Krampfanfall (Epileptischer Anfall)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Februar 2015
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Der Krampfanfall (Epileptischer Anfall) als Symptom der Epilepsie bezeichnet eine kurzzeitige und plötzlich auftretende Funktionsstörung des zentralen Nervensystems (ZNS). Die Ursachen für einen sogenannten epileptischen Anfall können sehr unterschiedlich sein. Meist erscheint ein solcher Krampfanfall sehr gefährlich, allerdings dauert dieser in den meisten Fällen nicht länger als 1-2 Minuten an.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Krampfanfall (Epileptischer Anfall)

Ein Krampfanfall (Epileptischer Anfall) tritt infolge einer chronischen neurologischen Erkrankung (Epilepsie) auf. Epilepsie entsteht durch eine unnormale neurologische Erregungsbildung im Gehirn. Bei einem sogenannten generalisierten Krampfanfall sind große Teile des Gehirns von den krankhaften Erregungsvorgängen betroffen.

Eine Epilepsie wird schon durch einen einmaligen Krampfanfall definiert, denn dadurch steigt die Wahrscheinlichkeit für weitere Krampfanfälle. Eine kurzzeitig auftretende Funktionsstörung im zentralen Nervensystem löst einen Krampfanfall aus.

Epileptische Anfälle können sich auf verschiedene Arten äußern. Neben Krämpfen kann es auch zu unwillkürlichen Bewegungsabläufen oder zu Bewusstseinsstörungen kommen. Ein Krampfanfall tritt plötzlich auf, dauert aber in der Regel nicht länger als zwei Minuten.

Ursachen

Für einen Krampfanfall kann es verschiedene Ursachen geben. Generell werden epileptische Anfälle durch zwei neurologische Abläufe ausgelöst. Zum einen sind das Depolarisationen (krankhafte Entladungen) von Nervenzellen, zum anderen kann eine gesteigerte Erregbarkeit der Nervenzellen dafür verantwortlich sein.

Auslösend können Schlafmangel, Hyperventilation (übermäßiges Atmen) oder ein Sauerstoffmangel sein. Aber auch bei Alkohol- oder Drogenkonsum oder psychische Belastungssituationen können einen epileptischen Anfall auslösen. Es gibt verschiedene Ursachen, warum diese Faktoren einen Krampfanfall auslösen können.

So können erblich bedingte Veranlagungen und Stoffwechselstörungen ursächlich für eine Epilepsie verantwortlich sein. Auch Missbildungen oder Schäden am Gehirn, Entzündungen, Traumata oder Hirntumore können die Ursache einer Epilepsie sein und damit einen Krampfanfall verursachen.

Symptome und Verlauf

Mögliche Anzeichen bei einem Krampfanfall (Epileptischer Anfall):

  • unkoordinierte und unbewusste Verhaltensmuster
  • ungewöhnliche Geruchs- und Geschmackswahrnehmung
  • kurzzeitige Bewusstseinstrübung
Muskelkrämpfe (Streckkrämpfe) und rhytmische Zuckungen des gesamtem Körpers sind typisch für einen epileptischen Anfall.

Die Symptome bei einem Krampfanfall können sehr unterschiedlich sein.

Bei einem leichten Anfall handelt es sich nur um einen Aussetzer von wenigen Sekunden. Ein epileptischer Anfall kann jedoch auch als ein klassischer Grand-Mal-Anfall auftreten. Dabei kommt es zu Streckkrämpfen und rhythmischen Zuckungen.

Es gibt zwei Arten von epileptischen Anfällen. Bei einem generalisierten Krampfanfall kann es zu Bewusstseinstrübungen mit Gedächtnisverlust kommen. Ein generalisierter Anfall beginnt mit dem sogenannten Initialschrei des Betroffenen.

Danach stürzt der Patient und die tonische Phase mit Streckkrämpfen beginnt. Danach gerät der gesamte Körper in unkoordinierte rhythmische Zuckungen und der Patient beißt sich auf die Zunge. Auch kann es zu unkontrolliertem Abgang von Urin und Stuhl kommen.

