Cannabisöl - Wenn Drogen zu Heilmitteln werden

Letzte Aktualisierung am 17. Januar 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Es gibt eine Menge Wirkstoffe, die unter "Drogen" subsummiert werden. Ein großer Teil davon unterliegt weltweiten Betäubungsmittelgesetzen, manche, etwa Alkohol, sind auch weitestgehend unbeschränkt frei verkäuflich. Allen gemeinsam ist jedoch, dass sie landläufig in den wenigsten Fällen als Heilmittel wahrgenommen werden. Dass oft genug auch das Gegenteil der Fall ist und die vermeintlich schlechte Droge durchaus ein gutes Heilmittel ist, zeigt der folgende Artikel anhand vier der bekanntesten Drogen.

Inhaltsverzeichnis

Alkohol

Alkohol wird von vielen verdammt. Denn es ist wahr, Bier, Schnaps und Co. haben sehr viele Nachteile, von denen echter Alkoholismus nur den Endpunkt darstellt. Allerdings gilt gerade beim Alkohol wie bei fast keiner anderen breitgesellschaftlichen Droge "Die Dosis macht das Gift".

Zwar ist der aktuelle wissenschaftliche Status quo, dass frühere Studien, die sich insbesondere mit der positiven Wirkung geringer Weinmengen befassten, nicht aussagekräftig genug waren, aber allein ein Blick auf die tatsächlich bekannten Eigenschaften zeigt bereits, dass Alkohol durchaus vorteilhaft wirken kann:

  • Geringe Mengen beleben, was vor allem Patienten zugutekommt, die unter Spannungs- und Angstzuständen leiden. Dies wirkt bis zu einem Pegel von ca. 0,3 Promille, danach überwiegen die gleichsam enthemmende Wirkung und der Verlust der Kontrollfähigkeit.
  • Er verdünnt das Blut, kann dadurch Bluthochdruck, allerdings nur für den Wirkzeitraum, absenken, langfristig hingegen steigert er den Blutdruck.
  • Alkohol erhöht den Vitamin-C-Bedarf, wodurch die gleichzeitige Einnahme entsprechender Präparate zu einer insgesamt besseren Verwertung dieser führen kann.
  • Der in Bier steckende Hopfen hat eine beruhigende und Schlaf-anregende Wirkung.

Allerdings sei bei all diesen Vorteilen unterstrichen, dass sie nur bei geringsten Mengen zum Tragen kommen, die sich im Bereich von 2- bis 300 Milliliter pro Tag und Person bewegen.

Cannabis

Die "high" machende Wirkung von Cannabis resultiert nur aus dem Inhaltsstoff THC. Ohne diesen verbleibt nur die positive Wirkung. © stokkete - Fotolia.com

Auch wenn es nach wie vor das Klischee vom "trägen Kiffer" gibt, so lässt der derzeitige Stand der Wissenschaft doch nicht mehr zu, dass der Glaube vom "bösen Cannabis" gehalten werden kann. Immer mehr Staaten, darunter erst jüngst Kalifornien, legalisieren zumindest den medizinischen Gebrauch von Cannabis und auch hierzulande bröckelt der (politische) Widerstand immer weiter.

Der Hintergrund: Cannabisprodukte haben einen sehr breit gesteckten medizinischen Einsatzbereich, dem entgegen nur ein äußerst geringes Maß an unerwünschten Nebenwirkungen steht, wie etwa Schläfrigkeit oder Mundtrockenheit.

  • Cannabis vermindert die Anzahl von Stressrezeptoren im Gehirn. Dadurch beruhigt es und kann gegen Stress und Angstzustände verwendet werden.
  • Die Cannabinoide hemmen die Schmerzübermittlung im Körper, wodurch sie vor allem chronischen Schmerzpatienten oft große Linderung verschaffen können.
  • Erste Forschungen berichten zudem, dass die Inhaltsstoffe durch ihre gefäßerweiternden Eigenschaften gegen Kreislauferkrankungen eingesetzt werden können.

Bleibt die zweifellos "high" machende Wirkung. Allerdings sind dafür nicht alle Cannabinoide verantwortlich, sondern nur Tetrahydrocannabinol, besser bekannt als THC. Auch weil es dieser Wirkstoff ist, der Cannabis in vielen Ländern auf die Verbotsliste brachte, laufen aktuell viele Forschungen, um Cannabis ohne THC zu erzeugen.

