Zahnfleisch geschwollen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 3. Januar 2017
Gesundpedia.deSymptome Zahnfleisch geschwollen

Wenn das Zahnfleisch geschwollen ist, so liegt im betroffenen Bereich in der Regel ein Entzündungsprozess vor. Die Ursachen für geschwollenes Zahnfleisch sind vielseitig und erstrecken sich über harmlose Faktoren bis hin zu ernstzunehmenden Auslösern. Steckt eine ausgeprägte Entzündung hinter der Schwellung des Zahnfleisches, ist dringend ärztlicher Rat notwendig. Dies gilt auch für solche Zahnfleischschwellungen, die nicht nach wenigen Tagen von selbst wieder abklingen. Essenziell zur Vorbeugung von geschwollenem Zahnfleisch ist eine akribische Mundhygiene.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Zahnfleisch geschwollen?

Schwellungen am Zahnfleisch äußern sich durch Rötungen in den entsprechenden Bereichen. Derartige Veränderungen in der Farbe des Zahnfleisches geben erste Hinweise auf eine parodontale Krankheit.

Im Zusammenhang mit Schwellungen des Zahnfleisches sind auch Blutungen und gravierende Entzündungen möglich. Zu Beginn der Erkrankung liegt in der Regel eine Entzündung des Zahnfleisches vor (medizinische Bezeichnung Gingivitis). In diesem Stadium verursachen die entzündlichen Vorgänge in der Regel noch keine Schmerzen. Hält die Entzündung jedoch über längere Zeit an oder ist besonders stark ausgeprägt, so weitet sie sich zu einer ernsthaften Parodontose aus. Dabei erreicht die Entzündung sogar den Knochen des Kiefers und führt zu diversen Komplikationen im Zusammenhang mit der Zahngesundheit.

Ursachen

Die Ursachen für die Entstehung von Schwellungen am Zahnfleisch sind unterschiedlich und variieren im Einzelfall. In manchen Fällen ist eine Kombination verschiedener Faktoren für das geschwollene Zahnfleisch verantwortlich. Grundsätzlich sind Zahnfleischschwellungen ein Zeichen für entzündliche Prozesse. Durch die Einlagerung von Flüssigkeit in das Zahnfleischgewebe bildet sich die sichtbare Schwellung des erkrankten Bereichs. Die Entzündung ergibt sich zum Beispiel durch eine allergische Reaktion oder infolge einer Abwehrreaktion auf Krankheitserreger nach einer Infektion des Zahnfleisches.

Die potenziellen Ursachen für geschwollenes Zahnfleisch sind vielfältig. Möglich sind beispielsweise Blutungen oder Ödeme. Auch traumatische Verletzungen der Zähne, etwa im Rahmen eines Unfalls, führen in zahlreichen Fällen zu Schwellungen des Zahnfleisches. Häufig sind Verletzungen an dem sensiblen Gewebe die Ursache für geschwollenes Zahnfleisch. Zudem gehen Fisteln, Granulome oder Zysten im Bereich des Zahnfleisches teilweise mit Schwellungen einher.

Die Entzündungen des Zahnfleisches kommen durch eine Reihe von Ursachen zustande. Möglich ist beispielsweise eine mangelhafte oder zu intensive Mundhygiene, die das Zahnfleisch reizt. Bei unzureichender Hygiene schädigen sogenannte Plaque-Bakterien die Zellen am Saum des Zahnfleisches. Dadurch lockert sich das Gewebe in manchen Fällen. Die Erreger gelangen ins Innere des Zahnfleisches und bewirken Entzündungsprozesse, sodass die betroffenen Personen in der Folge unter Schmerzen leiden.

