Atherom

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 10. September 2017
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Ein Atherom ist eine gutartige, langsam wachsende Zyste im Unterhautgewebe. Der Grützbeutel, wie er im Volksmund auch genannt wird, besteht im Inneren aus Talg, der wegen einer verstopften Talgdrüse nicht abfließen kann und sich in der Zyste sammelt. Atherome können an verschiedenen Stellen des Körpers auftreten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Atherom?

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Atherome entwickeln sich oft auf behaarten Körperteilen wie Kopf, Nacken, Hals, Gesicht und im Intimbereich. Sie wachsen langsam, meist über Jahre, ohne Beschwerden zu verursachen.

Das Atherom ist ein prall gefüllter Grützbeutel, der erst ab einer bestimmten Größe Beschwerden durch ein Spannungsgefühl in der betroffenen Hautregion hervorruft. An sichtbaren Stellen wird das Atherom zudem zu einem kosmetischen Problem.

Ursachen

Die Talgdrüsen in unserer Haut produzieren täglich eine geringe Menge Fett, das durch den Talgdrüsengang nach außen abgesondert, in der medizinischen Fachsprache sezerniert, wird. Dies dient dem Einfetten unserer Haut, damit diese nicht austrocknet.

Ist der Ausgang der Talgdrüse allerdings durch eingetrockneten Talg und abgestorbene Hautzellen verstopft, kann der Talg nicht mehr nach außen abfließen. Die Talgdrüse produziert jedoch weiterhin Talg, der sich nun unter der Haut sammelt. Das Atherom wächst sehr langsam, da pro Tag nur geringe Mengen Talg produziert und abgesondert werden.

Die Verstopfung eines oder mehrerer Talgdrüsenausgänge betrifft oftmals Menschen mit fettiger Haut. Sie scheinen für die Bildung eines Atheroms prädestiniert zu sein. Beobachtet wird auch eine genetisch bedingte, familiäre Häufung von Atheromen.

Wann zum Arzt?

Veränderungen der Haut sollten von einem Arzt untersucht und behandelt werden, wenn sie über mehrere Tage oder Wochen anhalten. Kommt es zu Schwellungen oder Wucherungen, ist ein Arzt aufzusuchen. Nehmen die Veränderungen der Haut an Umfang oder Häufigkeit des Auftretens zu, muss ein Arzt konsultiert werden.

Atherome sind gutartige Gewebeveränderungen, die dennoch ärztlich abgeklärt werden müssen. Sie lösen ein Spannungsgefühl auf der Haut aus und sind daher für den Betroffenen problemlos zu erkennen. Kommt es zu Schmerzen in der betroffenen Hautregion, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Es liegt eine zusätzliche Erkrankung vor, die untersucht und medizinisch versorgt werden muss. Ein Arztbesuch ist ebenfalls notwendig, wenn Verfärbungen der Haut wahrgenommen werden.

Bildet sich in den Gewebeveränderungen Eiter, ist ein Arzt davon zu unterrichten. Gelangt der Eiter in den Blutkreislauf, besteht das Risiko, dass der Betroffene eine Blutvergiftung erleidet. In schweren Fällen nimmt sie einen tödlichen Verlauf und ist daher rechtzeitig von einem Mediziner zu untersuchen und behandeln zu lassen. Bei einem Juckreiz oder offenen Wunden muss ein Arzt aufgesucht werden. Über die Wunden können Keime wie Viren oder Bakterien in den Organismus gelangen. Diese breiten sich innerhalb kurzer Zeit aus und verursachen weitere Erkrankungen.

Symptome und Verlauf

Eine verstopfte Talgdrüse führt dazu, dass Talg nicht abfließen kann, wodurch ein Atherom entsteht. Je größer das Atherom wird, desto stärker werden die Schmerzen.

Typische Symptome eines entzündeten Atheroms:

Meist bemerken die Betroffenen ein Atherom erst, wenn es mindestens Erbsengröße erreicht hat und sich leicht ertasten lässt. Das Atherom an sich ist nicht schmerzhaft, es kann sich lediglich ein gewisses Spannungsgefühl der Haut über der prall gefüllten Zyste einstellen. Sitzt das Atherom an einer gut sichtbaren Stelle, wird es eher zu einem kosmetischen als medizinischen Problem. Solange sich das Atherom nicht entzündet, stellt es keine Gefahr dar. Kommt es jedoch zu einer Rötung, Schwellung, Schmerzen oder gar Eiterbildung, ist ein sofortiger Arztbesuch anzuraten. Auf keinen Fall sollte man versuchen, den Grützbeutel durch Drücken selbst zu entleeren. Das Ergebnis könnte eine ernsthafte Entzündung oder eine Neubildung des Atheroms an gleicher Stelle sein, da beim Ausdrücken die Atheromkapsel unter der Haut verbleibt.

Diagnose

Der Arzt wird das Atherom zunächst abtasten. Die Größe eines Atheroms schwankt zwischen erbsen- bis tennisballgroß. Es sitzt prall gefüllt unter der Haut und verursacht bei entsprechender Größe ein unbehagliches Spannungsgefühl in der betroffenen Hautregion. Der Arzt wird die Haut genau untersuchen, um eine andere, maligne Ursache für die bestehende Zyste unter der Haut auszuschließen. Die eigentliche Gefahr eines Atheroms besteht in der Möglichkeit, dass sich dieses durch eindringende Bakterien entzünden kann. Eine eitrige Entzündung kann sich auch auf benachbarte Hautareale ausbreiten und zu einem großflächigen Abszess führen. Aus diesem Grund wird immer zu einer chirurgischen Entfernung des Atheroms geraten.

Komplikationen

In den meisten Fällen geht von einem Atherom keine direkte Gefahr aus, sodass die Lebenserwartung des Patienten nicht verringert ist. Allerdings ist es trotzdem ratsam, das Atherom zu entfernen, um mögliche Infektionen und Entzündungen zu vermeiden. Es kommt in der Regel zu einer Anschwellung und einer Rötung an den Weichteilen. Ebenso treten nicht selten Schmerzen auf, die den Alltag des Betroffenen einschränken können. Weiterhin erwärmen sich die betroffenen Regionen relativ stark. Komplikationen können dann auftreten, wenn sich das Atherom zu einer Entzündung ausbildet. Dabei kann es im schlimmsten Falle zu einer tödlichen Blutvergiftung kommen.

In vielen Fällen leidet der Betroffene zusätzlich an Taubheitsgefühlen oder an verstärkten Schmerzen. Vor allem in der Kopfregion kann das Atherom relativ gefährlich sein, wenn es dort aufplatzt und sich die Entzündung bis ins Gehirn ausbreitet. Dabei kann es ebenfalls zu starken Lähmungen oder anderen Störungen der Körperfunktionen kommen, wenn das Gehirn geschädigt ist. Ein Atherom kann relativ einfach mit einem chirurgischen Eingriff entfernt werden, sodass es zu keinen weiteren Komplikationen kommt. Die Lebenserwartung wird bei einer frühzeitigen Behandlung nicht beeinflusst.

Behandlung und Therapie

Die einzige Behandlungsmöglichkeit von Atheromen ist die chirurgische Entfernung. Ist das Atherom nicht entzündet, kann es unter lokaler Betäubung exzidiert werden. Der verstopfte Ausführungsgang der Talgdrüse ist oftmals als dunkler Punkt in der Mitte sichtbar. An dieser Stelle wird das Atherom eröffnet und der Inhalt des Grützbeutels, eine weißlich-gelbe Masse, entleert. Die Masse ist übelriechend und besteht aus Talg, abgestorbenen Hautzellen und kleinsten Haarresten.

Nach der Entleerung des Inhaltes wird auch die Atherom-Kapsel, die den Inhalt enthielt, entfernt. Wird diese Kapsel nicht entfernt, bildet sich schon bald ein Rezidiv, ein neues Atherom an der gleichen Stelle. Bei modernen chirurgischen Verfahren kann bei einem nicht entzündeten Atherom die gesamte Kapsel ohne Eröffnung "herausgeschält" werden.

Ist das Atherom entzündet, wird es schwierig, die gesamte Atheromkapsel zu entfernen. Das Atherom wird unter lokaler Betäubung vereist und wie bei einem Abszess eröffnet, der Inhalt entleert und mit einer antiseptischen Lösung ausgespült. Der Atherom-Beutel verbleibt zunächst unter der Haut, bis die Entzündung durch die Einnahme von Antibiotika abgeklungen ist. Erst dann kann der Chirurg auch den Atherom-Beutel entfernen.

In jedem Fall wird das entnommene Atherom-Gewebe histologisch untersucht, um die Gutartigkeit der Zyste zu bestätigen. Rezidive sind bei Atheromen nicht ausgeschlossen; sie können an gleicher oder anderer Stelle erneut auftreten.



Vorbeugung

Der Bildung von Atheromen kann man nicht vorbeugen, da die Entstehung hauptsächlich auf eine genetische Disposition zurückzuführen ist. Wichtig ist, Atherome nicht selbst auszudrücken, um eine bakterielle Infektion zu vermeiden. Dabei ist es unerheblich, ob sie infiziert sind oder nicht. Dies gilt vor allem für Atherome im Wangen- und Nasenbereich, da bei einer Entzündung die Keime und Bakterien bis in das Gehirn vordringen könnten.

Bücher über Zysten

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

kiki kommentierte am 17.03.2017 um 23:58 Uhr

Ich habe immer Mal wieder Atherome. Ich neige anscheinend dazu. Manchmal entzünden sie sich, weil ich meine Hände nicht davon lassen kann. Manchmal entzünden sie sich durch Reibung der Kleidung, wenn ich z.B. verschwitzt bin. Wenn sie einmal richtig entleert sind, kommen sie an der Stelle auch nicht wieder. Es ist bei mir völlig egal, ob sie von selbst platzen oder ob sie, wie es ein Arzt wohl unprofessionell machte, mit einer Spritze ausgesogen werden. Wobei letzteres gemacht wurde als noch keine Entzündung vorlag. Sie sind nie wieder an der Stelle aufgetreten. Nur eines musste ich entfernen lassen, da es an einer sehr unzugänglichen Stelle saß und sich ein sehr großer Abszess gebildet hatte. Leider weiß auch ich nicht, was man sonst dagegen machen kann.

Maaarco kommentierte am 13.11.2016 um 18:41 Uhr

Ich glaub ich hab echt Mist gebaut. Hab so ein Atherom am Penis und hab es irgendwie geschafft das auszudrücken. Es kam lauter weißes Zeug raus und danach ist noch eine kleine Schwellung zurückgeblieben. Wenns sich in 1-2 Tagen nicht verbessert werd ichs wohl meinen Eltern sagen und zum Arzt gehen. Peinlich aber leider notwendig. Hoffe es wird besser und würde mich auf Unterstützung freuen.

Erfolgsengel kommentierte am 20.09.2016 um 14:01 Uhr

Ich (47 Jahre) hatte heute eine OP beim Hausarzt meines Vertrauens. Schon vor 3 Monaten hatte ich einen Knäuel im Intimbereich. Es tat nicht weh, also lies ich es in Ruhe, bis vor ein paar Tagen. Heute die OP. Der sogenannte Grützbeutel, gutartiger Hauttumor, hat sich in letzter Zeit auf eine Größe von einem Durchmesser von 2 cm ertasten lassen und saß sehr tief unter dem Fettgewebe. Es wurden 2 Nähte gemacht. Die OP spürte ich nicht, nun lässt die Betäubung nach und es schmerzt doch etwas. In 2 Tagen ist Verband/Wundversorgung und in knapp 12-14 Tagen Fäden ziehen. Ich rate es jedem, diese Grützbeutel heraus nehmen zu lassen. Die Krankenkasse zahlt den Eingriff, also bitte nicht selbst daran herumdoktern!

dipendra kommentierte am 22.08.2016 um 17:32 Uhr

Oh je, ich habe auch so ein Teil kürzlich an der Schulter bemerkt. Habe daran herum gedrückt - erfolglos. Zu allem übel hat es sich jetzt, glaube ich entzündet. Die Haut ist rot und tut weh. Da wir am Wochenende verreisen, wollte ich mal wissen, welche Salbe da hilft. Habt Ihr Erfahrungen?

