Cluster-Kopfschmerz

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 13. November 2014
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Der Cluster-Kopfschmerz bezeichnet einen besonders starken Kopfschmerz, der meist hinter den Augen spürbar ist und periodisch wiederkehrend bis zu acht Mal pro 24 Stunden auftritt. Der Cluster-Kopfschmerz ist ein sehr starker Kopfschmerz, dessen Ursachen bisher nur ansatzweise geklärt werden konnten. Unter Cluster-Kopfschmerzen leiden Betroffene meist ihr Leben lang.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Cluster-Kopfschmerz?

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Medikamente gegen: Kopfschmerzen

Der Cluster-Kopfschmerz ist ein starker Schmerz, der periodenförmig mehrmals täglich (vornehmlich nachts) auftritt. Das Schmerzzentrum befindet sich typischerweise hinter den Augenpartien. Von der Migräne - die ähnliche Symptome zeigt - wird der Cluster-Kopfschmerz dahingehend abgegrenzt, dass er im Zusammenhang mit folgenden Begleiterscheinungen auftritt: Bewegungsunruhe, Veränderungen am Auge (gerötetes, tränendes, geschwollenes oder herabhängendes Auge) oder der Nase (rote oder laufende Nase).

Cluster-Kopfschmerzen können episodisch oder chronisch auftreten. Ein chronischer Kopfschmerz tritt über mindestens ein Jahr lang täglich auf, während der episodische Cluster-Kopfschmerz mitunter wochen- oder monatelang nicht auftritt. Es konnte beobachtet werden, dass Patienten vornehmlich im Frühjahr und im Herbst unter Cluster-Kopfschmerzen leiden und der Winter eher symptomfrei verläuft. Männer sind etwa 3,5 Mal häufiger von Cluster-Kopfschmerzen betroffen als Frauen.

Ursachen

Die Ursachen für den Cluster-Kopfschmerz konnten bisher nicht bestimmt werden. Es wird ein Zusammenhang zwischen einer Fehlregulierung des individuellen Biorhythmus vermutet, da der Cluster-Kopfschmerz auffallend immer zur gleichen Tages- oder Nachtzeit auftritt. Ein Zusammenhang zwischen dem Auftreten einer Cluster-Kopfschmerz-Attacke und verschiedener Faktoren konnte außerdem gezeigt werden.

Als Faktoren kommen Flimmerlicht (Fernseher, Kino), der Konsum von Alkohol und Nikotin, körperliche Anstrengung über das normale Maß hinaus sowie die Einnahme gefäßerweiternder Medikamente in Betracht. Es besteht außerdem ein erblicher Zusammenhang. Menschen, dessen Verwandte 1. Grades an Cluster-Kopfschmerzen leiden, haben ein um das 18fache erhöhte Risiko, ebenfalls Cluster-Kopfschmerzen auszubilden. Eine jahrelang vermutete Ursache des Cluster-Kopfschmerzes - eine Entzündung von Blutgefäßen im Gehirn - konnte widerlegt werden.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome des Cluster-Kopfschmerzes:

Wenn Kopfschmerzen zur Qual werden

Cluster-Kopfschmerzen sind von Betroffenen als starke, halbseitig auftretende bohrende und/oder stechende Schmerzen beschrieben worden. Die Schmerzen lassen sich örtlich genau einordnen. Sie liegen hinter den Augen und erstrecken sich bis zum Nasenflügel. Sie treten einseitig stets auf derselben Seite auf. Eine Cluster-Kopfschmerz-Attacke dauert zwischen 30 und 45 Minuten.

Der Cluster-Kopfschmerz kündigt sich nicht an und "überfällt" den Patienten förmlich. Als weiter Symptome zeigen sich meist ein erhöhter Tränenfluss und eine gerötete Nase. Menschen, die eine Cluster-Kopfschmerz-Attacke durchleben, zeigen während der Episode einen erhöhten Bewegungsdrang, charakteristisch ist ebenfalls ein eingesunkener Augapfel, enge Pupillen und ein herabhängendes Oberlid.

