ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 24. Dezember 2014
Gesundpedia.deKrankheiten ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung)

Bei der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), sowie dem Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom (ADS), handelt es sich um eine starke Aufmerksamkeitsschwäche. Mit einer richtigen Behandlung und Therapie können Betroffene ihre Beschwerden in den Griff bekommen und ein weitgehend normales Leben führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ADHS?

ADHS bedeutet Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung. Nach heutiger Auffassung handelt es sich bei ADHS um eine psychische Störung, aufgrund einer fehlerhaften Informationsweiterleitung zwischen den Nervenzellen im Gehirn.

Dabei spielt der Nervenbotenstoff Dopamin eine wesentliche Rolle. Viele ADHS-Erkrankungen sind wahrscheinlich genetisch bedingt.

Im Jahr 1845 wurde ADHS erstmals von dem Nervenarzt Heinrich Hoffmann in einem Buch "Der Struwwelpeter" dargestellt. Aber erst im Jahr 1987 erhielt ADHS die heutige Bezeichnung.

Je nach Ausprägung der Krankheit wird ADHS in unterschiedliche Typen unterteilt, und zwar in den vorwiegend hyperaktiv-impulsiven Typ sowie den vorwiegend unaufmerksamen Typ und letztlich in den kombinierten Typ.

In Deutschland sind ungefähr 2-7 % der 4- bis 17jährigen Kinder von ADHS betroffen. Dabei sind Jungen häufiger betroffen als Mädchen. Von den Erwachsenen in Deutschland sind ungefähr 3,1 % von ADHS betroffen. Wird im Kindes- oder Jugendalter ADHS festgestellt, so bleiben die Symptome auch im Erwachsenenalter bestehen.

Ursachen

Bislang sind die genauen ADHS-Ursachen ungeklärt. Die Mediziner und Forscher gehen davon aus, dass mehrere Faktoren für diese Aufmerksamkeits-Defizit-Störung verantwortlich sind. Hierfür werden drei Hauptauslöser verantwortlich gemacht.

Zum einen die genetische Veranlagung und zum anderen die erworbenen Auslöser, wie etwa Schwangerschaft- oder Geburtskomplikationen. Des Weiteren können auch psychosoziale Gegebenheiten entsprechende Auslöser sein.

Aufgrund der genetischen Veranlagung ist die Übertragung der Nervensignale im Gehirn gestört. Dabei kommt der Signalbotenstoff bzw. Neurotransmitter Dopamin bei Betroffenen seltener im Gehirn vor. Hierdurch wird der Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen gestört oder beeinträchtigt und entsprechende Reize können nicht mehr richtig verarbeitet werden.

Indes fällt es den Betroffenen schwer, sich zu konzentrieren und zu kontrollieren. Nicht selten sind Eltern, Geschwister oder andere Verwandte ebenfalls an ADHS erkrankt. Die Mediziner gehen davon aus, dass wahrscheinlich mehrere Gene an der Entstehung von ADHS beteiligt sind. Eine Heilung dieser Stoffwechselstörung im Gehirn der Betroffenen ist nicht möglich.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome bei ADHS:

ADHS-Betroffene zeigen in der Regel vielfältige Symptome. Hierzu gehören beispielsweise motorische Schwierigkeiten, Konzentrationsschwächen, verlangsamte Reaktionen sowie eine starke Impulsivität, Wutausbrüche, übermäßiger Bewegungsdrang und innere Unruhe. Aber auch Vergesslichkeit, plötzliche Stimmungsschwankungen und spontane Gefühlsausbrüche zählen zu den typischen Symptomen.

ADHS-Betroffene lassen sich sehr leicht ablenken sind ungeduldig und versinken häufig in Gedanken ("Tagträume"). Außerdem neigen Betroffene oft zu überhasteten, unüberlegten und gefährlichen Aktionen (z.B. Mutproben). Neben diesen vielen eher negativ gefärbten Eigenschaften, zeigen ADHS-Betroffene oft auch sehr positive Begabungen und Verhaltensweisen. So sind Menschen mit ADHS häufig u.a. besonders kreativ, hilfsbereit, gutmütig und schnell für Dinge zu begeistern.

Rezeptfreie Medikamente gegen ADHS


Behandlung und Therapie

Nicht in jedem Fall muss bei ADHS sofort und unbedingt eine Therapie durchgeführt werden. Vor allem ist es wichtig, sich mit den behandelnden Ärzten sowie Psychologen eingehend über das Ausmaß und die Schwere der Störung zu beraten. Die Therapie richtet sich immer nach den individuellen Symptomen.

Zudem existieren unterschiedliche Möglichkeiten, um ADHS zu behandeln. Oftmals wird hier die multimodale ADHS-Therapie empfohlen. Dies ist eine Kombination aus Aufklärung, einer Bewältigungsstrategie, einer Verhaltenstherapie sowie einer medikamentösen Behandlung.

Das Ziel dieser Therapie ist es, die Symptome wie Hyperaktivität, Impulsivität und Unaufmerksamkeit in den Griff zu bekommen. Zudem soll die Therapie dem Betroffenen ermöglichen, sozial integriert zu sein und ein stabiles Selbstwertgefühl aufzubauen.

Aufgrund der genetischen Ursachen kann man bei ADHS keine vorbeugenden Maßnahmen vornehmen. Allerdings können werdende Mütter während der Schwangerschaft unterschiedliche Faktoren vermeiden, welche ADHS beeinflussen. Hierzu gehören vor allem Alkohol und Rauchen.

Bücher über ADHS

Weitere Infos

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung)?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?