Quitte

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 15. November 2021
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Cydonia oblonga, so der wissenschaftliche Name der Quitte, gehört zur Familie der Rosengewächse und ist eng mit Äpfel und Birnen verwandt. Ihren Namen verdankt sie der Stadt Kydonia, heute besser als Chania bekannt, die im Nordwesten der Insel Kreta liegt.

Inhaltsverzeichnis

Das sollten Sie über Quitten wissen

Ursprünglich war die Quitte in Asien, Nordpersien und dem Mittelmeerraum beheimatet. In Griechenland war sie ab 600 v. Chr. bekannt. Als Lieblingsfrucht der Götter wurden die Quitten als Altaropfer dargebracht. Nach Mitteleuropa kam die Pflanze erst im 9. Jahrhundert. Die Römer brachten den Strauch mit und pflanzten ihn zwischen die Weinberge. Dort fand die wärmeliebende Quitte ein angenehm mildes Klima vor, das sie für ihr Wachstum benötigt.

Wer einem Garten hat und der Quitte einen sonnigen Standort garantiert, kann die Pflanze mühelos selbst ziehen, denn sie ist winterhart. Allerdings benötigt sie Platz, denn der kleine Strauch kann bis zu einem acht Meter hohen Baum heranwachsen. Die Ähnlichkeit mit Apfel- und Birnbäumen wird spätestens dann erkennbar, wenn die weiß-rosa Blüten zwischen Mai und Juni erscheinen. Sie sind jedoch etwas größer als Apfel- und Birnenblüten. Aus diesen Blüten entwickeln sich die Früchte.

Es dauert bis zu vier Jahren, bevor die ersten Quitten in den Herbstmonaten geerntet werden können. Quitten sind sonnengelb und ähneln auch in ihrer Form sowohl Birnen als auch Äpfeln. Was man vom Geschmack nicht sagen kann. Zwar duften die Früchte angenehm, aber bedingt durch den hohen Gerbstoffgehalt ist das Fruchtfleisch bitter, säuerlich, hart und recht holzig. Daher werden die Quittensorten hierzulande nur gekocht verwendet. Viele ausländische Sorten schmecken auch roh, wie die Shirin-Quitte aus der Türkei.

Bedeutung für die Gesundheit

In der Naturheilkunde hatte die Quitte lange Zeit einen festen Platz. Besonders geschätzt wurde ihre entzündungshemmende, schleimlösende und harntreibende Wirkung. Aus Blättern und Samen wurde Tee gekocht, die Früchte wurden zu Mus und Saft verarbeitet.

Quittenstücke in Honig eingelegt halfen gegen Husten und galten als allgemeines Stärkungsmittel. Hippokrates riet bei Fieber und Verstopfung zu Quitten, ebenso zum Blutstillen einer Wunde.

Und Hildegard von Bingen empfahl die Früchte gegen Gicht, Rheuma und zum Abführen. Hauptsächlich wurde die Quitte gegen Erkältung, Bronchitis, Schlaflosigkeit, Nervosität, Dekubitus, Mundgeruch, Sodbrennen und bei Brandwunden eingesetzt.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Heute ist die Quitte als Heilpflanze ziemlich in Vergessenheit geraten. Obgleich sie zahlreiche gesundheitsfördernde Wirkstoffe enthält. So wartet sie mit doppelt so viel Pektin auf wie ein Apfel. Pektine sind bekannt dafür, den Cholesterinspiegel zu senken und durch eine starke Wasserbindung sättigend zu wirken.

Außerdem enthalten Quitten viel Vitamin C (200g decken 35% des täglichen Bedarfs) und Vitamin E. Außerdem Folsäure, Mangan, Natrium, Kalium, Zink, Eisen, Kupfer, Fluor, Tannine, Schleimstoffe und Gerbsäure.

Kalorien und Nährstoffe (pro 100g)
Kilokalorien/ Kilojoule 39 kcal/ 162 kj
Eiweiß 0,40 g
Kohlenhydrate 7,32 g
Fett 0,50 g
Wasser 84,65 g
Ballaststoffe 5,80 g
Vitamin E 400 µg

Unverträglichkeiten

Vor allem die reifen Quittensamen dienen hierzulande als Heildroge. Sie enthalten an Schleimstoffen vor allem Pentosane, Öl und Amygdalin. Bei letzterem handelt es sich um Pflanzengifte, die sogenannten cyanogenen Glycoside. Daher dürfen die Samen nicht zerkleinert werden, da aus dem Amygdalin giftige Blausäure freigesetzt wird.


Einkaufs- und Küchentipps

Wer keinen Quittenbaum sein eigen nennt, kann die Früchte auf dem Markt oder in gut sortieren Supermärkten kaufen. Quitten zählen zwar zu den spätesten Obstsorten, trotzdem sollte bei eigener Ernte darauf geachtet werden, sie nicht vollreif zu pflücken, da sonst zuviel Pektin verlorengeht. Wenn die Farbe der Frucht von Sonnengelb zu Zitronengelb wechselt ist der richtige Erntezeitpunkt gekommen.

Anschließend können die harten Quitten bis zu vier Wochen im Haus nachreifen. Kühl, trocken und luftig sollte der Lagerraum sein. Wer reife Quitten kauft, sollte auf die gelbe Farbe achten, einen aromatischen Duft und den zarten Flaum auf der Schale.

Die Früchte lassen sich in einem kühlen, dunklen Keller etwa zwei Monate aufbewahren. Wärmere Temperaturen lassen die Früchte schnell verderben und sollten daher rasch verarbeitet werden. Aufgrund ihres starken Aromas ist es nicht empfehlenswert, Quitten zusammen mit anderen Lebensmitteln zu lagern.

Zubereitungstipps

Wer mit Quitten kocht oder backt, wird feststellen, dass der Geschmack denen von Birnen und Äpfel sehr ähnlich ist. Die Säure und der bittere Grundton verschwinden bei der Zubereitung weitgehend.

Vor dem Verarbeiten sollte der Flaum auf der Quittenschale mit einer Bürste oder einem groben Tuch entfernt werden. Denn die darin enthaltenen Bitterstoffe schmecken unangenehm und beeinträchtigen das Fruchtfleisch. Danach kann das Obst geschält oder ungeschält weiter verarbeitet werden.

Besonders beliebt sind Quitten für Kompotte und Marmeladen, als süße Beilagen zu deftigen Gerichten, als Desserts oder als Kuchenbelag. Aus Quittensaft lassen sich auch Liköre und eine Variante des Apfelcidre herstellen.

Quellen

  • Hans Konrad Biesalski, Matthias Pirlich, Stephan C. Bischoff, Arved Weimann: Ernährungsmedizin. Thieme, 5. Auflage 2017.
  • Rubin, F.: Meine besten Hausmittel: Krankheiten vorbeugen und natürlich behandeln. ZS Verlag GmbH, München 2016
  • Vukovic, L.: 1001 natürliche Hausmittel: für Haus und Garten, Gesundheit und Körperpflege. Dorling Kindersley Deutschland GmbH, 2017.
  • Suerbaum, S., Burchard, G.-D., Kaufmann, S.H.E., Schulz, Th.F. (Hrsg.) : Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012

Dieser Artikel wurde unter Maßgabe der naturwissenschaftlichen Fachliteratur und fundierter empirischer Quellen verfasst.
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Letzte Aktualisierung am: 15. November 2021

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