Melaninmangel

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 30. September 2016
Gesundpedia.deSymptome Melaninmangel

Melaninmangel äußert sich vor allem durch eine hellere Färbung der Haut, die entweder nur in Form von Flecken oder aber auch am gesamten Körper auftritt. Melaninmangel hat sehr vielfältige Ursachen, weshalb zur Abklärung der Erkrankung auf jeden Fall eine eingehende Anamnese erfolgen sollte. In der Regel handelt es sich bei Melaninmangel jedoch um eine recht harmlose Erscheinung, allerdings kann diese für die Betroffenen zu einer seelischen Belastung werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Melaninmangel?

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Medikamente gegen: Hautkrankheiten

Bei Melaninen handelt es sich um rötliche, braune oder auch schwarze Pigmente. Sie entstehen durch die enzymatische Oxidation des Tyrosins und bewirken die Färbung von Haut, Haaren und auch Augen. Sie werden sowohl in den Melanozyten der Haut als auch in Netzhaut und Iris gebildet.

Melaninmangel, im medizinischen Fachbereich auch Hypomelanose genannt, stellt eine Pigmentstörung der Haut dar, welche aufgrund eines Mangels an so genannten Melanozyten entsteht. In der Oberhaut (Epidermis) befinden sich die Melanozyten, die für die Bildung von Melanin verantwortlich sind.

Melanin verleiht der Haut seine natürliche Farbe und schützt die tieferen Hautschichten vor schädlichen UV-Strahlen. Melanozyten werden zum einen von UV-Licht oder aber durch das Hormon MSH (Melanozyten-stimulierendes Hormon, auch Melanotropin) aktiviert. Dadurch kommt es zur Melanin-Synthese und in der Folge zur Melanosomen-Bildung.

Ist der Patient von einem flächendeckenden Melaninmangel betroffen, zeigt sich am gesamten Körper die Haut heller als normal. Ist der Melaninmangel nur örtlich begrenzt, so kommt es zu hellen Flecken am Körper. Bei einem völligen Mangel an Melanin und damit zu einem so genannten vollständigen Albinismus, wird von einer Depigmentierung gesprochen.

Ursachen

Für einen Melaninmangel kommen unterschiedliche Ursachen in Frage, die aber bislang nicht vollständig geklärt sind. Vor allem die Anzahl an Melanozyten in der Oberhaut spielt eine wichtige Rolle. Man kann davon ausgehen, dass weniger Melanin vom Körper gebildet werden kann, je weniger Melanozyten vorhanden sind.

Der örtlich begrenzte Melaninmangel, auch als so genannte Weißfleckenkrankheit bezeichnet, ist laut Vermutungen auf eine Autoimmunreaktion zurückzuführen, die zu einer Zerstörung der Melanozyten in der Oberhaut führt. Auch Röntgenuntersuchungen oder Kosmetika können zu einer Zerstörung von Melanozyten führen – in diesem Fall kommt es ebenfalls zu helleren Hautflecken.

Eine Zerstörung der Melanozyten kann außerdem durch Hitze oder auch Kälte (z. B. Kryotherapie) erfolgen. Weiterhin kann es auch durch Medikamente zur Beeinflussung des hormonellen Stoffwechsels (z. B. Antibabypille) zu einem Mangel an Melanin kommen.

Symptome und Verlauf

Das Hauptsymptom für einen Melaninmangel ist eine Pigmentstörung der Haut. In diesem Fall ist die Bildung von Farbpigmenten in der Haut gestört, die Haut ist generell schwächer gefärbt als normal. Man spricht hier je nach Ausprägungsgrad von einer Hypopigmentierung oder von einer Depigmentierung. Die Pigmentstörungen können sich in Größe, Symmetrie und Farbe stark voneinander unterscheiden. Der Krankheitsverlauf ist in der Regel harmlos und nur langsam voranschreitend. Die Flecken bei einer Weißfleckenkrankheit werden im Laufe eines Lebens zwar größer und können auch in ihrer Anzahl zunehmen, allerdings ist dies kein Grund zur Sorge. Auch graue Haare – vor allem schon in jungen Jahren – können ein Hinweis auf einen Mangel an Melanin sein.

Diagnose

Vorrangig ist es die Anamnese, die bei der Diagnose eines Melaninmangels im Vordergrund steht. So können mögliche Erbkrankheiten, Medikamente oder auch medizinische Behandlungen darauf schließen, woher der Melaninmangel rühren kann. So kann die komplette Krankengeschichte eines Patienten möglicherweise für die Findung der Ursache des Melaninmangels eine besondere Rolle spielen. Kann die Anamnese nicht vollständig zur Diagnosesicherung beitragen, kann der Arzt auch eine Biopsie der Hautstellen durchführen.

Behandlung

Die Behandlung bei einem Mangel an Melanin richtet sich nach den Ursachen. Bei einem medikamentös bedingten Melaninmangel müssen die verursachenden Medikamente abgesetzt und ein Ersatz gefunden werden.

Auch bei Kosmetika sollten diese zukünftig möglichst gemieden werden. Belastet der Melaninmangel die Seele des Betroffenen stark, dann kann eine psychologische Therapie ratsam sein. Vor allem bei einem örtlichen begrenzten Mangel an Melanin kann auch eine kosmetische Therapie erfolgen, bei der die Flecken der normalen Hautfarbe angepasst werden.

Bei der Weißfleckenerkrankung wird oft auch eine Bestrahlung der betroffenen Hautstellen durchgeführt, allerdings ist diese Therapieform oft langwierig und muss meist über Monate hinweg regelmäßig durchgeführt werden.



Vorbeugung

Es ist sinnvoll, vor allem bei einer Depigmentierung, Sonnenschutzprodukte mit einem hohen Lichtschutzfaktor zu verwenden, so dass die UV-Strahlung nicht ungehindert in die tieferen Hautschichten eindringen kann. Solariumbesuche sollten bei einem Melaninmangel nicht erfolgen. Sind die Ursachen bekannt (z. B. Medikamente), können diese möglicherweise ersetzt werden, was unter Umständen zu einer Verbesserung führt.

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