Hausmittel gegen Gerstenkorn

Letzte Aktualisierung am 24. August 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Gerstenkörner sind schmerzhafte, entzündete, rote Knötchen um das Augenlid herum. Diese füllen sich im Laufe der Zeit mit Eiter, platzen auf und heilen in der Regel von alleine wieder ab. Hier sind einige Hausmittel gegen Gerstenkörner zu finden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Gerstenkorn?

Der Begriff "Gerstenkorn" wird nur umgangssprachlich genutzt, denn in den Fachkreisen wird das Gerstenkorn Hordeolum genannt. Bei einem Gerstenkorn handelt es sich um eine eitrige Entzündung der Drüsen am Augenlid.

Man kann zwischen zwei Arten von Gerstenkörnern unterscheiden: dem Inneren (Hordeolum internum) und dem Äußeren (Hordeolum externum). Das innere Gerstenkorn befindet sich in der Innenseite des Augenlids und ist daher anfangs oft nicht zu sehen. Erst später ist es durch die Schwellung und Rötung des gesamten Augenlids erkennbar. Das äußere Gerstenkorn betrifft jene Drüsen, die sich am Rand des Augenlids befinden.

Das Gerstenkorn sieht oft aus wie ein roter, rundlicher, geschwollener Fleck direkt am Augenlid. Durch die geschwollene und entzündete Drüse sieht es so aus, als ob sich ein Fremdkörper im Augenlid befinden würde. Beide Arten des Gerstenkorns jucken meist stark und können sehr schmerzhaft sein. Oft könnte man das Hordeolum auch mit einem Pickel am Auge verwechseln, da es zu einer eitrigen Entzündung kommen kann. Obwohl ein Gerstenkorn sehr unangenehm und schmerzhaft für die Betroffenen sein kann, bleibt die Infektion dennoch meist harmlos.

Wer ist betroffen?

Prinzipiell kann jede Person ein Gerstenkorn bekommen. Es gibt keine geschlechts- oder altersspezifische Risikogruppen. Trotzdem gibt es einige Risikofaktoren, sowie Personengruppen, die häufiger betroffen sind als andere. Insbesondere sind Personen mit einem schwachen Immunsystem betroffen.

Durch ein geschwächtes Immunsystem können sich die Erreger leichter vermehren und somit ein Gerstenkorn hervorrrufen. Außerdem leiden häufig Personen daran, die auch an Diabetes mellitus (umgangssprachlich als Zuckerkrankheit bezeichnet) erkrankt sind. Auch Personen mit Akne haben oft Probleme mit dem Gerstenkorn.

Ursachen

Die Ursache für ein Gerstenkorn ist meistens eine bakterielle Infektion. Dabei sind Staphylokokken die häufigsten Erreger, selten handelt es sich bei den Erregern auch um Streptokokken. Eine Infektion mit diesen Bakterien kann dann zu einer Entzündung bestimmter Drüsen des Augenlids (Gerstenkorn) führen. Des Weiteren kann mangelnde Hygiene oder falsche Pflege der Augenpartie ein Risikofaktor für ein Gerstenkorn sein. Beispielsweise wird das Risiko für eine Infektion dann erhöht, wenn man sich mit ungewaschenen Händen an die Augen greift oder sich die Augen reibt.

Was hilft gegen Gerstenkorn?

  • Das Wichtigste bei einem Gerstenkorn ist es nicht mit einem Pickel zu verwechseln. Es darf auf keinen Fall versucht werden den Eiter herauszubekommen, da sich das Gerstenkorn dadurch noch stärker entzündet.
  • Da sich ein Gerstenkorn im Auge wie ein Fremdkörper anfühlt, möchte man am liebsten am Auge reiben. Doch dadurch verbreiten sich die Bakterien, welche den Follikel entzündet haben nur im gesamten Auge. Am besten ist es, wenn man darauf achtet, dass das Gerstenkorn reifen kann und das ganze Auge sauber hält.
  • Wer an einem Gerstenkorn leidet, kann mehrmals täglich eine feuchte, warme Kompresse für etwa 10 Minuten auf das betroffene Auge legen. Wenn einem die Kompresse nicht mehr warm vorkommt, ist es gut sie mit noch wärmeren Wasser zu befeuchten und wieder aufzulegen. Denn durch die Wärme reift das Gerstenkorn schneller und bricht früher auf. Es sollten am besten Einmalkompressen verwendet werden, damit eine Neuinfizierung ausgeschlossen werden kann.
  • Wenn man selber anfällig für Gerstenkörner ist, sollte man darauf achten, dass man zu Menschen, die gerade eines haben, keinen Körperkontakt hat. Nichteinmal die gleichen Handtücher und Kopfkissen sollten benutzt werden.

