Rauchvergiftung

Letzte Aktualisierung am 21. September 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Eine Rauchvergiftung ist eine Vergiftung durch Rauch, die meist durch Brände entsteht, allerdings auch andere Ursachen haben kann. Eine medizinische Behandlung ist in jedem Fall notwendig, um den Verlauf positiv zu gestalten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Rauchvergiftung?

Unter einer Rauchvergiftung versteht man eine Vergiftung durch bestimmte Stoffe, die in Brandrauch zu finden sind. Die Vergiftung geschieht zumeist während des Schlafes, da die Atemgifte geruchlos sind und den Betroffenen daher nicht aufwecken. Rauchvergiftungen enden deshalb häufig tödlich, können durch eine frühzeitige Behandlung jedoch in den Griff bekommen werden. Betroffene können eine Rauchvergiftung an eindeutigen Symptomen wie Atemnot, Schwindelgefühlen und Kopfschmerzen erkennen. Auch Krampfanfälle und Herzrasen sind eindeutige Symptome.

Ursachen

Rauchvergiftungen werden durch Brände aller Art ausgelöst. Meist handelt es sich dabei um Gebäudebrände, deren Rauch durch Atemgifte wie Kohlenmonoxid schnell letal wirkt. Auch andere Faktoren spielen eine Rolle, ob und wie schnell es zu einer Rauchvergiftung kommt. So etwa die Position des Betroffenen im Gebäude, die Menge an Rauch, die eingeatmet wird und die verbrannten Stoffe.

Eine weitere Ursache für Rauchvergiftungen ist das Einatmen großer Mengen von Auspuffgasen. Gefährdet sind vor allem Tunnelarbeiter und Menschen, die in geschlossenen Räumen mit Auspuffgasen oder Rauch konfrontiert werden. Auch Menschen, die in Kontakt mit defekten Öfen oder Boilern kommen, erleiden häufig Rauchvergiftungen. Die eigentliche Rauchvergiftung tritt in der Regel durch das Atemgift Cyanid auf. Dieses entsteht bei der Verbrennung von unterschiedlichsten Gegenständen und führt im Körper dazu, dass die Körperzellen blockiert werden. Dadurch entsteht ein Sauerstoffmangel und in dessen Folge kommt zum inneren Ersticken.

Es gibt also eine Reihe von Ursachen, die für Rauchvergiftungen verantwortlich sind. Ebenso vielfältig sind die Symptome, die im Zuge der Vergiftung auftreten.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Rauchvergiftung:

Eine Rauchvergiftung geht mit zahlreichen Symptomen einher. Betroffene verspüren meist Atemnot und einen starken Hustenreiz. Darüber hinaus empfinden sie Schwindel, Benommenheit und mitunter auch starke Kopfschmerzen. Krampfanfälle, Schweißausbrüche und eine starke innere Unruhe sind ebenfalls häufige Symptome. Im Verlauf der Vergiftung kommt es zu Herzrasen und schließlich zur Bewusstlosigkeit.

Lungenödeme und anderweitige Erkrankungen treten im letzten Stadium der Vergiftung auf und enden fast immer tödlich. Der Verlauf einer Rauchvergiftung hängt davon ab, wie stark die Vergiftung ausgeprägt ist und welche Symptome auftreten. Auch der Zeitpunkt des Eingreifens beeinflusst den Verlauf. Wird schnell reagiert, ist der Verlauf generell positiv zu bewerten, während eine unbehandelte Rauchvergiftung nach kurzer Zeit zum Tod führt. Die Behandlung vor Ort ist deshalb meist notwendig, um den Betroffenen zu retten.

Diagnose

Eine Rauchvergiftung führt schnell zur Bewusstlosigkeit. Die Diagnose erfolgt deshalb anhand des äußeren Erscheinungsbildes des Patienten und ist meist provisorisch. Da mobile Ärzte die Cyanidkonzentration im Blut nicht nachweisen können, wird meist eine Verdachtsdiagnose gestellt und im Anschluss daran direkt die Behandlung eingeleitet. Meist ist die Diagnose aufgrund der Gegebenheiten eindeutig.

So können behandelnde Ärzte und Personen, die zu einem offenen Feuer kommen, davon ausgehen, dass bewusstlose Personen eine Rauchvergiftung erlitten haben. Anders sieht es aus, wenn die Rauchvergiftung durch Gase in Fabrikhallen oder in anderweitigen Situationen entstanden ist. Dann ist eine Diagnose nur von ausgebildeten Fachärzten möglich.

Behandlung und Therapie

Eine Rauchvergiftung bedarf einer sofortigen Behandlung. Da das Atemgift Cyanid vor Ort nicht nachgewiesen werden kann, werden allgemeine notfallmedizinische Maßnahmen eingeleitet. So wird die Sauerstoffzufuhr möglichst frei gehalten und das Herz-Kreislauf-System stabilisiert. Darüber hinaus wird der Patient mit Flüssigkeit versorgt. Krampfanfälle werden ebenfalls notfallmedizinisch behandelt.

Besteht der Verdacht, dass das Atemgift Cyanid an der Rauchvergiftung beteiligt ist, muss der behandelnde Arzt ein entsprechendes Gegengift verabreichen. Dies geschieht meist über eine Infusion und sorgt dafür, dass das Cyanid neutralisiert wird. Kreislauf- und Atemstillstand, der in Folge einer Rauchvergiftung auftritt, muss durch Wiederbelebungsmaßnahmen behandelt werden. Eine Herz-Lungen-Massage ist hier ebenso möglich wie eine Atemspende. Im Anschluss daran ist meist eine künstliche Beatmung notwendig.

Der Betroffene muss sich nach der notfallmedizinischen Behandlung am Ort des Geschehens im Krankenhaus auskurieren. Zusätzlich kann es notwendig sein, eine therapeutische Behandlung in Anspruch zu nehmen, um die Situation zu verarbeiten. Spätfolgen wie etwa geschädigtes Lungengewebe müssen meist durch spezielle Behandlungsmethoden behandelt werden.

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Vorbeugung

Rauchvergiftungen kann effektiv vorgebeugt werden, indem die Wohnung mit Brandmeldern ausgestattet wird. Diese alarmieren bei einem Brand die Feuerwehr und mitunter auch den Notarzt und machen so eine frühzeitige Behandlung der Rauchvergiftung möglich. Menschen, die beruflich oder privat in Kontakt mit giftigen Gasen, Rauch oder anderen Stoffen geraten, sollten stets auf einen ausreichenden Atemschutz achten. Neben einer Maske für das Gesicht muss auch ein Erste-Hilfe-Koffer zur Verfügung stehen.

Rauchmelder können Leben retten, weshalb eine Wohnung unbedingt mit diesen ausgestattet sein sollte.

Die weiteren Maßnahmen beschränken sich darauf, bei einem auftretenden Feuer mit Rauchentwicklung schnell zu reagieren und nicht in Panik zu geraten. Wird der Ort des Geschehens unmittelbar und ohne den Rauch einzuatmen, verlassen, ist das Risiko für eine Rauchvergiftung bedeutend geringer.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Probst, R.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2008
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013


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