Schwitzen in der Schwangerschaft

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. Oktober 2016
Gesundpedia.deSymptome Schwitzen in der Schwangerschaft

Schwitzen in der Schwangerschaft geht häufig mit Hitzewallungen einher und ist eine normale und unbedenkliche Begleiterscheinung der großen hormonellen Umstellung im Körper der werdenden Mutter. Dennoch können die Schweißausbrüche unangenehm sein und sind dann ein Thema für den begleitenden Gynäkologen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Schwitzen in der Schwangerschaft?

Von Schwitzen in der Schwangerschaft ist die Rede, wenn die betroffene Frau ihrem Gefühl nach mehr als vorher schwitzt. Das kann an den typischen Stellen wie unter den Achseln sein, manche Frauen bemerken den Schweißausbruch auch an ganz neuen Stellen. Hintergrund ist die weit stärkere Durchblutung der Haut, die oft eine Rötung nach sich zieht und den Körper zur Wahrnehmung verstärkter Wärme veranlasst.

Schwitzen in der Schwangerschaft ist daher nur der natürliche Versuch, sich wieder abzukühlen, wie er es auch beim Sport oder Anstrengung tun würde. Schwitzen in der Schwangerschaft ist auch bei starken Schweißausbrüchen vollkommen normal und wird nur dann behandelt, wenn es der Schwangeren unangenehm ist oder problematisch für ihren Alltag wird.

Ursachen

Vor allem im 2. und 3. Trimester, manchmal aber schon von Beginn an wird die Durchblutung des Körpers der Schwangeren durch eine natürliche hormonelle Umstellung um ein Vielfaches gesteigert und Schwitzen in der Schwangerschaft begünstigt. Bereiche der Haut, die sonst nur so viel sauerstoffreiches Blut wie nötig abbekommen, sind jetzt besonders gut versorgt.

Durch diese extrem verbesserte Durchblutung kann es in einem ersten Schritt zu Hitzewallungen kommen, die sehr vielen Schwangeren bekannt sind. Sie dauern einige Minuten, beginnen im Kopf und können als harmlos bis hin zu angsteinflößend wahrgenommen werden. Der Körper nimmt diese Durchblutung der Haut als Wärme wahr und es spielt keine Rolle mehr, ob es seine eigene ist oder ob sie von außen kommt.

Ähnlich wie beim Sport, bei der ebenfalls eine stärkere Durchblutung entsteht, reagiert der Körper mit Schweißausbrüchen. Schwitzen in der Schwangerschaft fällt aber deswegen so auf, da die Hitzewallung nicht in Verbindung mit einer körperlichen Belastung steht, sondern spontan aufkommt.

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose von vermehrtem Schwitzen in der Schwangerschaft verlässt sich alleine auf das Gefühl der Frau. Denn wenn es ihr nicht unangenehm ist, wird der begleitende Gynäkologe sie lediglich über den Hintergrund der Hitzewallungen aufklären und es besteht kein weiterer Handlungsbedarf. Bei den meisten Frauen tritt vermehrtes Schwitzen in der Schwangerschaft erst ab dem 2. Trimester auf und kann im 3. Trimester noch schwerer werden, da dann auch der Bauch immer schwerer wird und die körperliche Belastung noch hinzukommt.

Seltener wird Schwitzen in der Schwangerschaft schon von Beginn an oder in den ersten Wochen der frühen Schwangerschaft bemerkt, das kann gerade bei einer Sommerempfängnis der Fall sein. Nach der Geburt verschwinden die Hitzewallungen wieder und damit auch das Schwitzen in der Schwangerschaft, sie halten manchmal aber auch in der Stillzeit noch eine Weile an.

Behandlung undTherapie

Wie bei so vielen Anzeichen und Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft gibt es für die Hitzewallungen keine Behandlung. Die vermehrte Durchblutung, die das Schwitzen in der Schwangerschaft bedingt, tut dem Körper der Frau gut, auch wenn die Schweißausbrüche das eher nicht tun. Der Gynäkologe wird empfehlen, viel zu trinken, um den Verlust der Flüssigkeit durch Schweiß wieder auszugleichen. Das gilt selbst im Winter.

Empfehlenswert sind Tee, Wasser oder ab und zu auch Fruchtsäfte, möglichst ohne zusätzlichen Zucker. Bei den ohnehin anstehenden Bluttests sollte sehr genau auf mögliche Mangelerscheinungen geachtet werden, da vor allem starkes Schwitzen in der Schwangerschaft einen Verlust wertvoller Mineralstoffe nach sich ziehen kann.

Einfaches Mineralwasser reicht dann nicht mehr, um für Ersatz zu sorgen, die werdende Mutter braucht schwangerentaugliche Nahrungsergänzungsmittel. Außerdem empfiehlt es sich, viele leichte Kleidungsstücke übereinander zu tragen, da dann schnell etwas ausgezogen werden kann, wenn es zu warm wird. Deo und ein kleiner Handventilator sollten gerade im Sommer ständige Begleiter sein.



Vorbeugung

Das Schwitzen in der Schwangerschaft kann man kaum verhindern, aber man kann es etwas eindämmen. Ein zuverlässiges Deo, notfalls ein Produkt aus der Apotheke, wirkt unangenehmer Geruchsbildung vor. Außerdem ist es vollkommen in Ordnung, ab jetzt häufiger zu duschen, um sich frisch zu fühlen und keine Schweißrückstände auf der Haut zu haben.

Viele Frauen rasieren bei Schwitzen in der Schwangerschaft gerne die Achselhaare und auch weitere Körperhaare, da diese Schweiß speichern und dafür sorgen, dass er nicht so schnell verdunsten kann. Scharfe und heiße Speisen begünstigen das sporadische Schwitzen zusätzlich, da sie die Durchblutung kurzzeitig anregen, dasselbe gilt für koffeinhaltige Getränke.

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