Tränendrüsen

Letzte Aktualisierung am 18. August 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
Gesundpedia.deAnatomieTränendrüsen

Die Tränendrüse zählt zu den wichtigsten Drüsen, welche mehrere Aufgaben erfüllen muss. Denn während viele Menschen der Ansicht sind, dass die Tränendrüse nur für die Produktion der Tränenflüssigkeit (im Rahmen emotionaler Vorgänge) zuständig ist, sind es weitaus mehr Aufgaben, welche die Drüse erfüllen muss.

Inhaltsverzeichnis

Definition

Die Tränendrüse liegt am äußeren Lidrand, besteht - wie der Name schon sagt - aus einer Drüse sowie Kanälen. Im Bereich der Augenhöhle wird die Tränenflüssigkeit gebildet; die Abflüsse des Tränenkanals liegen hingegen im inneren Augenwinkel. Die Tränendrüse produziert ständig Flüssigkeit. Jene kommt etwa beim Weinen zum Vorschein, hält aber auch das Auge die gesamte Zeit feucht, sodass die Hornhaut nicht austrocknet.

Die Flüssigkeit wird durch den Lidschlag verteilt, der unbewusst und rund 10.000 Mal pro Tag erfolgt. Die Tränendrüsen machen sich im Regelfall dann bemerkbar, wenn sie ihrer Funktion nicht mehr richtig nachkommen. So können die Augen austrocknen bzw. verursacht das Blinzeln Schmerzen.

Die Tränendrüse hält das Auge ständig feucht, um es vor Austrocknung zu schützen.

Anatomie

Die Tränendrüse setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Der größte Teil der Tränendrüse liegt über dem Auge bzw. zwischen dem Auge und der Augenbraue. Der zweite Teil liegt an jener Region, an welcher sich das Augenlid und die Bindehaut treffen.

Die Abflüsse der Tränendrüse befinden sich im inneren Augenwinkel. Hier wird nicht nur die Tränenflüssigkeit aufgenommen, sondern gleichzeitig auch in die Nase weitergeleitet. Die Tränendrüse verfügt über mehrere Ausgänge, welche in weiterer Folge die Flüssigkeit in das Auge abgeben. Jene Ausgänge sind vorwiegend am unteren Augenlid lokalisiert.

Die Kanälchen selbst verlaufen oftmals getrennt voneinander, vereinen sich aber dann, wenn sie im Tränensack zueinanderfinden. Dort wird etwa die Flüssigkeit gesammelt, welche in weiterer Folge dazu dient, das Auge regelmäßig zu spülen. Danach scheidet der Mensch die Tränen über die Nase aus. Der Aufbau der Tränendrüse staffelt sich in der Drüse selbst, dem Tränensack, den Tränennasengang sowie den Tränenkanälchen.

Funktion

Die Tränendrüse ist für relativ viele Funktionen zuständig. Die Tränendrüse wird nicht nur dann reaktiviert, wenn der Mensch emotionale Momente erlebt, sondern ist für weitaus mehr Faktoren (als nur für das Weinen) zuständig. Erstmals sorgt die Drüse dafür, dass das Auge nicht austrocknet. Die permanente Produktion von Flüssigkeit sorgt dafür, dass das Auge ständig feucht bleibt. Der Lidschlag sorgt dafür, dass die Flüssigkeit regelmäßig verteilt wird.

Des Weiteren dient die Drüse auch als Art Schutz vor Fremdkörpern. Gelangt nämlich ein Fremdkörper in das Auge, produziert die Tränendrüse plötzlich weitaus mehr Flüssigkeit. Das hat etwa den Grund, dass sie etwaige Fremdpartikel rausspült bzw. so diverse Entzündungen verhindern kann. So schützt sie die Hornhaut vor etwaigen Infektionen bzw. kann - im Rahmen des Tränenfilms - Erreger abwehren und in weiterer Folge verhindern, dass diese in das Auge eindringen.

Doch die Tränendrüse ist nicht nur gegen äußere Einflüsse aktiv; so entsorgt sie abgestoßene Zellen der Hornhaut und unterstützt im weiteren Verlauf den Stoffwechsel bzw. die neue Zellenproduktion der Hornhaut.

Hier finden Sie Ihre Medikamente


Erkrankungen

Im Alltag wird die Tränendrüse - obwohl sie mehrere Funktionen übernimmt - kaum bemerkt. Dem Menschen fällt die Drüse dann auf, wenn sie erkrankt ist und nicht mehr ihre Funktionen ausüben kann. So tritt nicht nur ein Schmerz im Auge ein, sondern auch ein Fremdkörpergefühl, sofern eine unzureichende Flüssigkeitsproduktion gegeben ist. Die Grundlage für eine derartige Erscheinung ist eine hormonelle Schwankung; mitunter können auch Medikamente die Tränendrüse negativ beeinflussen.

Eine der schmerzhaftesten Erkrankungen der Tränendrüse: die Entzündung derselben. Auch wenn die Tränendrüse relativ selten unter einer Entzündung leidet bzw. der Prozess nur in Verbindung mit Viruserkrankungen auftritt, ist sie dennoch - auf Grund ihrer Schmerzen - gefürchtet. Die Entzündung der Tränendrüse kann mitunter auch ein Symptom von Pfeifferschen Drüsenfieber oder auch Mumps sein. Dabei schwillt das Lid an und das Auge ist stark gerötet.

Der Mediziner unterscheidet sodann zwischen einer chronischen und einer akuten Form. Mitunter kann die Tränendrüse auch von einem Tumor betroffen sein, wobei sich im Regelfall nur gutartige Geschwüre bilden. Nur in den seltensten Fällen entwickelt sich aus dem Geschwür Krebs. Dieser sollte jedoch - im Rahmen einer Operation - vollständig entfernt werden, sodass keine Beeinträchtigung der Tränendrüse vorliegen kann.

Quellen

  • Grehn F.: Augenheilkunde. Springer Verlag. 30. Auflage 2008
  • Lang, G.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014
  • Faller, A. et al.: Der Körper des Menschen. Thieme, Stuttgart 2012


Hat Ihnen der Artikel geholfen? Dann empfehlen Sie ihn weiter:

Das könnte Sie auch interessieren: