Parasitenbefall beim Menschen

Letzte Aktualisierung am 27. August 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Der Parasitenbefall des Menschen ist aufgrund der vielen möglichen Parasiten ein vielseitiges Problem. Zudem sind auch Menschen jenseits der Entwicklungs- und Schwellenländer deutlich häufiger betroffen als gemeinhin angenommen wird.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Parasitenbefall?

Zecken sind weltweit verbreitete Parasiten.

Der Parasitenbefall beim Menschen bezeichnet das Vorhandensein sich parasitär ernährender Lebensformen am und im Menschen. Je nach Definitionsbereich, schließt dies auch Einzeller mit ein. Diese sind aber zumeist in ihrer Lebensweise nicht auf einen Wirt angewiesen. Die Lebewesen, die hingegen klassisch als Parasiten betrachtet werden, bedürfen eines Wirtes. Die Anzahl der möglichen Parasiten beim Menschen ist nicht gesichert und die Häufigkeit der einzelnen Lebensformen variiert stark von Region zu Region. Als gesichert gilt allerdings, dass jeder Mensch von Parasiten befallen ist (insofern Einzeller hinzugerechnet werden) und fast jeder zweite Mensch Darmparasiten hat.

Dadurch bedingt, dass der Parasitenbefall beim Menschen häufig völlig unbemerkt bleibt, dürfte ein Befall mit Parasiten eher die Regel darstellen. Die Parasiten leben dabei im oder auf dem Menschen und können - in Abhängigkeit vom Ort ihrer Ansiedlung - zu den verschiedensten Symptomen und Leiden führen. Besonders häufig sind hierbei Darmparasiten sowie solche Lebewesen, die den Menschen gelegentlich zum Blutsaugen aufsuchen. Aber auch die Leber, das Gehirn, die Atemwege, die Haut oder das Blut können befallen werden.

Bandwurm im menschlichen Darm.

Ursachen

Die Ursachen des Parasitenbefalls beim Menschen sind genauso vielfältig wie die Menge an in Frage kommenden Parasiten. Zwar spielt Hygiene tatsächlich eine übergeordnete Rolle (besonders viele Würmer und Bakterien leben in verunreinigten Gewässern), aber es kommen auch Vektoren, unglückliche Umstände und Nahrungsmittel, als Ursachen hinzu.

Als häufigste Ursachen lassen sich für einen Parasitenbefall beim Menschen allerdings kontaminiertes Trinkwasser und rohe Nahrungsmittel ausmachen. Besonders rohes Fleisch sowie rohes Obst und Gemüse sind häufige Orte, an denen sich Parasiten versteckt halten und dann in den Körper gelangen.

Aber auch Übertragungen von Mensch zu Mensch oder von Tier zu Mensch, kommen vor. Einige Parasiten (vor allem Blutsauger) dienen zudem als Vektoren für kleinere, meist einzellige Parasiten, die so in den menschlichen Körper gelangen. Der Parasitenbefall des Menschen kann zudem aufgrund eines schlechten Immunsystems bedingt sein. Der Mensch wird tagtäglich mit unendlichen vielen potenziellen Parasiten konfrontiert, deren Festsetzen im und am Körper nur durch das Immunsystem verhindert wird. Ist es nicht mehr gut funktional, können Parasiten sich leicht ansiedeln.

Es ist kaum möglich, nicht mit Parasiten in Kontakt zu kommen. Allerdings schützen ein gutes Immunsystem und eine ausreichende Hygiene in den meisten Fällen vor einem Befall.

Symptome und Verlauf

Die Symptome beim Parasitenbefall des Menschen sind sehr variabel und abhängig vom Ort des Befalls. Zudem sind die meisten Symptome unspezifisch. Die meisten Parasiten schädigen ihren Wirt zudem nicht so stark, dass es ihm auffallen würde.

Nur selten treten schlimme Symptome auf, wie etwa das Erblinden (bei einigen Arten von Fadenwürmern im Auge) oder Leberzysten (bei Leberegeln). Einige Parasiten lösen auch ganz bestimmte Krankheitsbilder aus. Die anderen Symptome umfassen zwischen Verdauungsleiden und nervösen Zuckungen nahezu alles. Auch Stoffwechselstörungen, Schlafprobleme, Speichelüberproduktion, Hautrötungen, unspezifisches Unwohlsein sowie Schweißausbrüche gehören dazu. Welche Symptome sich auf welche Parasiten zurückführen lassen, ist mitunter eine Frage der Diagnose. Häufig treten auch mehrere Parasiten in einem Wirt auf.

Typen und Formen

Im folgenden Abschnitt werden die bekanntesten und medizinisch relevantesten Parasiten des Menschen genannt:

Läusebefall beim Menschen.
  • Fadenwürmer

Gerade bei den Würmern und Einzellern ist die Artenvielfalt groß und unübersichtlich. Insgesamt sind Würmer (vor allem diejenigen, die als Parasitenbefall beim Menschen andere Organe als den Darm besiedeln) in tropischen und sanitär weniger gut versorgten Gegenden häufiger.

Weitere relevante Parasiten beim Menschen sind u.a.:

Trypanosomen; Trichomonas vaginalis; Egel (Leberegel); blutsaugende Schmetterlinge; Giardia intestinalis; Plasmodien; Balantidium coli; Stechfliegen, darunter die Tsetsefliege; diverse Plattwürmer; Bett- und Raubwanzen; Harnröhrenwelse; Gemeiner Vampir.

Diagnose

Die Diagnose bei einem Befall ist abhängig von der Art des Parasiten. So genügt in einigen Fällen (Krätze, Kopflausbefall etc.) bereits eine Blickdiagnose. Schwieriger wird es, wenn es um im Körper lebende Parasiten geht. Hier sind zumeist Bluttests und eine Stuhlprobe geeignete Verfahren, um Parasiten nachzuweisen und anschließend zu klassifizieren. Da es sich bei den meisten Parasiten um Mehrzeller handelt, kann eine Bestimmung mittels eines Mikroskops oftmals erfolgen. Sie sind mitunter auch mit bildgebenden Verfahren bereits sichtbar zu machen.

Das alleinige Vorhandensein von Symptomen ist aufgrund dessen, dass diese meist unspezifisch sind, keine Möglichkeit, um eine Diagnose zuverlässig zu stellen. Dies gelingt nur bei einigen wenigen Parasiten mit immer ähnlich oder gleich verlaufenden Krankheitsbildern.

Schwerwiegendere Veränderungen des Körpers, vor allem eine Zystenbildung oder nicht zu erklärende Entzündungsherde, können mittels einer Biopsie untersucht werden. Handelt es sich um einen Parasitenbefall beim Menschen, sind oftmals Spuren der Lebewesen nachzuweisen.

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Behandlung und Therapie

Die Behandlung beim Parasitenbefall des Menschen richtet sich nach der Art des Parasiten. Kopfläuse werden etwa ausgekämmt und mit Shampoos behandelt. Sonstige Hautschädlinge können durch Cremes, Salben und ähnliches behandelt werden. In einigen Fällen müssen Tabletten eingenommen werden, die die Parasiten abtöten oder deren Vermehrung behindern.

Die innere Behandlung von Parasiten gelingt meist durch Medikamente. Gerade Wurmbefall kann so recht einfach mit Anthelminthika behandelt werden. In einigen Fällen, zum Beispiel beim Fuchs- und Hundebandwurm, sind zudem noch Operationen notwendig, da dieser für die Bildung vieler Zysten im Gewebe sorgt.

Darmparasiten lassen sich zudem auch mit diversen naturheilkundlichen Mitteln behandeln, die vor allem auf Kräutern Ballaststoffen und Gerbstoffen beruhen. Ziel ist es, die Verdauung anzuregen und gleichzeitig den Parasiten durch pflanzliche Stoffe zuzusetzen.

Oftmals ist eine Behandlung eines Parasitenbefalls beim Menschen weder möglich noch nötig. Gegen Mückenstiche oder sonstige Lästlinge hilft lediglich Vorbeugung. Zudem bleiben die meisten Parasiten durch ihren Wirt weitestgehend unbemerkt.

Der Parasitenbefall bei Menschen erfordert entsprechend nur in seltenen Fällen ein schnelles Handeln, etwa dann, wenn das Gehirn betroffen ist (häufig durch wandernde Wurmlarven), die Augen betroffen sind, oder wenn es zu Perforationen der Organe durch Zysten kam.

Vorbeugung

Dem Parasitenbefall beim Menschen vorzubeugen, umfasst vor allem das gründliche Waschen und Garen der Lebensmittel. Getränke sollten, vor allem in nicht weit entwickelten Gegenden, ausschließlich aus geschlossenen Flaschen getrunken werden. Ansonsten bieten Tee und Kaffee die nötige Sicherheit, da keine Parasiten (oder deren Eier und Larven) Temperaturen von über 60 Grad überleben. Handtücher und andere Hygieneartikel sollten nicht mit anderen Menschen geteilt werden. Eine ausreichende Hygiene in der eigenen Umgebung schütz zudem vor diversen Milben und Wanzen.

Haustiere sollten regelmäßig entwurmt werden, die eigenen Hände vor dem Essen oder vor dem Zubereiten von Nahrung gewaschen werden. Dem Parasitenbefall des Menschen gänzlich vorzubeugen, ist allerdings nicht möglich. Es kann lediglich darauf geachtet werden, das Risiko für das Auftreten eines Parasitenbefalls beim Menschen zu reduzieren.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Siewert, J., Rothmund, M., Schumpelick, V.: Praxis der Viszeralchirurgie: Gastroenterologische Chirurgie. Springer, Berlin 2011


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