dass diverse Rauschmittel eine so genannte triggernde (auslösende) Wirkung auf mögliche unterschwellig vorhandene Veranlagungen zu einer psychotischen Störung besitzen.

Belegt ist definitiv, dass viele legale und auch illegale Rauschmittel dazu fähig sind, eine Psychose auch über die eigene Rauschwirkung hinaus zu bewirken. Eine drogenbedingte Psychose kann sowohl nach einem ausschließlich einmaligen Konsum als auch nach langfristigem Konsum auftreten.

Vor allem halluzinogenen Substanzen wie LSD und Meskalin, aber auch Cannabis, Kokain, Amphetamine, so genannten „magic mushrooms“ und Alkohol gelten als Substanzen mit gefährlicher, halluzinogener Wirkung.

Symptome und Verlauf von Drogenpsychose

Drogenpsychosen können sich generell wie eine nicht drogenbedingte Schizophrenie äußern. Wahn, Trugwahrnehmungen (bei Bildern und Geräuschen – so genannte Halluzinationen) oder auch Denkstörungen gehören zu den bekanntesten Symptomen. Auch Persönlichkeitsstörungen, Bewusstseinsstörungen sowie Neurosen gehen oft mit einer Drogenpsychose einher.

Welche Substanzen dabei welche Symptome hervorrufen, ist unklar. In der Regel ist bei einer Drogenpsychose die selbständige Bewältigung des Lebensalltags nur schwer möglich, Patienten sind oft auf eine langfristige Betreuung angewiesen. Wenn die Psychose als solche erkannt worden ist, dann muss der Ursache auf den Grund gegangen werden, um eine gezielte Behandlung zu beginnen.

Der Verlauf der Drogenpsychose hängt dabei vorrangig von der Behandlung ab. Auch das Absetzen der jeweiligen Droge wirkt sich in der Regel positiv auf den Verlauf aus. Generell sind Verlauf sowie Prognose einer Drogenpsychose immer schlecht vorherzusehen. In seltenen Fällen ist schon der Verzicht auf die auslösende Substanz ausreichend, in anderen Fällen können dennoch Restsymptome ein Leben lang vorhanden sein. Wichtig wäre hier ein frühzeitiger Kontakt zu Drogen- und Suchtberatungsstellen durch die Betroffenen und deren Angehörige, denn so kann ein frühzeitiger Behandlungsbeginn gesichert werden.

Diagnose von Drogenpsychose

In der Praxis gestaltet sich die Diagnose einer Drogenpsychose oft schwierig, denn der Konsum von Drogen wird oft verheimlicht und kann meist auch nicht so einfach nachgewiesen werden. Hierzu ist mit Hilfe einer Blutuntersuchung der Nachweis von verdächtigen Substanzen möglich.

Aus differentialdiagnostischer Sicht ist die Abgrenzung zu anderen psychischen Störungen wichtig, die auch im Zusammenhang mit Rauschmittelkonsum vorliegen können (z. B. Entzugssymptome).

Behandlung von Drogenpsychose

Für eine erfolgreiche Behandlung einer drogenbedingten Psychose ist der Verzicht auf die auslösende Substanz von besonderer Bedeutung. Aber auch der Verzicht auf Substanzen, die dem Körper generell schaden, ist wichtig. Zudem erfolgt die Therapie wie bei Psychosen, die nicht durch Drogen hervorgerufen werden. Hier kommen zur Behandlung von psychotischen Symptomen so genannte Neuroleptika zu Einsatz, die entweder nur in der Akutphase verabreicht oder aber dauerhaft eingenommen werden müssen, um einen Rückfall zu verhindern.

Wenn auch eine Angstsymptomatik hinzukommt, ist eine kurzfristige Linderung mit Benzodiazepinen möglich, die jedoch auch eine Sucht auslösen können. Weiterhin sind soziotherapeutische Maßnahmen (z. B. Unterbringung in betreuten Wohn- und Arbeitseinrichtungen, Wiedereingliederung in geregelten Alltag) notwendig. Bei stabilen Patienten sollten außerdem psychotherapeutische Behandlungen erfolgen, damit diese nicht dazu neigen, labil zu werden. Unter Umständen können in Abhängigkeit von den vorliegenden Symptomen (vor allem bei einer affektiven Störung mit depressiven und manischen Phasen) kann die Gabe von Antidepressiva notwendig werden. Eine so genannte Lithiumtherapie wirkt unterstützend bei der Vermeidung von neuen Krankheitsphasen.

Zusätzlich zu den Behandlungen der eigentlichen Psychose sind auch ergotherapeutische Maßnahmen sinnvoll, die vor allem der Wiederherstellung der Arbeitskraft dienen. Sinnvoll ist hier auch die Durchführung einer Belastungsprobe, um festzustellen, ob der Patient die Fähigkeit hat, sich eine neue Struktur des Tagesablaufs aufzubauen.

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Vorbeugung von Drogenpsychose

Eigentlich gibt es nur eine Präventivmaßnahme als Vorbeugung einer Drogenpsychose: Der Verzicht auf Drogen bzw. ein Genuss von Alkohol in Maßen. Gerade Patienten, die schon vorher einer Risikogruppe für Psychosen angehören, sollten möglichst auf bewusstseinsverändernde Substanzen verzichten.

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