Analfistel

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. November 2016
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Analfisteln treten oft unbemerkt auf und lösen in der Regel auch keine Schmerzen aus. Wirklich gefährlich kann die Entfernung einer Analfistel werden, da die Gefahr besteht, im Rahmen einer operativen Entfernung die Schließmuskeln zu beschädigen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Analfistel?

Wie ihr Name es schon andeutet, handelt es sich bei einer Analfistel um eine Erkrankung im Bereich des Afters. Sie kann sowohl bei Männern als auch bei Frauen vorkommen, wobei keine besonderen Prävalenzen zu beobachten sind. Im Grunde genommen handelt es sich bei einer Analfistel um eine unkontrollierte Häufung von Zellteilungen, die letztlich zu einer Bildung von Gewebe im Analbereich führt.

Die Ursache einer Analfistel ist zwar nicht immer, aber trotzdem mit überwältigender Mehrheit eine vorausgegangene Entzündung. Die Entzündung, als eine häufige Ursache einer Analfistel, beginnt in der Regel an den Duftdrüsen im Analbereich, die aber ihre ursprüngliche Funktion im Laufe der Evolution beim Menschen verloren haben. Sie sind zwar funktionslos, können sich aber trotzdem entzünden und somit die Entstehung einer Analfistel provozieren.

Ursachen

Wie bereits erwähnt, ist die häufigste Ursache einer Analfistel die Entzündung der Duftdrüsen im Analbereich. Wie es zu dieser Entzündung kommt, ist medizinisch noch nicht abschließend geklärt.

Diskutiert wird unter Medizinern zwar eine erblich bedingte Prädisposition, allerdings konnte bis heute nicht evident bewiesen werden, dass tatsächlich die Ursache erblicher Natur ist. Bekannt dagegen ist, dass Analfisteln zwar häufig ihren Ursprung in der Entzündung der Duftdrüsen haben, dies aber nicht immer zwingend sein muss.

Vielmehr können auch andere chronische Vorerkrankungen die Bildung von Analfisteln begünstigen oder sogar provozieren. In Betracht kommen in diesem Zusammenhang die beiden chronischen Entzündungserkrankungen des Darmes: die Colitis ulcerosa sowie der Morbus Crohn. Gerade weil durch diese Erkrankungen der (Dick-)Darm permanent entzündet ist, ist die Gefahr der fehlgeleiteten Bildung von Zellen, die in Analfisteln entarten, groß.

Symptome und Verlauf

Die Entstehung und der anfängliche Verlauf einer Analfistel erfolgen oftmals unbemerkt. Insbesondere entstehen für gewöhnlich keine Schmerzen. In seltenen Fällen kann aber Fieber als Symptom auftreten, was auf die Entzündung und der einhergehenden Reaktion des Immunsystems zurückzuführen ist. In fortgeschrittenen Phasen einer Analfistel werden die Symptome aber deutlicher.

Wenn beispielsweise die Schließmuskeln aufgrund der Entzündung in ihrer unmittelbaren Nähe beginnen, zu schwellen, kann dies zu leichter Inkontinenz führen, das heißt der Verlust der willentlichen Stuhlentleerung. So kommt es gelegentlich zum "Stuhlschmieren" bei den Betroffenen. Diese können wiederum die Haut reizen und sogar die Entstehung von Ekzemen begünstigen. Jucken und Brennen werden dann von den Patienten als übliche Symptome genannt. Ferner sammelt sich regelmäßig Eiter an den von der Bildung von Analfistel betroffenen Stellen.

Diagnose

Die Feststellung, ob eine Analfistel vorliegt, ist für den behandelnden Arzt in der Regel nicht besonders kompliziert. Oftmals reichen bereits die Sichtdiagnose sowie die Palpation. Letztere bezeichnet das Abtasten des Afters nach anormalen Gebilden, vorliegend nach einer Analfistel. Da die Wahl der anschießenden Behandlung sowie wie diese gestaltet werden muss, sehr von dem Ausmaß der Analfistel anhängt, benötigt der Arzt mehr Informationen, als nur den Umstand, ob eine Analfistel vorliegt.

Vielmehr muss er in Erfahrung bringen, wie weit diese fortgeschrittenen sind und welche Gewebsschichten bereits befallen bzw. durchdrungen sind. Aus diesem Grund wird mit Ultraschallgeräten und/oder mittels Magnetresonanztomografie (MRT) die Lage der Analfisteln verbildlicht. Ferner kann noch das Erfordernis hinzutreten, eine Koloskopie durchzuführen. Diese soll dazu dienen, festzustellen, ob nicht eine chronische Darmentzündung vorliegt, die dann als Ursache der Analfistel infrage kommen könnte.

Behandlung und Therapie

Unabhängig von der konkreten Ursache der Analfistel, ist bei der Behandlung äußerste Vorsicht geboten. Denn in über 90 Prozent der Fälle wachsen Analfisteln auf oder zumindest durch die Schließmuskeln. Es besteht somit die Gefahr, bei einer operativen Entfernung der Analfistel die Schließmuskeln zu verletzten mit der Folge, dass der Patient künftig an Inkontinenz leiden müsste.

Da sich bis heute keine alternativen Methoden wegen zu geringer Erfolgsaussichten durchsetzen konnten, bleibt die operative Entfernung die einzige, wenn auch gefährliche Methode. Auf eine Spontanheilung, also auf eine plötzliche und therapielose Zurückbildung der Symptome, können Betroffene in der Regel nicht hoffen, da diese nur selten eintritt.

Um wenigstens eine Verbreitung sowie Folgebeschwerden vorzubeugen, empfiehlt sich, zumindest die Eitersammlung chirurgisch abfließen zu lassen. Anschließend besteht bei Bedarf immer noch die Möglichkeit, die Analfistel chirurgisch entfernen zu lassen. Zu beachten ist aber, dass sich eine Analfistel auch nach erfolgreicher Entfernung wieder bilden kann; insoweit sind Rezidive nie gänzlich ausschließbar.

Eine Vorbeugung einer Analfistel ist bereits wegen des Umstandes, dass der Auslöser der Erkrankung unbekannt ist, nach derzeitigem Stand der Wissenschaft nicht möglich.



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