Narbenentzündung

Letzte Aktualisierung am 1. Februar 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Häufig führt die unzureichende Behandlung von Verletzungen zu einer Narbenentzündung. Die Bildung von Narbengewebe und die anschließende Entzündung können durch verschiedene Faktoren begünstigt werden, doch es gibt sowohl Mittel zur Vorbeugung, als auch zur effektiven Behandlung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Narbenentzündung?

Nach einer tieferen Verletzung der Haut bildet sich beim Vorgang der Wundheilung oftmals eine Narbe aus, also ein bläulich-weißer Rückstand von Hautgewebe. Auch oberflächliche Schürf- oder Schnittwunden können Narben hinterlassen, sofern sie nicht problemlos heilen. Wird das feine Narbengewebe danach noch weiteren Reizen ausgesetzt, so entsteht eine Entzündung. Eine Narbenentzündung ist nicht nur schmerzhaft, sondern kann durch die bakterielle Infektion der Haut auch gefährlich werden.

Ursachen

Eine Entzündung wird grundsätzlich durch das Eindringen von Bakterien und eine nachfolgende Infektion ausgelöst. Daher ist es wichtig, offene Wunden stets gründlich zu säubern und zu desinfizieren. Auch bei einer erneuten Verletzung der bereits angegriffenen Hautstelle kann es zu einer Entzündung kommen. Hier beugt oft ein Pflaster oder eine Kompresse vor, die bis zur vollständigen Heilung einer Wunde diese schützt. So wird die Gefahr, die Haut erneut an der gleichen Stelle einzureißen deutlich vermindert.

Sehr oft entsteht eine Narbenentzündung auch durch das Scheuern von Kleidung an diesem feinen, sich erst regenerierenden Gewebe. Das Tragen von zu enger, nicht passender Kleidung, oder von Stoffen mit verstärkten Nähten direkt im Bereich des Narbengewebes, stellt somit ein hohes Entzündungsrisiko dar. Dies ist häufig bei Kaiserschnittnarben zu beobachten, da das Scheuern des Hosenbundes die Verletzung immer wieder am Heilungsprozess hindert. Selbstverständlich ruft auch das Scheuern von Schuhen, Schmuck oder jeglichen anderen Gegenständen ebenso eine Entzündung hervor, Noch nicht verheilte Hautstellen sollten daher nie einer ständigen Reibung ausgesetzt werden, egal welcher Art.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Narbenentzündung:

Wenn die Narbe aufreißt, kann es zu einer Entzündung der Narbe kommen. Häufig ist dies an der Rötung zu erkennen.
  • Hitzeempfindlichkeit

Dass sich die Narbe letztendlich entzündet hat, lässt sich bereits sehr früh an einer Rötung der entzündeten Hautregion erkennen. Häufig geht in diesem frühen Stadium damit auch ein Hitzeempfinden an der betroffenen Hautstelle einher, sowie Juckreiz und ein brennender Schmerz. Dies sind deutliche Anzeichen dafür, dass Bakterien an die Narbe gelangt sind, und eine Infektion dieser hervorrufen.

Verschlimmert sich die Entzündung, so beginnt die Wunde anzuschwellen. Ist die Narbenentzündung schon weiter fortgeschritten, fängt das gerötete Hautreal an zu nässen und Eiter bildet sich. So versucht der Körper, die eingedrungenen Erreger aus der Wunde an die Hautoberfläche zu spülen. In diesem Stadium ist die Narbenentzündung vollends fortgeschritten und kann somit dauerhafte die Gesundheit schädigen, indem Erreger in die Blutlaufbahn gelangen.

Diagnose

Eine Narbenentzündung lässt sich leicht selbst diagnostizieren. Eine anhaltende Rötung der Narbe ist hierfür bereits ein sehr eindeutiges Zeichen. Tritt außerdem noch eins der anderen Symptome auf, wie Juckreiz, Brennen, oder eine leichte Schwellung, besteht an einer Entzündung kein Zweifel. Eine Diagnose vom Arzt ist für gewöhnlich nur bei bereits fortgeschrittenem Verlauf mit Nässe und Ausfluss nötig.

Behandlung und Therapie

Auch die Behandlung der Narbenentzündung kann im frühen Stadium selbst durchgeführt werden. Durch das regelmäßige Einmassieren von Narbensalbe wird das Gewebe gestärkt, und es kann sich keine Verhärtung der Haut bilden. Deshalb sollte jede frische Narbe damit behandelt werden, um die Regeneration der Hautzellen zu unterstützen, und das Risiko einer Entzündung einzudämmen.

Außerdem sollte eine Rasur an Narbengewebe stets sehr vorsichtig und mit großer Sorgfalt vorgenommen werden, um die Haut nicht zu sehr mit der Klinge zu reizen. Ist bereits eine Entzündung vorhanden, und hat sich bereits eine Rötung gebildet, beschleunigt Wund- und Heilsalbe Genesung der Haut, so dass die Narbenentzündung schneller abklingt. Die Wirkung der Salbe wird durch ein Pflaster oder eine Kompresse noch verstärkt, da während des Heilungsprozesses keine neuen Bakterien eindringen können.

Ist die Narbe bereits aufgescheuert, muss sie zunächst ordnungsgemäß und gründlich mit warmem Wasser gereinigt werden. Anschließend wird die Wunde desinfiziert. Hierfür eignen sich am besten iodhaltige Salben und Cremes. Bereits vorhandene Bakterien werden so aus der offenen Schürfwunde gespült, so dass sich die Narbenentzündung nicht weiter ausbreiten und verschlimmern kann.

Beginnt die Entzündung bereits zu eitern, oder verursacht Fieber, sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden. Ist die bakterielle Infektion bereits so ausgeprägt, ist meist das Einnehmen von Antibiotika unumgänglich um muss vom Mediziner als Therapie in Betracht gezogen werden. In jedem Fall ist bei austretendem Eiter und steigender Temperatur ärztlicher Rat unumgänglich.

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Vorbeugung

Wird eine Verletzung von Anfang an richtig versorgt, minimiert das das Risiko einer Narbenentzündung auf ein Minimum. Schürf- und Schnittwunden sollten zunächst gründlich mit warmem Wasser gereinigt werden, und anschließend sorgfältig desinfiziert. Ein Pflaster schützt in jedem Fall vor einer erneuten Reizung und beugt somit einer Entzündung vor. Ebenfalls entzündungshemmend wirkt das regelmäßige auftragen von Narbencremes. Zuletzt gilt es noch zu beachten, dass nichts an der Narbe scheuern sollte, und somit nur luftige Kleidung über einer frischen Narbe getragen wird.

Bücher über Narben

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006


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