Augensalbe

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 17. Mai 2016
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Bei Augensalbe handelt es sich um ein Arzneimittel, das zur örtlichen Behandlung diverser Beschwerden am Auge eingesetzt wird. Die Basis für Augensalben bilden meist Stoffe, die keinen Wassergehalt aufweisen. Daher kommen Substanzen wie Paraffin und Vaseline bei der Herstellung von Augensalbe besonders oft zum Einsatz.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Augensalbe?

Augensalbe enthält neben wasserfreien Bestandteilen wie Vaseline und Paraffin in der Regel weitere Wirkstoffe, die auf die zu behandelnden Symptome abgestimmt werden. Dabei werden beispielsweise Antibiotika, diverse Corticosteroide bzw. Cortison oder Vitamine verwendet. Augensalben eignen sich zur Therapie zahlreicher Erkrankungen der Augen, da diverse Wirkstoffe miteinander kombiniert und relativ unkompliziert lokal aufgetragen werden können.

Eine Alternative zu Augensalbe stellen Augentropfen dar, die ebenfalls zur Behandlung von Beschwerden am Auge angewendet werden. Augensalbe und Augentropfen unterscheiden sich hauptsächlich im Hinblick auf ihre Verarbeitung. Während Augensalben eine Fettbasis aufweisen, verfügen Augentropfen über eine Wasserbasis. Somit sind die Augensalben schlechter löslich als die Tropfen und können länger im Auge bleiben und einwirken. Aus diesem Grund eignen sich zur Therapie bestimmter Beschwerden Augensalben deutlich besser als Augentropfen.

Wirkung und medizinische Anwendung

Zur Applikation der Augensalbe wird das Unterlid des betroffenen Auges sanft herabgezogen und die vorgeschriebene Menge der Salbe auf den Bindehautsack aufgetragen. Das Unterlid wird währenddessen mit einem Finger festgehalten. Bei der Anwendung der Augensalbe ist Vorsicht geboten, um Verletzungen oder Verunreinigungen des Auges zu vermeiden. Die Applikationsspitze der Salbenverpackung darf weder den Bindehautsack noch die Wimpern berühren. Dadurch wird verhindert, dass der Inhalt der Augensalbe in der Tube verunreinigt wird. Auch kleinsten Verletzungen des Auges kann auf diese Weise vorgebeugt werden. Im Anschluss an die Applikation werden beide Augen geschlossen. Falls überschüssige Salbe aus dem Auge austritt, kann diese vorsichtig mit einem sterilen und fusselfreien Stofftuch abgewischt werden.

Formen und Gruppen

Es existieren verschiedene Arten von Augensalben, die sich hauptsächlich im Hinblick auf die enthaltenen Wirkstoffe unterscheiden und bei verschiedenen Erkrankungen zum Einsatz kommen. Augensalben mit Antibiotika kommen bei bakteriellen Infektionen zum Einsatz, etwa bei Bindehautentzündung. Das Arzneimittel Posiformin® wird besonders häufig verschrieben. Bei viralen Bindehautentzündungen kommt die Zovirax® Augensalbe häufig zum Einsatz.

Neben antibiotischen Augensalben gibt es auch solche mit dem Wirkstoff Cortison, die vor allem bei nicht-infektiösen Augenentzündungen angewendet werden. Cortison besitzt eine entzündungshemmende und antiallergene Wirkung. In Frage kommende Präparate sind etwa die Augensalben Hydrocortison Ratiopharm® und Hydrocortison Hexal®.

Dosierung

Grundsätzlich kommen Augensalben bei bakteriellen Infektionen der Augen, Verletzungen, allergischen Reaktionen sowie bei Augentrockenheit zur Anwendung. Die Dosierung ist dabei abhängig vom verschriebenen Präparat, der Erkrankung sowie der Ausprägung der Beschwerden. Generell werden die Wirkstoffe in der Augensalbe meist so dosiert, dass ein Streifen von circa fünf Millimetern Länge einer Applikationsdosis entspricht.

Die Augensalbe lässt sich besonders leicht bei zurückgeneigtem Kopf applizieren, wobei das Unterlid nach unten gezogen wird. In die entstehende Falte wird ein Salbenstreifen von 0,5 Zentimetern Länge aufgetragen. Die Applikation kann auch von einer zweiten Person durchgeführt und die Dosierung damit präzisiert werden. Nach dem Auftragen der Augensalbe kann es durch den Fettfilm im Auge zum sogenannten Schleiersehen kommen, wodurch die Verkehrstüchtigkeit des Patienten vorübergehend beeinträchtigt ist.

Pflanzliche, natürliche und pharmazeutische Alternativen

Bei Augensalben stehen sowohl pharmazeutische als auch pflanzliche und natürliche Varianten zur Auswahl. Entsprechend der vorliegenden Symptomatik wird eine Augensalbe mit bestimmten Wirkstoffen ausgewählt, etwa mit Antibiotika oder Vitaminen. Bei Augentrockenheit empfiehlt sich beispielsweise eine Augensalbe, die über einen hohen Gehalt an Vitamin A verfügt. Derartige Augensalben beinhalten relativ unbedenkliche Wirkstoffe und sind daher in der Regel rezeptfrei in Apotheken oder Drogerien erhältlich.

Für Patienten mit bestimmten Allergien und Unverträglichkeiten stehen homöopathische Augensalben zur Verfügung. Derartige Präparate enthalten üblicherweise spezielle Antihistaminika, die den Botenstoff Histamin blockieren. Dadurch werden allergische Reaktionen des Auges eingedämmt. So kommen die homöopathischen Augensalben etwa bei Personen mit Heuschnupfen zum Einsatz, wenngleich die Wirkungsweise dieser Präparate bisher noch nicht geklärt wurde. Bei ernsthafteren Erkrankungen der Augen, etwa bakteriellen und viralen Entzündungen, werden chemische Augensalben angewendet. Pharmazeutische Augensalben kommen auch im Rahmen der Regulierung des Augeninnendrucks zum Einsatz.



Wechselwirkungen und Nebenwirkungen

Wie bei sämtlichen Arzneimitteln besteht auch bei der Anwendung von Augensalbe das Risiko von diversen Nebenwirkungen. Aus diesem Grund sollten die im Beipackzettel aufgeführten Hinweise befolgt und gegebenenfalls mit dem behandelnden Arzt Rücksprache gehalten werden. Von besonderer Relevanz ist die Einhaltung der Dosierungsangaben, um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden. Doch auch bei korrekter Anwendung der Augensalbe können Nebenwirkungen auftreten, etwa in der Form von Überempfindlichkeitsreaktionen. Dabei kann ein brennendes Gefühl auftreten und die Wundheilung verzögert werden.

In seltenen Fällen kommt es im Rahmen der Anwendung von Augensalbe zur Reizung der Bindehaut. Daraus können sich starke Hornhautentzündungen entwickeln und im schlimmsten Fall Risse in der Hornhaut entstehen. Aus diesem Grund müssen Patienten mit einer entsprechenden Neigung vor der Therapie Rücksprache mit ihrem Arzt halten und eventuelle Anordnungen exakt befolgen. Darüber hinaus ist zu beachten, dass gegenüber den in der Augensalbe enthaltenen Wirkstoffen resistente Erreger die Symptome der Erkrankung mitunter deutlich verstärken können.

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