Dauerkopfschmerz

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 18. September 2016
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Kopfschmerzen sind wohl jedem Menschen ein Begriff, die einen leiden häufiger darunter, die anderen nur sehr selten. Dauerkopfschmerzen sind für den betroffenen Patienten sehr belastend. Der anhaltende Schmerz beeinflusst häufig das Leben des Betroffenen so stark, dass der Alltag nur noch schwer zu bewältigen ist. Zudem können durch das Krankheitsbild auch psychische Probleme auftreten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Dauerkopfschmerz?

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Medikamente gegen: Kopfschmerzen

Kopfschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, täglich leiden mehrere Millionen Menschen unter diesem unangenehmen Schmerz. Manche Menschen haben nur sehr selten Kopfschmerzen, für andere treten sie in großer Regelmäßigkeit auf. Die genetische Disposition kann dabei eine Rolle spielen. Frauen sind grundsätzlich häufiger betroffen als Männer.

Man spricht von Dauerkopfschmerz bei Migräne oder Kopfschmerzen, die durchgehend vorhanden sind. Es gibt dabei nur wenige Pausen zwischen dem Auftreten der Schmerzen, in schlimmen Fällen ist der Schmerz tatsächlich durchgehend vorhanden.

Ursachen

Der Dauerkopfschmerz hat häufig die Ursache in längerer oder zu häufiger Einnahme von Schmerzmitteln. Viele Menschen nehmen beim kleinsten Schmerzempfinden sofort ein gängiges Schmerzmittel wie ASS, Ibuprofen oder Paracetamol ein.

Dabei wäre es besser, diese Medikamente nur einzusetzen, wenn der Schmerz tatsächlich zu groß ist. Denn eine zu häufige Einnahme von Medikamenten kann zu Dauerkopfschmerzen führen, häufig bezeichnet als „Schmerzen durch Schmerzmittel“.

Schuld daran sind die in vielen Schmerzmitteln enthaltenen Triptane und Analgetika, die Schmerzen auslösen können. Dabei entsteht ein Kreislauf: der Betroffene nimmt gegen die Schmerzen ein Schmerzmittel ein, die Schmerzen verschwinden nicht oder verstärken sich sogar, deshalb werden weitere Schmerzmittel eingenommen. Dass die Medikamente an den Schmerzen Schuld tragen, ist dem Patienten dabei nicht klar.

Dauerkopfschmerz: geschwollene Blutgefäße drücken auf die Nervenfasern, die Schmerzsignale aussenden.

Symptome und Verlauf

Ein Dauerkopfschmerz äußert sich sehr unterschiedlich. Er kann in allen Bereichen des Kopfes auftreten und sich unterschiedlich anfühlen. Dumpfe Schmerzen am Hinterkopf, stechende Schmerzen an Stirn und Schläfen, Pochen und Pulsieren – alles ist dabei möglich.

In manchen Fällen können zusätzlich Sehstörungen und Herz-Kreislauf-Probleme auftreten, auch die Konzentrationsfähigkeit ist stark vermindert. Eine große Lärmempfindlichkeit ist auch nicht selten, daneben kann helles Licht den Schmerz verstärken.

Anfällig für Dauerkopfschmerzen sind Patienten, die sehr häufig unter Migräne oder Kopfschmerzen leiden und deshalb oft Schmerzmittel einnehmen. Anfangs können die Schmerzmittel den Kopfschmerz noch mildern, dauert die Einnahme der Medikamente jedoch länger an oder findet zu häufig statt, können dadurch Dauerkopfschmerzen entstehen.

Ohne ärztliche Hilfe ist es für den Patienten meist nicht möglich aus diesem Kreislauf wieder herauszukommen. Denn vielen Menschen ist nicht bewusst, dass Schmerzmittel nicht nur Schmerzen stillen, sondern auch auslösen können.

Diagnose

Die Diagnose von Dauerkopfschmerzen ist leider nicht sehr einfach zu stellen. Der Dauerkopfschmerz kann anhand der Symptome nicht von chronischen Spannungskopfschmerzen oder posttraumatischen Kopfschmerzen unterschieden werden. Erst während der Therapie kann sich die genaue Diagnose herausstellen. Es ist trotzdem wichtig mit dem behandelnden Arzt die Symptome und das Auftreten der Dauerkopfschmerzen genau zu besprechen. Auch sollte im Detail angegeben werden, welche schmerzlindernden Medikamente eingenommen wurden. Natürlich ist die Dauer und Häufigkeit dieser Medikamenteneinnahme auch ein wichtiges Indiz.

Die Diagnose „Dauerkopfschmerz durch Medikamentenübereinnahme“ ist deshalb immer zunächst eine Ausschlussdiagnose. Wird die entsprechende Therapie eingeleitet und es zeigen sich erfolge, ist erst die Diagnose sichergestellt.

Behandlung und Therapie

Liegt für den Arzt der Verdacht nahe, dass es sich bei dem Dauerkopfschmerz um Schmerzen handelt, die durch Medikamente ausgelöst werden, so ist das konsequente Absetzen der Schmerzmittel die erste Maßnahme. Es muss ein Entzug der Wirkstoffe stattfinden, damit der Dauerkopfschmerz verschwindet. Noch vor einiger Zeit wurde ausschließlich als erste und einzige Maßnahme der Entzug durchgeführt und anschließend mit einer Schmerzprophylaxe durch andere Wirkstoffe wie Topiramat und Botulinumtoxin begonnen.

Inzwischen geht man die Therapie jedoch sehr häufig anders an. Dem Patienten werden dabei sofort die Medikamente zur Prophylaxe verabreicht. Das führt oft dazu, dass die Kopfschmerzen deutlich geringer ausfallen und daher ohnehin keine anderen Schmerzmedikamente nötig sind.

Diese Vorgehensweise ist für den Patienten viel angenehmer, da er den Schmerz nicht dauerhaft aushalten muss. Deshalb kommt es auch weniger häufig zu psychischen Problemen während der Therapie.

Daneben können während der Behandlung auch nicht medikamentöse Therapien eingesetzt werden. Dazu gehören vor allem Entspannungsübungen und bei muskulär bedingten Kopfschmerzen auch gezielte Bewegungstherapie.

Bei den meisten Patienten zeigen sich innerhalb von 6 Monaten nach Beginn der Behandlung sehr deutliche Erfolge. In sehr schlimmen Fällen muss die Therapie stationär erfolgen, meist genügt aber eine ambulante Therapie.



Vorbeugung

Um Dauerkopfschmerzen vorzubeugen gilt es vor allem nicht zu oft und zu viele Medikamente gegen Schmerzen einzunehmen. Wer häufig unter Kopfschmerzen oder Migräne leidet, sollte deshalb nicht einfach immer ein schmerzstillendes Medikament einnehmen, sondern mit einem Arzt besprechen, wie vorzugehen ist. Vielleicht findet sich eine Ursache für die Kopfschmerzen, die recht einfach behoben werden kann und die Einnahme von Schmerzmitteln damit unnötig macht.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Wolfram22 kommentierte am 15.04.2016 um 13:11 Uhr

Ich habe seit 6 Wochen Dauerkopfschmerzen mit 0-5 Attacken pro Tag und das nur in der rechten Kopfhälfte. Bis dahin war Kopfschmerz ein Fremdwort für mich. Kernspintomographie vom Kopf wurde gemacht. Gefäß-Nerven-Kontakt rechts. Dies verstärkt mein Tinnitus, den ich auch rechts habe extrem. Hat jemand noch eine Idee oder Hilfe?