Ines kommentierte am 23.06.2016 um 05:42 Uhr

Hallo, mirchen68! Bin durch Zufall auf diese Seite gekommen, weil ich etwas über infiziertes Atherom wissen wollte! Ich hatte eins im Gesicht (Wange) und es wurde gestern durch einen Gesichtschirurgen entfernt und die Wunde vernäht! Zuvor mit Antibiotika behandelt - alle 8 Stunden, insgesamt 30 Kapseln! Dein Beitrag ist ja schon eine Weile her, falls du immer noch unglücklich mit der Arztwahl bist - ich rate zu einem Gesichts-und Kieferchirurgen! Gute Besserung allen Betroffenen!

Noia kommentierte am 17.03.2016 um 21:11 Uhr

Vorweg, ich bin keine Ärztin, also bitte nicht falsch verstehen und vorher einen Mediziner fragen! Aber meine Omi hatte so etwas auch zwei Mal, je zwischen den Schultern und an der Hüfte. Sie wollte damals absolut nichts vom Arzt schneiden lassen und so haben wir uns vom Arzt Desinfektionsmittel, Pinzette und Handschuhe geben lassen und es auf eigene Faust (und Gefahr) versucht. Ich hab ganz vorsichtig gedrückt, bis der Kanal gut sichtbar war und dann etwa eine Stunde lang kleinste Teilchen aus dem Löchlein gezupft. (Omi hatte keine Schmerzen währenddessen.) Dann, ganz plötzlich, hat sich die Drüse leeren lassen und kam seitdem auch nicht wieder. Das ist nun knapp dreieinhalb Jahre her und man muss dazu sagen, dass sie noch sehr klein, weniger als erbsengroß, waren. Außerdem sagt der Arzt "Zufall" dazu, aber falls es noch jemand gibt, der so viel Angst wie meine Oma hat, dachte ich, wir teilen unsere Erfahrungen einfach mal. Gute Besserung allen Betroffenen!

Unbekannt 27 kommentierte am 16.03.2016 um 12:16 Uhr

Ich habe sehr viele im Intimbereich und frage mich ob Narben zurück bleiben wenn ich sie entfernen lasse? Wie lange braucht die Heilung? Die größten sind entzündet, aber ich lasse sie zuerst abheilen, bevor ich den Chirurgen aufsuchen werde. Wäre dankbar wenn Sie mir einen guten Chirurgen in Bad Honnef empfehlen könnten.

mirchen68 kommentierte am 07.03.2016 um 13:09 Uhr

Ich leide seit Jahren. Ich komme gerade wieder vom Chirurgen. Schmerzen, Antibiotikum, Betapflaster, ich weiß bald nicht mehr weiter. Momentan bekomme ich alle 2 Monate 1-2 Stück im Gesicht. Kann da jemand mit Tipps helfen?

gitti kommentierte am 17.01.2016 um 19:59 Uhr

Während der ambulanten OP (Entfernung eines vermeintlich nicht entzündeten Atheroms, mit lokaler Betäubung, ca. 1cm Durchmesser) wurde festgestellt, dass die Kapsel Läsionen aufweist. Sie konnte nicht mitsamt des ganzen darin befindlichen Talgs entfernt werden, der Resttalg ergoss sich ins umliegende Gewebe. Es erfolgte kein Wundverschluss mittels Naht um eine Wundinfektion zu vermeiden, sondern Einbringung einer Einlage mit Betaisodona und Wundschutz mit Pflaster (zusätzlich Druckverband unter dem Pflaster). Kann nun nach 3 Tagen noch genäht werden? (Vorausgesetzt, es liegt keine Infektion/Entzündung der Wunde vor.)

Katharina Gehring kommentierte am 07.07.2015 um 18:06 Uhr

Ich habe Grützbeutel an der Scheide, möchte aber wegen meinem Alter (84) keinen Eingriff machen lassen. Ein Beutel hat sich entleert, blutet aber immer noch. Was kann ich tun?