Dopamin

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 24. Mai 2016
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Dopamin ist ein wichtiger Botenstoff (Neurotransmitter) im Nervensystem und besitzt zahlreiche verschiedene Wirkungen. Aus diesem Grund macht sich die Medizin den Stoff auch als Medikament zunutze. Dopamin kann unter anderem in der Schocktherapie zum Einsatz kommen oder als L-DOPA bei Morbus Parkinson.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Dopamin?

Bei Dopamin handelt es sich um einen Botenstoff des zentralen und vegetativen Nervensystems, das heißt um einen Neurotransmitter. Es spielt unter anderem im Zusammenhang mit Depressionen und depressiven Symptomen bei anderen Erkrankungen eine zentrale Rolle. Dopaminmangel wirkt sich dabei vor allem auf den Antrieb aus und verringert das Bedürfnis und/oder die Fähigkeit, willkürliche Handlungen auszuführen.

Lange Zeit galt Antriebsschwäche im Rahmen der Depression als subjektives motivationales Problem. Heute wissen Forscher jedoch, dass der Dopaminmangel zu einer motorischen Beeinträchtigung führt und Patienten auch unter einem Dopamindefizit im Bewegungszentrum des Gehirns leiden. Einige Forscher ließen sich sogar zu der zugespitzten Hypothese hinreißen, Depressionen seien – zumindest in Teilen – motorische Störungen und keine affektiven, wie ihre Einordnung im Klassifikationssystem nahelegt.

Neben diesen Effekten besitzt Dopamin auch eine vielfältige Wirkung andere Organsysteme des menschlichen Körpers und findet deshalb auch als Medikament Verwendung. Trotz tendenziell seltener werdenden Nutzung in der Behandlung physiologischer Schockzustände gilt es dort nach wie vor als bedeutsam. Andere Namen für Dopamin sind Hydroxytyramin und PIH, das sich vom englischen „Prolactine-Inhibiting Hormone“ ableitet. Zusammen mit Adrenalin und Noradrenalin bildet es die Gruppe der Katecholamine.

Wirkung und medizinische Anwendung

Dopamin kann an zwei unterschiedliche Rezeptoren binden: die spezifischen Dopamin-Rezeptoren und die andrenergen Rezeptoren (Adrenozeptoren). Die Wirkung hängt unter anderem davon ab, um welche Form des Dopamins es sich handelt. Als Medikament kann Dopamin zum Beispiel bei akuter Herzschwäche (Herzinsuffizienz), bevorstehendem Nierenversagen und Herz-Kreislauf-Stillstand zum Einsatz kommen. Die Verwendung als Medikament bei physiologischen Schockzuständen ist jedoch umstritten, da als Nebenwirkung Herzrhythmusstörungen möglich sind.

Dopamin kann den Blutdruck steigern sowie die Durchblutung bestimmter Organe verbessern, darunter auch die Niere. Außerhalb der Notfall-Intervention spielt Dopamin in der Behandlung von Parkinson eine Rolle. Morbus Parkinson geht mit einem signifikanten Schwund der Substantia nigra im Mittelhirn einher, deren Nervenzellen Dopamin produzieren. Deshalb kommt für Patienten unter Umständen L-DOPA (Levodopa) als Arzneimittel in Frage. Dabei handelt es sich um eine Vorstufe des Botenstoffs und Hormons; die direkte Einnahme von Dopamin würde keinen signifikanten Effekt auf die Erkrankung ausüben, da das Molekül die Blut-Hirn-Schranke nicht überwinden kann.

Erst im Gehirn wirkt Dopamin bei der Parkinson-Krankheit potenziell mildernd auf die motorischen Symptome wie Muskelzitternittern (Tremor), Muskelstarre (Rigor), Verlangsamung der Bewegungen (Bradykinese) und Hlatungsinstabilität (posturale Instabilität), die für das neurologische Krankheitsbild charakteristisch sind und die Kardinalsymptome von Parkinson darstellen.

