Karottenallergie

Letzte Aktualisierung am 15. September 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Bei einer Karottenallergie leiden die erkrankten Personen an einer Form der Nahrungsmittelallergie, bei der sie allergische Reaktionen auf Karotten zeigen. Die Karottenallergie kommt vergleichsweise häufig in der Bevölkerung vor. Der Grund dafür liegt womöglich darin, dass die Karotte als Gemüse weit verbreitet ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Karottenallergie?

Nicht jeder Mensch verträgt die vitaminreichen Karotten. Eine Allergie macht sich durch Juckreiz im Mund- und Rachenbereich bemerkbar.

Im Rahmen einer Karottenallergie reagieren die betroffenen Personen allergisch auf Lebensmittel, die Karotte enthalten. Die Karotte wird oft auch mit den Synonymen Möhre oder Mohrrübe bezeichnet. Grundsätzlich handelt es sich bei der Karotte um eine sehr beliebte Gemüseart. Sie enthält eine Vielzahl an bedeutenden Vitaminen und Mineralstoffen, zum Beispiel Vitamin C, Eisen und Kalium. Zudem verfügt die Karotte über hohe Anteile des Farbstoffes Carotin, der für die intensive Orangefärbung des Gemüses sorgt. Dieser Farbstoff der Karotte wird teilweise in anderen Lebensmitteln eingesetzt, um die typische Farbgebung zu erreichen. Dadurch gelangen allergene Substanzen unter Umständen in Nahrungsmittel, die an sich keine Karotte enthalten. Daraus ergibt sich eine Gefahr für Menschen mit einer Karottenallergie.

Auch in der kosmetischen Industrie findet die Karotte Verwendung und löst hier bei manchen Personen allergische Reaktionen aus. So kommt sie zum Beispiel bei der Herstellung von Sonnencreme zum Einsatz. Zudem sind Bestandteile der Karotte in manchen Arzneimitteln zu finden. Die Symptome der Karottenallergie sind ähnlich denen, die bei vielen anderen Nahrungsmittelallergien entstehen. Grundsätzlich werden die allergenen Substanzen in den Karotten durch hohe Temperaturen in der Regel überwiegend zerstört. Dies ist zum Beispiel beim Braten oder Kochen der Karotten der Fall. Dabei ist darauf zu achten, dass auch das Innere der Karotte ausreichend erhitzt wurde.

Ursachen

Die Entstehung einer Karottenallergie läuft nach dem typischen Schema zahlreicher anderer Allergien ab. Zunächst wird das Immunsystem durch die allergenen Anteile in der Karotte gereizt, wobei es diese als Fremdkörper identifiziert.

Beim nächsten Kontakt mit den Allergenen erkennt das menschliche Abwehrsystem die entsprechenden Substanzen sofort wieder und bekämpft diese mit Antikörpern. Dadurch bilden sich bei den allergischen Patienten die typischen Beschwerden heraus. Diese Sensibilisierung auf die allergenen Bestandteile der Karotte verstärkt sich unter Umständen mit der Zeit.

Im überwiegenden Teil der Fälle reagieren de betroffenen Personen auf rohe Karotten allergisch. Außerdem stellt der Farbstoff ein potentes Allergen dar. Gekochte Karotten sind im Regelfall sicher zu verzehren. Allerdings ist es notwendig, dass die Karotten komplett durchgekocht und ausreichend erhitzt sind. Andernfalls ist eine Elimination der allergenen Substanzen nicht gewährleistet, sodass das Risiko allergischer Reaktionen besteht.

In der Regel bildet sich die Karottenallergie erst nach mehrmaligem Kontakt mit dem Gemüse oder Bestandteilen desselben. Jedoch besteht die Gefahr einer Kreuzallergie zu anderen Allergenen. Wenn Personen bereits auf einen bestimmten Stoff allergisch reagieren, zeigt sich unter Umständen eine Sofortreaktion beim Kontakt mit Karotten.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome einer Karottenallergie:

Die Karottenallergie macht sich durch eine Reihe von kennzeichnenden Symptomen bemerkbar. Zunächst leiden die betroffenen Personen beispielsweise an Juckreiz oder einem brennenden Gefühl im Mund- und Rachenraum. Derartige Beschwerden zeigen sich unter Umständen auch auf der Haut, wenn der Allergiker die Karotten berührt hat. Zu weiteren Beschwerden zählen zum Beispiel Nasenlaufen, Nesselsucht oder allergisches Asthma. Besonders anfällig sind Neurodermitiker, deren Zustand sich durch die Karottenallergie meist verschlechtert.

