Ständig Müde

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. September 2016
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Wer ständig müde ist, fühlt sich schlapp und leidet über einen längeren Zeitraum z.B. unter Abgeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Konzentrationsschwäche oder allgemeiner Erschöpfung. Der häufigste Grund für Müdigkeit ist naheliegend - Schlafmangel. Allerdings können die Ursachen auch weitaus komplexer sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ständig müde?

Ständig Müde zu sein, bedeutet, dass die Müdigkeit chronisch ist. Sie tritt bereits kurz nach dem Schlaf wieder auf und bleibt dann bestehen. Als Ursache können Schlafstörungen, eine Umstellung der Schlafstörungen oder Überarbeitung in Frage kommen. Menschen, die an bestimmten Erkrankungen leiden, fühlen sich ebenfalls ständig müde.

Ursachen

Ist man ständig müde, kann das vielfältige Ursachen haben. Häufig sind Erkrankungen der Auslöser. Sie beanspruchen den Organismus rund um die Uhr und sorgen so dafür, dass sich keine Erholungsphase einstellt. Zudem können mit der Krankheit verbundene Schmerzen chronische Müdigkeit auslösen. Vor allem Virusinfektionen der Atemwege sowie seelische Störungen haben ständige Müdigkeit zur Folge.

Ebenso die Einnahme verschiedene Medikamente oder der Verzehr bestimmter Lebensmittel. Generell lässt sich sagen, dass eine ungesunde Lebensweise auch müde macht. Wer viel Alkohol konsumiert, keinen Sport treibt und sich schädigenden Umwelteinflüssen aussetzt, wird schneller müde. Bleibt die Lebenssituation bestehen, kann sich eine chronische Müdigkeit entwickeln.

Darüber hinaus löst eine spezielle Form des niedrigen Blutdrucks ständige Müdigkeit aus. Die so genannte neurogene orthostatische Hypotonie tritt jedoch nur in seltenen Fällen auf. Anders verhält es sich mit psychischen Problemen. Menschen, die beispielsweise eine Trennung hinter sich haben, neigen eher dazu, ständig müde zu sein als andere Menschen. Normalerweise kommen bei chronischer Müdigkeit mehrere der erwähnten Ursachen zusammen. Ein einzelner Faktor löst selten eine dauerhafte Erschöpfung aus.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Ständig Müde zu sein ist grundsätzlich ein Krankheitsbild, das vielen anderen ähnelt. Dadurch ist es schwierig, eine genaue Diagnose zu stellen. Betroffene äußern ihre Beschwerden meist selbst, nachdem sie über einen längeren Zeitraum müde oder erschöpft waren. Auch Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Vergesslichkeit, Reizbarkeit und geschwollene Lymphknoten lassen eine chronische Müdigkeit vermuten. Sie können jedoch auch als Folge anderer Erkrankungen auftreten.

Der Arzt muss diese ausschließen, was durch verschiedene Blut- und Urinuntersuchungen geschieht. Daneben wird im Rahmen der Anamnese geklärt, ob der Patient unter übermäßigem Stress oder einer depressiven Verstimmung leidet. Im Anschluss daran kann der Arzt die Diagnose stellen, wobei chronische Müdigkeit selten direkt diagnostiziert wird. Meist liegen in der Tat andere Ursachen zugrunde, welche die ständige Müdigkeit auslösen.

Ständige Müdigkeit beginnt in der Regel ganz plötzlich. Sie bringt weitere Beschwerden wie Halsschmerzen und Schlafstörungen mit sich und hält mindestens sechs Monate an. Betroffene sind während der Erkrankung einer enormen Belastung ausgesetzt und können ihren täglichen Aktivitäten nur noch begrenzt nachkommen. Sie benötigen zudem wesentlich mehr Zeit, um sich von Strapazen zu erholen, wodurch die Lebensqualität stark sinkt. Meist verschwindet die ständige Müdigkeit nach einiger Zeit wieder, kehrt jedoch stets zurück und tritt dann noch schlimmer auf. Komplett behandeln lässt sich die Erkrankung bislang nicht.

Behandlung und Therapie

Je nachdem, welche Ursachen die ständige Müdigkeit hat, kann sie mehr oder weniger gut behandelt werden. Liegt das chronische Erschöpfungssyndrom vor, ist eine komplette Heilung nicht möglich. Allerdings können die Beschwerden gelindert werden. Vor allem werden jedoch die Symptome behandelt, da Begleiterscheinungen wie depressive Verstimmungen und Depressionen in eine Negativspirale führen können. Helfen kann beispielsweise eine kognitive Verhaltenstherapie, während der Betroffene lernen, mit Stresssituationen besser umzugehen und negative Denkmuster zu vermeiden.

Wer ständig müde ist, kann den Symptomen unter Umständen durch eine Veränderung des Lebensstils entgegenwirken. So hilft es oft bereits, die Ernährung umzustellen, Sport zu treiben und Probleme aufzuarbeiten. Zudem ist es essentiell, bei länger andauernden Beschwerden einen Arzt aufzusuchen, damit sich aus Infektionskrankheiten keine chronischen Störungen entwickeln.

Liegen der ständigen Müdigkeit äußere Einflüsse zugrunde, müssen diese zuerst behoben werden. Dennoch kann es eine Weile dauern, bis der Körper sich auf die positive Veränderung eingestellt hat. Das gilt auch für die Behandlung von Erkrankungen, die ständige Müdigkeit auslösen. Sinnvoll ist es deshalb, eine begleitende Therapie in Anspruch zu nehmen.



Vorbeugung

Ständiger Müdigkeit kann in begrenztem Umfang vorbeugt werden. So sollten Stresssituationen möglichst gemieden und der Umgang mit ihnen trainiert werden. Auch eine gesunde Lebensweise mit ausreichend Schlaf, viel Bewegung und einer ausgewogenen Ernährung beugt Erschöpfung vor. Davon ab sollten Warnzeichen des Körpers nicht ignoriert werden. Menschen, die einige Tage in Folge unter starker Müdigkeit leiden, sollten einen Arzt aufsuchen und sich auf eventuelle Infektionskrankheiten oder ähnliches untersuchen lassen.

Zuletzt ist es anzuraten, bei psychischen Problemen wie Depressionen einen Therapeuten hinzuziehen. Mit diesem können dann geeignete Strategien entwickelt werden, die Probleme zu bewältigen und eine dauerhafte Erschöpfung zu vermeiden. Dem chronischen Erschöpfungssyndrom lässt sich nicht immer vorbeugen, da die Ursachen noch nicht genau erforscht sind. Allerdings können die Begleiterscheinungen und mögliche Folgeerkrankungen reduziert werden, wenn frühzeitig gehandelt wird.

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