LSD

Eigentlich sollte es nicht verwunderlich sein, dass ein Stoff, der von Albert Hoffmann für das Pharmaunternehmen Sandoz entwickelt wurde, sich auch als Medikament eignet. Das Problem dabei ist, dass LSD, oder Lysergsäurediethylamid, eine extrem starke Wirkweise an den Tag legt. Sie macht es zwar in der Anwendung schwierig, doch unter kontrollierten Bedingungen können vor allem im psychiatrischen Bereich große Erfolge erzielt werden.

Kritisch war für viele Jahrzehnte, dass auch die Forschung an und mit LSD untersagt war. Hintergrund war der hohe Missbrauch dieser psychedelisch wirkenden Droge in den 1960ern. Erst 2007 durfte Therapeut Peter Gasser einen legalen Behandlungsversuch starten. Bei diesem und nachfolgenden Experimenten kam heraus, dass LSD:

  • selbst starke Angstzustände für bis zu ein Jahr nach der Einnahme reduzierte.
  • das menschliche Unterbewusstsein öffnet und es somit die Psychotherapie erheblich erleichtern kann
  • es einigen behandelten Patienten erstmals seit langer Zeit ermöglichte, echte Emotionen – positiv wie negativ – zu fühlen und auszudrücken.

Allerdings sei hier unterstrichen, dass LSD eine buchstäbliche "Sprengladung" ist. Der behandelbare Patientenkreis ist eingeschränkt, Therapeuten wird empfohlen, den Wirkstoff ebenfalls zu kennen und während der gesamten Wirkdauer ist eine lückenlose Überwachung vonnöten, die trotzdem nicht ausschließen kann, dass es Tage oder Wochen nach Ende der Wirkung trotzdem noch zu sogenannten "Flashbacks" kommen kann.

Ecstasy

Kaum eine Droge ist so wenig als Heilmittel bekannt, wie 3,4-Methylendioxy-N-methylamphetamin (MDMA), geläufiger unter dem Namen Ecstasy. Ähnlich wie beim LSD verhinderte auch hier der Missbrauch des bereits 1914 patentierten Wirkstoffs, dass sich eine moderne wissenschaftliche Forschung annähern konnte. Das Problem bestand vor allem darin, dass der Stoff bis in die 1980er praktisch nirgendwo als Droge wahrgenommen wurde und dementsprechend auch nicht gesetzlich erfasst war.

Es ist vor allem die Wirkweise von Ecstasy, die gleichzeitig Wohl und Wehe ist. MDMA sorgt für eine großmaßstäbliche Ausschüttung von Serotonin, Dopamin und Noradrenalin. Das wirkt, salopp gesagt, als Glücklichmacher bis hin zu euphorischen Zuständen. Genau das war es auch, was die US-amerikanische Drogenbehörde DEA auf den Plan rief, als das Mittel in den 80ern immer öfter bei Razzien gefunden wurde. Mit dem Verbot wurde zwar die medizinische Forschung beendet, nicht aber der Missbrauch – das Klischee vom "Rave auf Ecstasy" stammt aus den nachfolgenden 1990ern.

Anfang der 2000er wurden begrenzte Forschungen wieder erlaubt. Diese konzentrierten sich vor allem auf Patienten, die aufgrund von Schock- und Angstzuständen Probleme haben, positive Emotionen zu empfinden. Namentlich vor allem Soldaten, die unter posttraumatischer Belastungsstörung (PTBS/PTSD) leiden.

Tatsächlich waren die ersten Studien so erfolgreich, dass das Projekt aktuell in den USA in die dritte Testphase geht, wobei Forscher bereits von einem gewaltigen Durchbruch in der PTSD-Behandlung sprechen.

Fazit

Auch wenn es nach der Klassifikation der WHO mehrere tausend Drogenarten gibt, so existiert doch keine, die ausschließlich negative Auswirkungen hat. Selbst die prominentesten davon haben positive medizinische Wirkungen – allerdings gehört dazu auch, dass sie ausschließlich in einem kontrollierten medizinischen Umfeld konsumiert werden. Nur das garantiert, dass die Nebenwirkungen in den Hintergrund treten. Eben ganz so, wie bei allen anderen Medikamenten.


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