Schnelle Hilfe bei Gerstenkorn

Antiseptische Augensalben können zur Behandlung eines Gerstenkorns eingesetzt werden
  • Da Kompressen schnell wieder auskühlen ist es hilfreich, ein Wärmepad zu verwenden. Wer keins besitzt kann auch ein Ei hart kochen und es in ein Tuch wickeln, um es dann als Wärmepadersatz zu benutzen. Ein Ei bleibt nämlich viel länger warm als eine Kompresse.
  • Oftmals ist das Immunsystem geschwächt, wenn ein Gerstenkorn auftritt. Daher ist es wichtig, wenn man sein Immunsystem unterstützt. Dies ist am schnellsten getan, indem man drei- bis viermal am Tag 150 mg Echinacea zu sich nimmt.
  • Wer häufig unter Gerstenkörnern leidet, hat oftmals einen Vitamin-A-Mangel. Deshalb sollte auf eine ausreichende Zufuhr dieses Vitamins geachtet werden. In Leber, Eigelb, Butter, Karotten, Kürbis und Spinat befindet sich sehr viel Vitamin A.

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Alternative Hausmittel

  • Um einer warmen Kompresse noch zusätzlich eine keimtötende Wirkung zu verschaffen, kann man die Kompresse in einem Tee aus Calendulablüten einweichen. Um solch einen Tee herzustellen benötigt man 2 TL getrocknete Blüten, welche mit etwa 2 großen Tassen heißen Wassers übergossen werden. Der Tee sollte 20 Minuten lang ziehen. Als letztes werden die Blüten entfernt.
  • Ein weiteres alternatives Hausmittel gegen Gerstenkörner ist jeden Tag eine frische Zehe Knoblauch zu essen. Im rohen Zustand hat eine Knoblauchzehe jede Menge antibakterielle Eigenschaften und hilft das Gerstenkorn loszuwerden.
  • Jemand, der häufig unter Gerstenkörnern leidet, sollte unbedingt auf Vorbeugung achten. Dass heißt, die Augenlider sollten jeden Tag sorgfältig und vorsichtig gewaschen werden. Außerdem kann man schon vorsorgend alle paar Tage eine warme Kompresse auf das Auge legen, um ein Verstopfen der Talgdrüsen zu vermeiden. Leinöl beugt dem Verstopfen von Follikeln vor und es sollten täglich 2 EL Leinöl zu sich genommen werden. Dies kann in Salaten sein oder auf dem Brot. Nur sollte Leinöl nie erhitzt werden, da dann die wertvollen Inhaltsstoffe zerstört werden.

Weitere Informationen sind unter Gerstenkorn zu finden. Normalerweise sind Gerstenkörner völlig harmlos und heilen von alleine ab. Doch wenn das Gerstenkorn anfängt zu bluten, nach zwei Tagen nicht anfängt abzuheilen oder sehr groß wird, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Quellen

  • Hans Konrad Biesalski, Matthias Pirlich, Stephan C. Bischoff, Arved Weimann: Ernährungsmedizin. Thieme, 5. Auflage 2017.
  • Rubin, F.: Meine besten Hausmittel: Krankheiten vorbeugen und natürlich behandeln. ZS Verlag GmbH, München 2016
  • Vukovic, L.: 1001 natürliche Hausmittel: für Haus und Garten, Gesundheit und Körperpflege. Dorling Kindersley Deutschland GmbH, 2017.
  • Hademar (u.a.) Bankhofer: Das große Buch der Hausmittel. München, 2003.


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