Die jeweiligen Bereiche fallen durch eine rötliche Färbung sowie Schwellungen auf. Zudem erhöht sich das Risiko von Blutungen des Zahnfleisches, die sich vor allem beim Putzen der Zähne sowie bei der Nahrungsaufnahme ergeben. Durch die Entzündung des Zahnfleisches sind Zahnwurzeln und Kieferknochen nicht mehr ausreichend vor Krankheitserregern geschützt. In manchen Fällen entstehen Schwellungen am Zahnfleisch im Anschluss an Behandlungen beim Zahnarzt. Denn das Zahnfleisch wird unter Umständen durch die therapeutischen Maßnahmen irritiert oder verletzt. Das Risiko dafür ist vor allem bei Wurzelbehandlungen oder der Entfernung von Zähnen besonders hoch. Beispielsweise ergeben sich bei der Ziehung von Weisheitszähnen häufig Schwellungen am Zahnfleisch. Das Gewebe entzündet sich und nimmt eine rötliche Färbung an. Im überwiegenden Teil der Fälle klingen die Symptome nach einigen Tagen von selbst wieder ab. Geschieht dies nicht, ist erneut der Zahnarzt aufzusuchen.

Geschwollenes Zahnfleisch bildet sich oftmals auch bei Babys und kleinen Kindern. Insbesondere beim Zahnen erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für Schwellungen des Zahnfleisches. Zudem zeigen schwangere Frauen eine Neigung zu geschwollenem Zahnfleisch. Bedingt durch Veränderungen im Hormonhaushalt durch die Schwangerschaft kommt es zu einer intensiveren Durchblutung der Schleimhaut des Mundes. In der Folge davon tritt im Inneren des Gewebes eine Lockerung auf, sodass Krankheitserreger leichter in das Zahnfleisch gelangen und zu entzündlichen Prozessen führen.

Entstehung einer Zahnfleischentzündung.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Schwellungen des Zahnfleisches verlaufen je nach Einzelfall unterschiedlich. Die Prognose hängt von den zu Grunde liegenden Ursachen sowie Zeitpunkt und Art der therapeutischen Intervention ab. Bilden sich die Schwellungen nicht nach einiger Zeit zurück, entwickelt sich infolge der entzündlichen Prozesse im Zahnfleisch schnell eine Parodontose. Dabei handelt es sich um eine ernsthafte Erkrankung, die mit einem Abbau des Kieferknochens einhergeht. In zahlreichen Fällen sind bakterielle Erreger für die Entstehung einer Parodontose verantwortlich.

Die entsprechende Entzündung äußert sich bei der klinischen Untersuchung in rötlichem, geschwollenem Zahnfleisch. Außerdem ist die Neigung zu Zahnfleischblutungen erhöht und das Gewebe baut sich ab. Weitere typische Symptome sind starker Mundgeruch sowie ein spezielles Sekret, dass aus den Taschen des Zahnfleisches austritt. Eine Parodontose führt im schlimmsten Fall zu gelockerten Zahnabschnitten und damit schließlich zu einem Verlust von Zähnen durch die Zerstörung des Halteapparates im Kieferknochen.

Behandlung und Therapie

Geschwollenes Zahnfleisch wird in der Regel vom Zahnarzt behandelt. Im ersten Schritt trägt der Arzt Zahnstein sowie -belag ab, um die Zahnoberflächen zu reinigen und die Mundhygiene zu verbessern. Anschließend setzt er medizinische Mundspülungen ein, zum Beispiel mit einem Anteil an Chlorhexamed. Derartige Spülungen wirken sich hemmend auf die bakteriellen Erreger aus. Die Patienten wenden die entsprechenden Mundspülungen in den meisten Fällen noch einige Tage nach der zahnärztlichen Behandlung an, bis sich die Schwellungen endgültig zurückgebildet haben und die Bakterien beseitigt sind.



Vorbeugung

Schwellungen am Zahnfleisch lässt sich am zuverlässigsten mit einer peniblen Mundhygiene vorbeugen. Eine wichtige Rolle spielt die Verwendung von milden Pflegeprodukten. Zahnpasta und Spülungen unterstützen die Mundhygiene, reizen die Mundflora jedoch nicht durch aggressive Inhaltsstoffe. Auch bei der Wahl der Zahnbürste ist Vorsicht geboten. Die ideale Zahnbürste ist nicht zu hart und wird mit sanften Bewegungen und gleichmäßigem Druck angewendet. Spezielle elektrische Zahnbürsten beugen durch eine schonende Reinigung der Zähne der Entstehung von geschwollenem Zahnfleisch wirksam vor.

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