Der sogenannte fokale Anfall löst keine Bewusstseinsstörungen aus. Hierbei kommt es zu Krämpfen oder Missempfindungen, die sich in Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Schmerzen äußern.

Auch gesteigerte Temperaturempfindungen an Armen oder Beinen können auftreten. Es kommt zu sensorischen Störungen, wie zum Beispiel akustische oder Lichtwahrnehmungen und autonomen Störungen (Schweißausbrüche, Übelkeit, Blässe), selten auch zu psychische Störungen. Epilepsie ist eine chronisch verlaufende Krankheit. Bei einem Epileptiker befindet sich das Gehirn permanent in einem Zustand, in dem ein Krampfanfall auftreten kann.

Diagnose

Die Epilepsie, auch als Krampfanfall bezeichnet, kann durch eine Reihe von Verfahren diagnostiziert werden. Diese tragen auch dazu bei, die genaue Form der Epilepsie zu ermitteln.

In erster Linie wird der Arzt mit dem Patienten gemeinsam die bisherige Krankengeschichte durchgehen. Da es gerade bei Epilepsie passieren kann, dass die Erinnerung verschwindet, ist es anzuraten, die Anamnese gemeinsam mit einer Bezugsperson durchzuführen. Diese kann auch Auskünfte über die Intensität der Anfälle und deren Dauer geben.

Nach der Anamnese führt der Arzt eine Blutuntersuchung durch, um feststellen zu können, ob die Anfälle eine andere Ursache haben. Oft kommt es beispielsweise im Rahmen einer Diabetes oder einer Infektion zu ähnlichen Symptomen. Im Rahmen der späteren Therapie ist die Blutuntersuchung ein probates Mittel, um die Auswirkungen bestimmter Medikamente überwachen zu können.

Nach der Blutuntersuchung führt der Arzt eine EEG-Untersuchung durch. Diese dient dazu, die elektrische Aktivität des Gehirns zu messen und so zu ermitteln, ob Gehirnschädigungen vorliegen. Des weiteren wird eine MEG-Untersuchung vorgenommen, mit Hilfe welcher die genaue Form der Epilepsie bestimmt werden kann.

Zuletzt kommen zur Diagnose einer Epilepsie bildgebende Verfahren zum Einsatz. So etwa eine MRT, welche der Erstdiagnose dient und eine PET, welche der Bestimmung der genauen Epilepsie-Form dient. In manchen Fällen wird zusätzlich noch eine MRS durchgeführt.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung einer Epilepsie besteht aus zwei Komponenten – Sofortmaßnahmen bei einem Krampfanfall und einer Anfallsprophylaxe. Als Sofortmaßnahme reicht es in den meisten Fällen aus, alles beiseite zu räumen, was den Betroffenen verletzen könnte. Meist dauert ein Krampfanfall nur wenige Minuten.

Bei Bewusstlosigkeit oder einer Anfallsdauer von länger als fünf Minuten, sollte der Notarzt gerufen werden.

Kommt es pro Jahr zu mehr als einem Anfall, wird eine Anfallsprophylaxe durchgeführt. Dabei werden verschiedene Medikamente eingesetzt. Meist handelt es sich dabei um Carbamazepin, Clonazepam oder Valproinsäure.

Der Arzt versucht durch die Verordnung der Medikamente zunächst eine Anfallsfreiheit zu erreichen. Dazu wird die Dosis der Medikamente langsam gesteigert.

In seltenen Fällen kann auch ein neurochirurgischer Eingriff notwendig sein, bei dem bestimmte Areale des Hirns entfernt werden um einen weiteren Krampfanfall zu verhindern.

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Vorbeugung

Gegen eine Epilepsie gibt es keine Vorbeugung. Jedoch kann bei einem Epileptiker ein weiterer Krampfanfall durch die Einnahme von Medikamenten oftmals verhindert werden. Außerdem kann versucht werden, die Gefahr für einen Epileptiker beim Auftreten eines epileptischen Anfalls so gering wie möglich zu halten, um eine Verletzung während eines Krampfanfalls zu verhindern.

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