Zahngranulome

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. November 2015
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Nach Zahn- oder Zahnfleischentzündungen können sich an der Wurzelspitze oder auch im Bereich der Zahnfleischtaschen Zahngranulome bilden. Diese Herde haben die ungefähre Größe einer Linse und sind mit dem bloßen Auge in der Regel nicht zu erkennen. Der Arzt kann ein Zahngranulom durch eine Röntgenaufnahme feststellen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Zahngranulome?

Zahngranulome entstehen meist durch eine Entzündung der Zähne, des Zahnfleisches oder durch eine chronische Reizung. Es gibt unterschiedliche Arten von Zahngranulomen, die an der Wurzelspitze oder im Bereich des Zahnfleisches auftreten können. Dabei handelt es sich um kleine knötchenartige Gewebe, die manchmal im Kiefer fühlbar sind, insbesondere im Bereich des Zahnfleisches. Diese Gebilde sind aus verschiedenen Zellen granuliert, meist aus Lymphozyten, Blutgefäßen sowie Bindegewebszellen. Zahngranulome sind oftmals mit Schmerzen verbunden und können auch bluten.

Ursachen

Es gibt verschiedene Ursachen für Zahngranulome: Sie können eine Reaktion auf andauernde Entzündungen sein, aber auch durch Infektionen oder Allergien entstehen. Zudem gibt es pilzförmige Zahngranulome, die als Epulis bezeichnet werden. Diese Granulome werden meist durch Entzündungen ausgelöst, auf welche das umliegende Zahngewebe reagiert. Solche Entzündungen können sich in Zahnfleischtaschen bilden und sich ausweiten.

Weitere Ursachen sind länger andauernde Reizungen, beispielsweise durch Füllungsränder, Kronen, drückende Prothesen etc. Das Wurzelspitzengranulom wird in den meisten Fällen durch eine fortschreitende Karies ausgelöst, die im Inneren des Zahns zur Entzündung führt und sich anschließend auf die Wurzel und den Kieferknochen ausbreitet. Durch diese Entzündung werden Zahngranulome gebildet. Diese verkapseln sich auf der Wurzelspitze und bilden dort einen Herd.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome von Zahngranulomen:

Zahngranulome rufen für Entzündungen im Zahnbereich typische Symptome hervor. Dazu gehören insbesondere rosa bis blau-rötliche Vorwölbungen sowie Schmerzen, die unterschiedlich stark ausfallen können. Meist handelt es sich hierbei um pochende Zahnschmerzen. Es gibt auch Zahngranulome, die eine lange Zeit schmerzfrei und somit unentdeckt bleiben. Bei der speziellen Form Epulis, dem pilzartigen Granulom, entstehen am Zahnfleisch kleinere Knötchen, die leicht bluten.

Diagnose

Zahngranulome machen sich meist durch anhaltende Zahnschmerzen bemerkbar, die den Betroffenen veranlassen, einen Zahnarzt aufzusuchen. Dieser lässt sich zunächst einmal die Beschwerden schildern, bevor er im Anschluss die Mundhöhle genauer untersucht. Die pilzartigen Zahngranulome (Epulis) können leicht diagnostiziert werden, da sich diese im Bereich des Zahnfleisches zeigen, oftmals bluten und bereits mit einem bloßen Auge leicht erkennbar sind.

Wurzelspitzen- und Fremdkörpergranulome sind allerdings nicht direkt zu erkennen. Bei diesen Zahngranulomen ist es für die Diagnose erforderlich, dass der Zahnarzt ein Röntgenbild des Kiefers anfertigt.

Behandlung und Therapie

Führen Zahngranulome zu Beschwerden, werden sie in der Regel auf operativem Wege entfernt. Hierbei handelt es sich allerdings nur um einen kleinen Eingriff, der unter einer örtlichen Betäubung erfolgt. Nachdem die Wucherung beseitigt wurde, wird das entnommene Gewebe histologisch untersucht. Dies dient dem Ziel, dass geprüft wird, dass sich keine bösartige Erkrankung verbirgt. Bei einem Wurzelspitzengranulom wird eine Wurzelspitzenresektion vorgenommen. Auf diesem Wege wird das infizierte Gewebe abgetragen.

Wenn diese Methode ohne Erfolg bleibt, muss der Zahn gezogen werden. Leidet der Betroffene unter einem peripheren Riesenzellgranulom, muss der benachbarte Knochen ebenso mittels Bohrer behandelt werden. Dadurch soll eine erneute Wucherung verhindert werden, denn die Rückfallquote ist bei diesen Granulomen sehr hoch. Je nach Größe der Wunde entscheidet der Zahnarzt, ob sie offen bleibt, mit einem Verband versorgt oder vernäht wird.

Grundsätzlich ist es wichtig, dass im Rahmen der Therapie auch die Ursachen, die das Granulom ausgelöst haben, beispielsweise die Entzündungen oder Reizungen, beseitigt werden. Der Zahnarzt behandelt daher ebenso das Zahnfleisch oder die Zahnwurzel, um erneute Granulome zu verhindern. Manchmal kann es auch erforderlich sein, dass zudem Knochenteile entfernt werden müssen. Bei einer Schwangerschaftsepulis, die ebenfalls möglich sein kann, wird üblicherweise erst einmal abgewartet, denn das Zahngranulom geht nach dem Ende der Schwangerschaft häufig von selber wieder zurück. Ist dies nicht der Fall, kann es immer noch operativ entfernt werden.

In den meisten Fällen fällt die Prognose nach der Therapie eines Zahngranuloms positiv aus. Im Normalfall ist der Patient, nachdem die Wucherung oder die entzündete Wurzelspitze entfernt wurden, wieder ohne Beschwerden. Wenn die Zahngranulome und das infizierte Gewebe komplett entfernt werden, heilt der Entzündungsherd gewöhnlich gut aus. Eine sorgfältige Behandlung spielt hier eine wichtige Rolle, denn wenn Reste des Granuloms übrig bleiben, kann es zu einer Neubildung kommen, sodass wieder eine Behandlung durchgeführt werden muss. Bleibt die Entzündung lange bestehen, können sich aus den Zahngranulomen Kieferzysten bilden, die wiederum den Kieferknochen schädigen können.

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Vorbeugung

Eine direkte Vorbeugung gegen die Zahngranulome ist nicht möglich, allerdings kann viel dafür getan werden, die Zähne zu pflegen. Hier kommt es auf eine gute Mundhygiene an, die eine regelmäßige Reinigung der Zähne sowie der Zahnzwischenräume umfasst. Dadurch können Karies und Zahnfleischentzündungen verhindert werden. Da Zahngranulome meist an entzündeten Zähnen auftreten, bildet eine Kariesprophylaxe gleichzeitig die Basis, um Zahngranulome zu verhindern.

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