Regelblutung hört nicht auf

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 10. April 2015
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Regelblutung hört nicht auf, was tun? Die Menstruation unterscheidet sich in Länge, Stärke und Häufigkeit von Frau zu Frau. Dennoch existieren ungefähre Richtlinien, ab wann eine Regel als zu lang oder intensiv angesehen wird. Meistens stecken Erkrankungen hinter den Symptomen, die sich behandeln lassen. Deshalb ist es wichtig die Ursachen bei übermäßigem Blutverlust abzuklären.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Regelblutung hört nicht auf?

Bei den meisten Frauen dauert die Menstruation 5 bis 7 Tage an. Überschreitet die Periode diesen Zeitraum, so wird von einer Menorrhagie gesprochen. Hält die Blutung länger als 14 Tage an, handelt es sich um eine Dauerblutung.

Eine verlängerte Periode tritt in vielen Fällen gleichzeitig mit einer Hypermenorrhoe auf, unter welcher man eine sehr starke Blutung versteht, die durch einen Verlust von über 80 Millilitern gekennzeichnet ist. Problematisch ist die erhöhte Blutabgabe besonders wegen einer eventuellen Blutarmut oder eines Eisenmangels. Aber auch die zugrunde liegenden Ursachen können die Gesundheit weiter gefährden, weshalb eine Behandlung nicht nur aus psychischen Gründen in Betracht gezogen werden sollte.

Ursachen

Besonders häufig für eine sehr lange Blutung sind physische Ursachen. Zu diesen gehören Veränderung des Gewebes der Gebärmutter, zum Beispiel in Form von Polypen und Myomen. Polypen kommen in der Gebärmutterschleimhaut vor, Myomen vermehrt in den Muskeln. Bei beiden Ausprägungen handelt es sich um gutartige Veränderungen. Genauso gut möglich ist jedoch die Existenz eines bösartigen Tumors. Neben diesen Ursachen können eine Schleimhautverdickung der Gebärmutter oder Eierstockzysten vorliegen.

Generelle Krankheiten wie Bluthochdruck oder Herz- und Nierenkrankheiten lösen ebenfalls verlängerte Menstruationen aus. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit des Vorliegens von Blutgerinnungsstörungen. Neben organischen Krankheiten können auch hormonelle Schwankungen die Symptome verursachen. Zu diesen gehören insbesondere der hormonelle Wandel zu Beginn der Wechseljahre, aber auch bei Diabetes oder Fettleibigkeit. Generelle Problematik ist hier das antiproportionale Verhältnis von Östrogen und Progesteron. Bei hormonellen Ursachen zeigt die Gebärmutter keine physische Veränderung oder Auffälligkeit.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose beginnt normalerweise zunächst mit einem ausführlichem Gespräch, bei dem erwähnt werden sollte, seit wann die Problematik besteht und ob in der Familie chronische Krankheiten existieren. Die Patientin sollte Angaben über die Blutungsstärke und Schmerzen machen können und bestenfalls einen Zykluskalender führen. Darüber hinaus ist vorallem die körperliche Untersuchung entscheidend. Durchs Abtasten und mit Hilfe eines Ultraschalls können eventuelle Veränderungen in der Gebärmutter aufgespürt werden. Gerade Polypen, Tumore und Myome werden durch ein Ultraschallbild sichtbar.

Eine Gewebeprobe gibt Aufschluss darüber, ob es sich um eine gutartige oder bösartige Veränderung handelt. Eine weitere Methode ist eine Gebärmutterspieglung. Bei dieser wird eine Kamera in die Scheide eingeführt, um genaue Abbilder zu erhalten. Ob hormonelle Störungen vorliegen kann durch einen Blut- und Urintest herausgefunden werden. Durch die Analyse der Körperflüssigkeiten ist es möglich, die Konzentration verschiedener Hormone, wie Östrogen, Gestagen und Androgen, zu bestimmen. Über das Niveau der unterschiedlichen Hormone lassen sich Rückschlüsse auf eventuelle hormonelle Ursachen schließen.

Behandlung und Therapie

Die Therapie richtet sich zum einen nach der zugrunde liegenden Ursache, aber auch nach dem Kinderwunsch der Patientin. Einige Methoden, wie die Entfernung der Gebärmutter oder die Einnahme von Hormonen, können eine Familiengründung verhindern. Deshalb ist es wichtig, vor der Aufnahme einer Therapie konkrete Pläne zu haben. Bestehende Polypen und Myome können durch Medikamente vermindert werden. Sprechen die Gewebsveränderungen nicht auf eine medikamentöse Behandlung an oder haben sie eine gewisse Größe erreicht, so ist es ebenfalls möglich, sie operativ zu entfernen.

Ob eine Operation in Frage kommt hängt aber auch von der Lage der Wucherungen ab. Hat eine Gewebeprobe ergeben, dass es sich um einen bösartigen Tumor handelt, wird in den meisten Fällen unverzüglich eine Chemotherapie mit eventueller Operation begonnen. Handelt es sich nicht um organische Ursachen, kommen oft Hormonpräparate zum Einsatz. Diese beinhalten meistens eine Kombination aus Östrogen und Gestagen, welche während des gesamten Zyklus eingenommen wird.

Bei Fettleibigkeit ist es das oberste Ziel der Behandlung, das Gewicht der Patientin zu reduzieren. Oftmals pendelt sich der Zyklus nach Erreichen eines gemäßigteren Gewichts selbstständig ein, ohne dass eine weitere Therapie notwendig wäre. Nehmen die Beschwerden trotz einer Behandlung nicht ab, besteht weiterhin die Möglichkeit der Entnahme der Gebärmutter. Nach dem Vollzug einer solchen Operation menstruieren Frauen nicht mehr. Jedoch hat dieser Eingriff zum einen Auswirkungen auf den Hormonhaushalt, zum anderen ist es danach nicht mehr möglich, Kinder zu gebären.

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Vorbeugung

Eine dauerhafte Regel lässt sich nur bedingt vorbeugen. Polypen, Myome und Tumoren können erblich bedingt sein, weshalb es unmöglich ist, ihre Entstehung zu beeinflussen. Dasselbe gilt für Hormonschwankungen während der Wechseljahre oder aber auch in jeder anderen Lebensetappe. Dennoch ist es hilfreich und wichtig, ein passendes Gewicht zu erreichen oder zu halten. Ein gesunder Lebensstil mit regelmäßiger Bewegung und dem ausreichenden Verzehr frischer Lebensmittel wirkt unterstützend. Darüber hinaus sollte vermehrter psychischer Stress so weit wie möglich eingeschränkt werden.

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