Formen und Gruppen

Levodopa bzw. L-DOPA ist in Deutschland zum Beispiel zusammen mit dem Wirkstoff Benserazid u. a. als Levodopa comp®, PK-Levo®, Levopar® und Restex® im Handel. Stalevo® beinhaltet neben L-DOPA sowohl Entacapon als auch Carbidopa. Kombinationspräparate mit L-DOPA und Carbidopa sind beispielsweise als Striaton®, Isicom® und Duodopa® erhältlich.

Dosierung

Die Dosierung von Dopamin hängt von zahlreichen Faktoren ab; eine allgemeingültige Aussage ist an dieser Stelle deshalb nicht möglich. Da die Wirkung von L-DOPA bei längerer Anwendung oft nachlässt, liegt die Anfangsdosis in der Regel eher im unteren Bereich und kann bei Bedarf angepasst werden. Auf diese Art und Weise versuchen Behandler, die gesamte Einnahmedauer zu verlängern und das Nachlassen der Medikamentenwirkung hinauszuzögern. Bei Schockzuständen können Ärzte auf Infusionen oder Injektionen mit Dopamin zurückgreifen.

Pflanzliche, natürliche und pharmazeutische Alternativen

Zur medikamentösen Behandlung von Parkinson kommen eventuell auch Dopaminagonisten als Alternative zu L-DOPA in Frage. Dabei handelt es sich um Stoffe, die die Dopaminrezeptoren aktivieren und dadurch eine vergleichbare Reaktion in Gang setzen. Die Dopaminagonisten lassen sich anhand zweier Kriterien einteilen: gemäß ihrer chemischen Struktur oder ihrer Selektivität, d. h., auf welchen der verschiedenen Dopaminrezeptoren sie wirken.

Zu den Dopaminagonisten gehören unter anderem Apomorphin und Pramipexol (sogenannte nicht-ergoline Dopaminagonisten) sowie die ergolinen Dopaminagonisten Bromocriptin und Cabergolin. Ob eine Behandlung mit Dopaminagonisten oder L-DOPA sinnvoller ist, hängt vom jeweiligen Patienten ab; nur der behandelnde Arzt kann darüber für den individuellen Patienten entscheiden.



Wechselwirkungen und Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen von L-DOPA sind Schwindel, Appetitverlust (Anorexie), Übelkeit und verringerter Blutdruck (Hypotonie). Darüber hinaus können verschiedene Verdauungsbeschwerden auftreten. Die jeweiligen Symptome lösen unter Umständen ihrerseits weitere Beschwerden aus, zum Beispiel kalte Hände und/oder Füße, die infolge der Hypotonie potenziell keine optimale Blutversorgung mehr erhalten. Einige Patienten, die L-DOPA einnehmen, verspüren darüber hinaus den Impuls, Dinge zu kaufen; im Nachhinein können sie das Bedürfnis zum Teil nicht erklären.

Des Weiteren können sexuelle Bedürfnisse stärker in den Vordergrund treten. Auch diese Nebenwirkung gilt jedoch als selten. Ein großes Problem bei der Therapie von Parkinson mit L-DOPA ist die nachlassende Wirksamkeit des Arzneimittels: Patienten, die den Wirkstoff über lange Zeiträume zu sich nehmen, zeigen typischerweise nur noch eine abgeschwächte Reaktion, bis sie schließlich kaum noch von den Medikamenten profitieren. Eine unerwünschte Nebenwirkung des Dopamins, das Ärzte unter anderem bei Herz-Kreislauf-Versagen einsetzen können, sind Herzrhythmusstörungen. Auch hier ist allerdings abzuwägen, in welchem Verhältnis Risiken und möglicher Nutzen zueinander stehen und ob die Dopamin-Gabe dennoch gerechtfertigt ist – insbesondere dann, wenn Alternativen fehlen.

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