Bei etwa 80 Prozent der Betroffenen verläuft der Cluster-Kopfschmerz episodenartig, d.h. beschwerdefreie Zeiten wechseln mit Zeiten, in denen die Schmerzen auftreten, ab. Bei 20 Prozent der Betroffenen zeigt sich ein chronischer Verlauf. Cluster-Kopfschmerz-Patienten zeigen die Symptome meist über mehrere Jahre bis Jahrzehnte. Ähnlich wie bei der Migräne nehmen die Schmerzen mit zunehmendem Lebensalter ab. Spontanheilungen sind möglich.

Diagnose

Ein erfahrener Schmerzmediziner stellt die Diagnose bei Cluster-Kopfschmerz anhand der auftretenden Symptome. Dabei beschreibt der Patient die Art des Schmerzes und sein regelmäßiges Auftreten. Es kann außerdem ein Nitroglyzerintest eingesetzt werden. Dazu erhält der Patient eine Nitroglyzerinkapsel.

Sollte die Medikamentengabe eine Kopfschmerzattacke auslösen, ist der Test positiv, d.h. es ist davon auszugehen, dass ein Cluster-Kopfschmerz vorliegt. Es bleibt dennoch schwierig, den Cluster-Kopfschmerz gegen andere Kopfschmerzarten abzugrenzen. Insbesondere die Migräne ist ein Kopfschmerz, der ähnlich verläuft - er unterscheidet sich nur in bestimmten Symptomen - etwa den tränenden Augen - von einem Cluster-Kopfschmerz.

Behandlung und Therapie

Cluster-Kopfschmerzen können während eines Anfalls in Form einer Akuttherapie mit den gängigen Mittel, etwa durch die Einnahme eines Schmerzmittels oder durch Entspannungsübungen nicht behandelt werden. Es konnte beobachtet werden, dass das Einatmen von 100 prozentigem Sauerstoff eine Linderung der Schmerzen bewirkt. Ebenso kann die Einnahme von Triptanen helfen.

Triptane sind verschreibungspflichtig und können - werden sie täglich eingesetzt - wiederum Kopfschmerzen auslösen. Episodenhaft auftretende Cluster-Kopfschmerzen können prophylaktisch mit der Gabe bestimmter Medikamente behandelt werden, etwa mit Verapamil, Lithium oder Kortison. Die Gabe der Medikamente kann das wiederholte Auftreten der Schmerzen dämpfen.

Chronisch auftretende Cluster-Kopfschmerzen können nicht therapiert werden. Schmerzpatienten wird generell eine begleitende psychologische Betreuung empfohlen, die dabei helfen kann, den Schmerz als Teil der eigenen Persönlichkeit zu akzeptieren.

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Vorbeugung

Da die Ursachen des Cluster-Kopfschmerzes bisher nicht gänzlich bekannt sind, gibt es keine vorbeugenden Maßnahmen. Patienten können jedoch versuchen, Cluster-Kopfschmerz auslösende Reize zu meiden. Welche das im Einzelnen sind, ist personenbezogen und kann nur durch den Patienten selbst heraus gefunden werden.

Bei einer großen Gruppe von Patienten ist jedoch festgestellt worden, dass Alkohol, Nikotin und tyramin- und histaminhaltige Lebensmittel (etwa Tomaten, Nüsse, Schokolade) eine Cluster-Kopfschmerzattacke auslösen können.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Binder Andreas kommentierte am 20.01.2015 um 09:05 Uhr

Erst einmal will ich unterstreichen, dass Migräne und Cluster ganz klar auseinander zu halten sind. Bei Migräne braucht man Ruhe und Dunkelheit. Man erbricht sich und der ganze Kopf schmerzt. Der Cluster hingegen, ist für mich kein Kopfschmerz, sondern ein Schmerzpunkt im Kopf. Ich finde nicht, dass er immer als Kopfschmerz abgetan werden sollte. Eine Cluster-Attacke kann 30-180 Minuten anhalten! Als „Trigger“ kann alles wirken, da gibt es kein spezielles Muster. Jeder Betroffene sollte für sich selbst heraus finden, was die Schmerzen verursacht. Die Schmerzen selbst beginnen im Auge, wandern über Nase, Stirnhöhle, Ohren, Zähne und über den Hals bis zu den Schultern. Bei den helfenden Medikamenten verhält es sich wie bei der Ernährung, jeder spricht auf etwas anderes an. Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen.