Sonnenallergie

Letzte Aktualisierung am 4. April 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Die Sonnenallergie (Lichtallergie) wird in der medizinischen Fachsprache auch als polymorphe Lichtdermatose bezeichnet. Unter diesem Symptom versteht man im Allgemeinen eine Überempfindlichkeit gegenüber UVA- oder UVB-Strahlung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Sonnenallergie (Lichtallergie)?

Hautveränderungen treten bei einer Sonnenallergie auf. Häufig kommt es gleichzeitig zu Juckreiz.

Sonnenallergie und Lichtallergie sind umgangssprachliche Begriffe für Krankheiten, die mit dem Sonnenlicht in Verbindung stehen.

Die medizinisch korrekte Bezeichnung polymorphe Lichtdermatose fasst verschiedene Überempfindlichkeiten gegenüber UVA- und UVB-Strahlung zusammen.

Immerhin zwischen 10 und 20 Prozent der deutschen Bevölkerung leiden an einer Sonnenallergie; Kinder und junge Erwachsene sind besonders häufig betroffen.

Frauen leiden zudem häufiger an einer Sonnenallergie als Männer. Auch hellhäutige Menschen sind öfter von dieser Erkrankung betroffen.

Ursachen

Warum manche Menschen von einer Sonnenallergie betroffen sind und andere nicht, ist wissenschaftlich noch weitestgehend unerforscht. Die genauen Ursachen für diese Art der Erkrankung sind also noch weitestgehend ungeklärt.

Der Auslöser jedoch ist klar zu benennen: die Sonnenallergie entsteht durch UVA- oder UVB-Strahlung. Etwa 90 Prozent der Fälle werden durch die UVA-Strahlen ausgelöst, nur etwa zehn Prozent der Erkrankungen wiederum durch die UVB-Strahlung.

Wissenschaftler vermuten, dass eine Immunreaktion diese Erkrankung auslöst. Während gesunde Menschen die durch eine UV-Strahlung auftretenden freien Radikale gut abfangen können, ist dieser Schutzmechanismus bei Menschen mit einer Sonnenallergie nicht wirksam.

Die Sonnenallergie tritt in der Regel bereits im Frühjahr auf, wenn sich die ersten Sonnenstrahlen zeigen. In den Folgemonaten können die Symptome schwächer werden, da ein gewisser Gewöhnungseffekt eintritt.

Symptome und Verlauf

Die Symptome einer Sonnenallergie sind ganz typisch, treten jedoch bei einigen Patienten bereits einige Stunden, bei anderen Menschen wiederum erst Tage nach der Sonneneinstrahlung auf. Charakteristisch für eine Sonnenallergie ist eine juckende Haut, die meist gerötet ist. In vielen Fällen kommen auch mäßige bis starke Schmerzen hinzu.

Sowohl Hals- und Brustbereich als auch das Gesicht, Arme und Beine können von einer Sonnenallergie betroffen sein. In vielen Fällen bilden sich zudem Hautveränderungen - diese Hautverdickungen werden auch als Papeln bezeichnet. Auch eine Bläschenbildung ist bei der Sonnenallergie häufig zu beobachten.

Wann zum Arzt?

Wenn nach der Einnahme bestimmter Medikamente eine erhöhte Lichtempfindlichkeit auftritt, sollte der Betroffene zunächst den Beipackzettel lesen. Bei einigen Naturheilmitteln wie Johanniskraut, aber auch bei anderen Medikamenten, kann eine erhöhte Lichtempfindlichkeit entstehen. Diese ist kein Grund, einen Arzt aufzuchen. Sie verschwindet mit dem Absetzen des Präparates wieder. Die saisonale Form der Sonnenallergie kann mittels Kalziumgaben gemildert werden.

Anders ist es bei einer Sonnenallergie (Lichtallergie), die ohne erkennbaren Grund oder nach Behandlungen mit Penicillin entsteht. Photodermatosen kommen relativ häufig vor. Sie müssen kein Anlass zur Sorge sein. Trotzdem sollte ein Arzt abklären, ob es sich um eine polymorphe Lichtdermatose, eine Lichturtikaria, eine chronisch aktinische Dermatitis, einen aktinischen Pruritus oder eine Hydroa vacciniforme handelt. Die Behandlung dieser Erkrankungen der Haut ist unterschiedlich.

Es ist sinnvoll, die Ursachen einer Sonnenallergie (Lichtallergie) zu ermitteln, weil die Erkrankung Folgen wie sozialen Rückzug oder Depressionen nach sich ziehen kann. Die behandelnden Ärzte haben Erfahrung mit solchen oft belastenden Erkrankungen. Sie können den Patienten sagen, wie sie sich verhalten müssen. Zudem lassen sich manche unangenehmen Begleiterscheinungen von Sonnenallergien gut behandeln.

