Baker-Zyste

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 6. Juli 2015
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Die Baker-Zyste, benannt nach dem Chirurgen W.M. Baker, ist eine in der Kniekehle befindliche, mit Flüssigkeit gefüllte Aussackung. Meist tritt die Baker-Zyste im mittleren bis fortgeschrittenen Alter auf. Kinder sind eher selten betroffen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Baker-Zyste?

Die Baker-Zyste ist eine mit Flüssigekiet gefüllte Schwellung. Sie liegt im hinteren Bereich der Kniekehle. Sie entsteht durch eine Überproduktion von Gelenkflüssigkeit. Durch den erhöhten Druck oder Kniegelenksschädigungen bildet sich ein Erguss und eine Baker-Zyste entsteht.

Ihre Größe kann stark variieren. Nicht selten kann sie faustgroß werden. Vor allem bei sportlich aktiven Menschen bereitet sie große Schmerzen. Aufgrund ihres Aussehens wird die Baker-Zyste häufig mit einem Tumor verwechselt. Dieser Verdacht muss in jedem Fall überprüft und ausgeschlossen werden.

Ursachen

Die Baker-Zyste entsteht durch eine Erkrankung des Kniegelenks. Verantwortlich für derartige Erkranknungen sind sogenannte Kniebinnenerkrankungen. Durch Entzündungen und Reizungen im Kniegelenk bildet der Körper vermehrt eine Flüssigkeit im Gelenk.

Durch diese erhöhte Gelenkflüssigkeit steigt der Druck innerhalb des Kniegelenks an. Um diesen Druck wiederum abzubauen, sackt die Gelenkkapsel aus. In Folge dessen bildet sich die Baker-Zyste. Häufig tritt die Baker-Zyste in Verbindung mit einem Meniskusschaden auf.

Aber auch die Erkrankung von chronischem Rheuma kann bei der Ursache einer Baker-Zyste verantwortlich sein. Voraussetzung für die Entstehung einer Baker-Zyste ist in diesem Zusammenhang allerdings ein erkranktes Kniegelenk.

Symptome und Verlauf

Die mit Flüssigkeit gefüllte Bakeryste lässt sich häufig als "Beule" in der Kniekehle ertasten.

Zu den typischen Symptomen der Baker-Zyste gehören wiederkehrende Schmerzen. Betroffen sind vor allem die Kniekehle und der obere Wadenbereich.

Die mit Flüssigkeit gefüllte Baker-Zyste ist meist deutlich zu tasten. Je nach körperlicher Aktivität kann ihre Größe stark variieren. Je aktiver der Patient umso ausgeprägter sind die Symptome. Vor allem Sportler beklagen starke Schmerzen bei körperlicher Betätigung. In einigen Fällen wie z.B. bei einer leichten Baker-Zyste, kann es durchaus sein, dass keinerlei Symptome der genannten Symptome auftreten.

Einzig das Knie scheint unbeweglicher und es kann zu zum einem Gefühl von Spannung in der Kniekehle kommen. Schmerzen bereitet dies jedoch nicht. Mitunter können sich die, durch die Baker-Zyste hervorgerufenen Beschwerden, im Laufe der Zeit bessern.

Vor allem wenn die Gelenke geschont werden, bildet sich die Baker-Zyste zurück. Sie kann jedoch bei Belastung wiederkehren. Dies tritt häufig ein, wenn die Ursache der Baker-Zyste nicht vollständig beseitigt ist.

Kommt es zu einem Riss der Baker-Zyste, tritt die Flüssigkeit aus und breitet sich im umliegenden Gewebe aus. Der Schmerz vergrößert sich.

Diagnose

Die Diagnose der Baker-Zyste wird meist anhand der Beschwerden und einem Tastbefund gestellt. Schwieriger gestaltet sich die Diagnosestellung bei einer sehr langgestreckten, schlauchförmigen Baker-Zyste, die zudem Einblutungen aufweist. Mitunter ähnelt die Baker-Zyste stark einem Tumor. Dies sollte in jedem Fall umgehend abgeklärt werden.

Neben einer eingehenden Untersuchung bieten sich verschiedene Methoden zur Untermauerung der Diagnose. Zwar können bei einer Röntgenaufnahme veränderungen des Kniegelenks aufgezeigt werden, jedoch ist es nicht möglich die Baker-Zyste erkenntlich zu machen. Durch eine Ultraschalluntersuchung lässt sich die Größe und Ausbreitung nachweisen. Zusätzlich empfiehlt sich eine Magnetresonanztomographie (MRT), um die genaue Position und die Verbindung der Baker-Zyste zur Gelenkkapsel nachzuweisen.

Behandlung und Therapie

Mitunter ist es nicht notwendig die Baker-Zyste zu behandeln. Kommt es allerdings zu Schmerzen, ist eine Therapie sinnvoll. Hierbei stehen konservative- sowie operative Maßnahmen zur Verfügung. In der Regel genügt die konservative Therapie, wobei die Baker-Zyste mit entzündungshemmenden Medikamenten behandelt wird. Insbesondere nicht –steroidale Medikamente wie Ibuprofen und Diclofenac finden Anwendung.

Die Behandlung mit Kortison ist bislang sehr umstritten. Häufig wird der Wirkstoff aber dennoch angewendet. Der Arzt injiziert das Kortisonpräparat direkt in das Knie, um dort die Entzündung aufzuhalten. Eher selten wird der Inhalt der Baker-Zyste mittels einer Spritze herausgesaugt. Anschließend wird die verbleibende Hülle mit Kortison ausgespült.

Kommt es zu keiner deutlichen Verbesserung, empfiehlt sich eine operative Entfernung der Baker-Zyste. Grundsätzlich sollte das entnommene Gewebe untersucht werden. Nur so lassen sich bösartige Tumore gänzlich ausschließen. Bei der operativen Entfernung ist darauf zu achten, dass die Verbindung zwischen Gelenk und Zyste (der Stiel) getrennt wird. Geschieht dies nicht, kann sich die Baker-Zyste erneut bilden.

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Vorbeugung

Der Baker-Zyste ist nur bedingt vorzubeugen. Um einen Meniskusschaden zu vermeiden, sollte auf stark belastende Sportarten verzichtet werden. Weitaus gelenkschonender sind Sportarten wie Radfahren, Schwimmen, gezielte Gymnastik sowie Aquaaerobic. Sie unterstützen auf sanfte Art und Weise die Beweglichkeit des Kniegelenks zu fördern bzw. zu bewahren.

Bei überwiegend sitzenden Tätigkeiten z.B. im Büro, sollte regelmäßig die Sitzposition gewechselt werden. Personen die im Bereich der Personenbeförderung oder als LKW Fahrer arbeiten, empfehlen sich regelmäßige Pausen, in denen ein kleiner Spaziergang entlastend auf das Kniegelenk wirkt. Übergewicht belastet die Gelenke enorm. Um der Baker-Zyste vorzubeugen, sollte bestehendes Übergewicht reduziert werden.

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