Phantomschmerz

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 3. Juni 2016
Gesundpedia.deSymptome Phantomschmerz

Phantomschmerz ist eine Art des Schmerzes, die meist nach einer Amputation auftritt. Er kennzeichnet sich dadurch, dass der schmerzende Bereich sich augenscheinlich außerhalb des Körpers befindet. Der Verlauf der Erkrankung hängt von der Behandlungsmethode ab.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Phantomschmerz?

Hier informieren!

Medikamente gegen: Schmerzen

Unter Phantomschmerzen versteht man eine Art der Schmerzen, die nach einer Amputation auftreten. Sie befinden sich scheinbar im amputierten Körperteil und damit außerhalb des Körpers. Dieses Phänomen entsteht durch fehlgeleitete Nervenreize und ist durch eine Umleitung der Schmerzen zu behandeln. Auch vorbeugen lässt sich dem Phantomschmerz in einem gewissen Rahmen.

Ursachen

Die Ursache von Phantomschmerzen ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Fest steht jedoch, dass sie in Folge von Amputationen auftreten. Das Reizmuster, welches übers Rückenmark ins Gehirn geleitet wird, verändert sich in Folge einer Amputation, verschwindet jedoch nicht vollständig. Es ist allerdings möglich, die Reize durch Training auf den Stumpf umzuleiten.

Die Stärke und Intensität von Phantomschmerzen hängt im Wesentlichen davon ab, wie stark die Schmerzen im entfernten Glied vor der Operation waren. Die Nerven speichern den ursprünglichen Schmerz also ein und senden auch nach der Operation weiterhin Schmerzreize aus. Verstärkt werden die Beschwerden durch eine erhöhte Muskelspannung oder eine zu geringe Durchblutung im Stumpf.

Ebenso können bestehende Stumpfschmerzen die eigentlichen Phantomschmerzen verstärken. Die Ursache von Phantomschmerzen sind also überwiegend Amputationen. Je nachdem, wie die psychische Verfassung des Patienten ist, fallen die Schmerzen dann intensiver oder weniger intensiv aus.

Symptome und Verlauf

Phantomschmerzen äußern sich durch unterschiedlichste Symptome. Meist sind das starke Schmerzattacken, die in regelmäßigen Intervallen auftreten. Die Schmerzen werden als stechend, krampfartig und brennend empfunden und gleichen meist den Schmerzen, die vor der Amputation bestanden.

Phantomschmerzen sind daran zu erkennen, dass sie nicht genau lokalisiert werden können. Gerade bei Phantomschmerzen, die in Folge einer Amputation auftreten, ist das schmerzende Glied meist nicht mehr vorhanden. Den Schmerzreizen entgegen zu wirken, ist dementsprechend schwierig. Phantomschmerzen können ganz unterschiedlich verlaufen.

Handelt es sich um typischen Phantomschmerz, sind die Beschwerden sehr langanhaltend und können selbst nach einer Genesung wieder auftreten. Grundsätzlich beeinflusst ein schnelles Handeln den Verlauf positiv und führt in etwa 60 Prozent der Fälle zu einer Besserung der Symptome. Wird nicht rechtzeitig reagiert, kann sich das Schmerzempfinden zu einer chronischen Störung entwickeln.

Diagnose

Phantomschmerz lässt sich durch einen Arzt eindeutig diagnostizieren. Dazu ist es notwendig, dass dieser eine gründliche Anamnese durchführt und innerhalb dieser verschiedene Fragen klärt. So versucht er herauszufinden, ob sich die empfundenen Schmerzreize tatsächlich im nicht mehr vorhandenen Körperteil befinden. Oft ist es auch so, dass die so genannten Stumpfschmerzen fälschlicherweise als Phantomschmerzen empfunden werden. Daneben werden die genaue Position, die Intensität, die Ausstrahlung und die Dauer der Schmerzreize ermittelt. Mit Hilfe der Krankenakte kann der Arzt herausfinden, welche Behandlungsmaßnahmen bereits stattfanden und wie deren Ergebnis ausfiel. Ebenso hilfreich ist ein vom Betroffenen verfasstes Schmerztagebuch.

Nach der Anamnese liegt meist bereits ein konkreter Verdacht vor, welcher sich innerhalb der körperlichen Untersuchung bekräftigen lässt. Hierzu werden Röntgenuntersuchungen, eine MRT oder eine Angiographie durchgeführt. Auch die Untersuchung der amputierten Stelle ist wichtig und Entzündungen oder Verhärtungen zu erkennen. So kann Phantomschmerz in den meisten Fällen diagnostiziert werden.

Behandlung und Therapie

Phantomschmerz kann durch unterschiedliche Behandlungsmethoden behoben werden. Wie diese im Einzelnen aussehen, hängt von der Stärke und Dauer der Schmerzen ab. Im Regelfall werden verschiedene Medikamente verschrieben, welche die Schmerzen unterdrücken. Starke Reize werden mit Opiaten und Morphinen behandelt, leichte Schmerzen mit entsprechenden Schmerzmitteln. In jedem Fall müssen die Schmerzmittel ärztlich verordnet sein.

Darüber hinaus kommen Medikamente wie Capsaicin-Salbe oder Calcitonin-Infusionen zum Einsatz. In beiden Fällen wird die Berührungsempfindlichkeit der Haut verringert und damit der Schmerz reduziert. Wirksam sind auch Mittel zur örtlichen Betäubung. Diese werden injiziert und verhindern die Erregungsübertragung.

Eine Reihe von physikalischen Maßnahmen findet ebenfalls Anwendung. Bei der Triggerpunktinfiltration etwa, wird der Phantomschmerz durch eine Behandlung bestimmter Schmerzpunkte in der Muskulatur reduziert. Bei der TENS (transkutane elektrische Neurostimulation) werden die Schmerzreize durch elektrischen Strom unterdrückt.

Massage und generell Krankengymnastik sind ein wichtiger Teil der Behandlung von Phantomschmerz. Sie stärken das Körpergefühl und können die Schmerzbildung so maßgeblich verringern. Besonders erfolgreich sind neben der Spiegeltherapie, bei welcher dem Gehirn vorgespielt wird, der Körperteil sei noch vorhanden, auch ergänzende Maßnahmen wie Akupunktur, Hypnose und Biofeedback.

Es gibt also eine Reihe von Maßnahmen, die gegen Phantomschmerzen helfen können. Ob diese erfolgreich sind, hängt auch von der psychischen Verfassung des Patienten ab. Menschen mit Depressionen oder anderweitigen Störungen sind anfälliger für starke Phantomschmerzen und müssen im Rahmen der Therapie von einem Therapeuten behandelt werden.



Vorbeugung

Phantomschmerz lässt sich nur bedingt vorbeugen. Sinnvoll ist es, direkt nach der Amputation mit einer Schmerztherapie zu beginnen. Durch eine elektrische Stimulation können Schmerzen ebenso vermieden werden wie durch eine gut sitzende Prothese. Zur Vorbeugung trägt auch eine frühzeitige Behandlung erster Reize bei. Sind die Schmerzen erst einmal stark ausgeprägt, wird es schwierig, diese wieder zu mindern. Es ist deshalb essentiell, eine Schmerztherapie und darüber hinaus Krankengymnastik durchzuführen. Vor einer Amputation ist es grundsätzlich nicht möglich, eventuellen Phantomschmerzen vorzubeugen.

Bücher über chronische Schmerzen

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Phantomschmerz?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?