Die ausführliche Diagnostik geht Ursachen und Auswirkungen der Lichtallergie nach. Der behandelnde Arzt kann anschließend die sinnvolle Behandlung definieren. Selbstbehandlungen sind bei einer Sonnenallergie wenig hilfreich.

Diagnose

Die Vermutung einer Sonnen- bzw. Lichtallergie veranlasst zum sofortigen Besuch eines Arztes, der die Diagnose leichter stellen kann. Die Symptome stellen sich in der Regel in den ersten Urlaubstagen ein und sind in vielen Fällen abgeklungen, wenn der Patient zu Hause ist.

Der Arzt beginnt mit der Diagnose, indem er Fragen zur Krankengeschichte des Patienten und möglichen Vorerkrankungen stellt. Außerdem stellt er Fragen nach Medikamenten, die der Patienten regelmäßig einnimmt, den Beschwerden und den Zeitpunkt, als diese auftraten. Als Nächstes erfolgt eine gründliche Hautuntersuchung auf Flecken und Hautveränderungen wie Knoten oder Bläschen. Diese untersucht der Arzt mittels eines Dermatoskops (lupenähnliches Gerät).

Um zu bestimmen, um welche Lichtallergie oder Sonnenallergie es sich handelt, kann der Arzt einen Lichttest vornehmen. Dabei bestrahlt er die Haut des Patienten an ausgesuchten Stellen mit UV-Licht. Treten nach einer bestimmten Zeit (mehrere Stunden oder Tage) charakteristische Hautveränderungen auf, deutet das auf eine polymorphe Lichtdermatose hin, die am häufigsten vorkommende Sonnenallergie. Der Arzt erkennt, auf welchen Anteil des Sonnenlichts der Patient am stärksten reagiert. Dabei handelt es sich in der Regel um UVA-Strahlung.

Eine andere Krankheit, die mit dem Sonnenlicht in Verbindung steht, bei der es sich um keine Allergie handelt, ist die fototoxische Dermatitis. Hier verbindet sich ein bestimmter Stoff im Körper mit dem Sonnenlicht, was eine chemische Reaktion auslöst. Der Auslöser für diese mit der Sonne in Verbindung stehende Krankheit kann ein bestimmtes Medikament sein.

Komplikationen

Verschiedene Formen von Lichtdermatosen sind beim Hautarzt relativ häufig diagnostizierte Zustände. An sich ist eine Sonnenallergie nicht gefährlich. Oftmals tritt eine erhöhte Lichtempfindlichkeit als Folge bestimmter Medikamente mit Johanniskrautextrakt auf. Doch in anderen Fällen kann eine schwere Lichtallergie zu Depressionen, sozialem Rückzug oder Selbstmordneigungen führen.

Komplikationen zeitigt eine Sonnenallergie (Lichtallergie) meist dann, wenn sie unbehandelt bleibt. Wer eine Sonnenallergie hat, und sich bei Sonne nicht hinreichend schützt, muss mit verschlimmerten Beschwerden rechnen. Im schlimmsten Fall kommt es zu großflächigen Hautentzündungen und Verbrennungserscheinungen. Auch allergische Symptome sind mögliche Komplikationen. Sind die Augen davon betroffen, sieht der Allergiker möglicherweise Schleier vor den Augen oder erleidet einen Gesichtsfeldausfall.

Wird die Lichtallergie weiterhin nicht behandelt, drohen chronische Schmerzen oder schlimme Infektionen auf der Hautoberfläche. Die erhöhte Hautkrebsgefahr ist eine langfristige Folge der Sonnenallergie. Diese kann zu Pigmentstörungen führen, die nicht revidierbar sind. Außerdem sollten die Betroffenen bei einer Lichtallergie alternative Heilmethoden wie die Lichttherapie meiden. Auch die Photo-Chemotherapie sollte wegen der damit verbundenen Risiken unterlassen werden.

Zu erwartende Komplikationen bei einer Lichtallergie sind Hornhautschäden, Pigmentstörungen oder Bindehautentzündungen. Eventuell jahrelang eingenommene Antihistaminika können als Komplikation zu Nieren- und Leberschäden führen. Zu beachten sind auch medikamentenbedingte Folgeerscheinungen, die durch Neben- und Wechselwirkungen mit anderen Präparaten entstehen.

Behandlung und Therapie

Um eine erfolgreiche Behandlung der Sonnenallergie vorzunehmen, muss der behandelnde Arzt zunächst feststellen, ob es sich tatsächlich um eine solche handelt. Zu diesem Zweck wird häufig die sogenannte Photoprovokation durchgeführt. Bestimmte Stellen des Körpers werden mit UV-Licht bestrahlt, um die typischen Symptome der Sonnenallergie auftreten zu lassen.