Diagnose

Vermuten Menschen eine Karottenallergie bei sich selbst, so ist die Konsultation des Allgemeinarztes ratsam. In einem ersten Gespräch analysiert der Arzt die Symptomatik und entscheidet über die weitere Behandlung des Patienten. In der Regel wird die betroffene Person an einen Allergologen überwiesen, der konkrete Allergietests vornimmt. Zur Diagnose der Karottenallergie eignet sich ein Pricktest besonders gut. Mitunter kommen auch ein Epikutantest sowie ein Radio-Allergo-Sorbent-Test zur Anwendung. Möglich ist zudem, die Karottenallergie mit Hilfe eines Provokationstests festzustellen.

Komplikationen

In der Regel können die Beschwerden und Komplikationen einer Karottenallergie relativ einfach vermieden werden, indem der Betroffene auf Karotten in seinem Alltag verzichtet. Dadurch kommt es meistens auch nicht zu besonderen Einschränkungen im Alltag des Patienten. Bei der Einnahme von Karotten leiden die Patienten oft an Schwellungen im Gesicht oder auch an einer Atemnot. Die Ausprägung der Beschwerden hängt allerdings auch sehr stark von der Ausprägung der Allergie ab. Auch Juckreize oder Rötungen auf der Haut können durch die Karottenallergie auftreten und sich dabei sehr negativ auf die Lebensqualität des Patienten auswirken. Weiterhin leiden viele Patienten auch an Bauchschmerzen oder an Durchfall und Erbrechen.

Die Karottenallergie kann in der Regel nicht kausal behandelt werden. In Notfällen können die Symptome mit Hilfe von Medikamenten gelindert werden. Allerdings muss der Betroffene in seinem Leben auf Karotten verzichten, um weitere Komplikationen und Beschwerden zu vermeiden. Die Karottenallergie wirkt sich nicht auf die Lebenserwartung des Patienten aus. Möglicherweise leidet der Betroffene neben der Karottenallergie allerdings auch an bestimmten anderen Allergien.

Behandlung und Therapie

Bestandteile der Karotte befinden sich in zahlreichen Lebensmittel, in denen sie zunächst nicht vermutet werden. Aus diesem Grund sind Allergiker im Alltag mit erheblichen Risiken konfrontiert, insbesondere beim Verzehr von Fertigprodukten und nicht selbst gekochten Speisen. Zahlreiche Menschen mit einer Karottenallergie leiden lange Zeit an ihren eher unspezifischen Beschwerden, bis sie einen Arzt aufsuchen.

Betroffene sollten beachten, dass sich allergene Bestandteile der Karotte wie der Farbstoff oder das ätherische Öl in manchen Produkten auch in geringen Mengen befinden. Deshalb ist es für Allergiker wichtig, stets aufmerksam die Zutatenlisten zu lesen.

Ursachen eines allergisches Schocks und Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Menschen, die berufsbedingt häufigen Kontakt mit Karotten haben, entwickeln tendenziell häufiger eine Karottenallergie. Prinzipiell ist im Fall einer Karottenallergie darauf zu achten, dass Karotten und Produkte mit Bestandteilen der Karotte strikt gemieden werden. Wenn dies nicht möglich ist oder versehentlich Karotten verzehrt wurden, verschaffen Antiallergika Linderung. Zur Abschwächung der Symptome auf der Haut kommen Salben mit einem Gehalt an Kortison zum Einsatz.

Eine Problem im Rahmen der Karottenallergie stellen Kreuzallergien dar. Bisher sind Kreuzallergien zu Sellerie und den Pollen der Birke bekannt. Auch im Zusammenhang mit Beifuß sind Kreuzallergien möglich. Darüber hinaus besteht bei der Karottenallergie die Gefahr, dass die betroffenen Patienten einen anaphylaktischen Schock erleiden.

Dabei handelt es sich um das schwerwiegendste Symptom einer Allergie, welches mit zahlreichen riskanten Beschwerden einhergeht. Wenn eine Person derartige Schockanzeichen feststellt, ist eine sofortige notärztliche Intervention (siehe Grafik) notwendig, um das Leben des Patienten zu retten. Andernfalls führt der anaphylaktische Schock sehr oft zum Tod.

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Vorbeugung

Die wichtigste Säule der Vorbeugung einer allergischen Reaktion ist die konsequente Vermeidung des allergieauslösenden Stoffes (Allergen). Im Fall einer Karottenallergie sollte jedweder Verzehr von rohen oder verarbeiteten Karotten (auch Spuren von Karotten) gänzlich vermieden werden.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Zenner, H.P.: Praktische Therapie von Hals-Nasen-Ohren-Krankheiten, Schattauer Verlag, 2008 3
  • Groß, U.: Kurzlehrbuch Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2013
  • Suttorp, N. et al.: Infektionskrankheiten: verstehen, erkennen, behandeln, Georg Thieme Verlag, 1. Auflage, 2003
  • Trautmann, A.: Allergologie in Klinik und Praxis. Thieme, Stuttgart 2013


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