Wurde eine Sonnenallergie festgestellt, sollten die Patienten UV-Licht weitestgehend meiden, das heißt sich nicht unnötig lange der Sonne aussetzen. Bestimmte Medikamente, die sogenannten Antihistaminika, können gut gegen eine Sonnenallergie helfen. Diese werden meist in Form von Salben oder Cremes verabreicht.

Auch die Ernährung spielt bei der Sonnenallergie eine entscheidende Rolle. Omega 3 Fettsäuren beispielsweise können helfen, die typischen Symptome dieser Erkrankung zu verringern. Nahrungsergänzungsmittel sind daher bei einer Sonnenallergie durchaus angebracht.

Erhältlich und frei verkäuflich sind entsprechende Nahrungsergänzungsmittel ohne Rezept bei großen und seriösen Online-Shops. Auch Internet-Versandapotheken bieten mittlerweile diese Produkte von verschiedenen Herstellern an. Besonders empfehlenswert ist dabei neben den Omega 3 Fettsäuren Vitamin A.

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Aussicht und Prognose

Wenn die Sonnenallergie lediglich im Sommer auftritt oder eine Folge von eingenommenen Präparaten mit Johanniskraut darstellt, ist die Prognose sehr gut. Mit dem Absetzen des Arzneimittels oder durch diesige Tage verschwinden die Symptome der Lichtempfindlichkeit. Der Schutz der frei liegenden Haut mit geeigneten Sonnenschutzmitteln ist in beiden Fällen erforderlich.

Handelt es sich aber um eine andere Form der Lichtdermatose, hängt die Prognose von der zugrundeliegenden Erkrankung ab. Infrage kommen beispielsweise Lichtallergien wie Hydroa vacciniforme, aktinische Prurigo, Lichturtikaria, chronische aktinische Dermatitis oder medikamentös- bzw. chemisch-induzierte Lichtdermatosen. Zudem unterscheiden die Mediziner papulöse oder papulovesikulöse Typen der Lichtdermatose. Auch von der Verlaufsform, eventuellen Vorerkrankungen, bestehenden Immunstörungen oder der Intensität der Lichteinwirkung hängt es ab, wie die Prognose ausfällt.

Bei der polymorphen Lichtdermatose oder Mallorca Akne als häufigster Form der Lichtdermatose klingen die Symptome einer ungeschützten Sonnenexposition wieder ab, sobald das Sonnenlicht gemieden wird. Viele Sonnenallergien sind chronisch rezidivierend. Sie kommen immer wieder. Andere Lichtallergien sind Akutfälle. Diese können gut behandelt werden. Ob dabei die Photo-Chemotherapie, andere Lichttherapien oder Salbenbehandlungen - jeweils in Kombination mit Sonnenschutz - hilfreich sind, entscheidet die Diagnose.

Langfristig können die Hautkrebsrisiken erhöht sein, insbesondere wenn weiterhin ungenügender Sonnenschutz eingesetzt wird oder der Betroffene seine Arbeit an der Sonne ausübt.

Vorbeugung

Wer empfindlich gegenüber der Sonne reagiert, sollte diese weitestgehend meiden. Vor allem in Regionen mit einer besonders starken Sonneneinstrahlung, etwa in Nähe des Äquators, ist es wichtig, sich mit entsprechender Kleidung und Cremes zum Sonnenschutz gegen die Sonne zu schützen.

Die Sonnencreme sollte wenigstens einen Lichtschutzfaktor zwischen 30 und 50 enthalten.

Auch die sogenannte Phototherapie kann lichtempfindlichen Personen helfen, sich langsam an die Sonne zu gewöhnen. Bei dieser Behandlung wird der Körper gezielt mit UV-Licht bestrahlt.

Auf Parfüm, Deo und parfümierte Cremes sollten empfindliche Personen weitestgehend verzichten, da diese eine Sonnenallergie begünstigen können.

Quellen

  • Furter, S., Jasch, K.C.: Crashkurs Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007
  • Dirschka, T., Hartwig, R., Oster-Schmidt, C. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2010
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Rassner, G.: Dermatologie – Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2009
  • Herold, S.: 300 Fragen zur Pubertät. Graefe und Unzer, München 2008
  • Ellsässer, S.: Körperpflege und Kosmetik. Springer, Berlin 2008
  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin: Klinik, Diagnose, Therapie, Springer Verlag, 2. Auflage, 2011
  • Abeck, D. & Cremer, H.: Häufige Hautkrankheiten im Kindesalter: Klinik - Diagnose - Therapie, Springer Verlag, 3. Auflage, 2006

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