Kavaliersschmerzen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 11. April 2015
Gesundpedia.deSymptome Kavaliersschmerzen

Unter dem Begriff Kavaliersschmerzen bezeichnet man ein Phänomen, welches im Rahmen des unterdrückten Samenergusses auftritt. Eine lang anhaltende und starke Erregung, welche nicht mit einem Samenerguss "beendet" wird, kann mitunter zu Schmerzen in den Hoden sowie im Unterleib führen. Dieser Zustand, der auch als "blaue Hoden" bekannt ist, kann mitunter mehrere Minuten, jedoch aber auch für einige Stunden andauern. Es tritt jedoch keine ernstzunehmende gesundheitliche Gefahr auf.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Kavaliersschmerzen?

Der Mann verspürt plötzlich auftretende Schmerzen, welche primär in den Hoden sowie im Unterleib festgestellt werden. Jene Schmerzen treten dann auf, wenn der Mann eine lange und relativ starke Erregung hat und jene nicht mit einem Samenerguss bzw. einer Ejakulation beendet wird. In einigen Fällen treten jene Schmerzen aber auch auf, wenn der Mann eine Ejakulation hatte. Vor allem ist das dann möglich, wenn der Mann über eine relativ lange bzw. mehrere Stunden andauernde Erektion verfügt hat (etwa durch die Verwendung eines Penis- bzw. Cockrings).

Der Begriff Kavaliersschmerz leitet sich davon ab, dass es vor allem "höflich" ist bzw. der Mann auf die Bedürfnisse der Frau achtet und somit seinen Orgasmus - während dem Geschlechtsverkehr - herauszögert; er trachtet danach, dass er erst den Orgasmus erlebt, wenn die Frau vollumfänglich befriedigt wurde. Jedoch kann das lange Hinauszögern der Ejakulation für einen Krampf der Muskulatur sorgen, welche mitunter dementsprechende Schmerzen auslöst.

Ursachen

Im Rahmen der sexuellen Erregung tritt eine Vasodilatation ein. In gleicher Linie tritt auch die Vasokonstriktion ein. In den männlichen Genitalien entsteht eine Erhöhung der Blutmenge, welche rund 30 Prozent bis 40 Prozent ausmacht. Des Weiteren ist der Tonus der Samenwege erhöht; der Organismus bereitet sich im Endeffekt auf die Ejakulation des Mannes vor. Entsteht - obwohl eine lange und intensive Erregung vorhanden ist - keine Ejakulation, können Schmerzen eintreten.

Vor allem beginnt die Muskulatur der Samenwege zu krampfen. Dieser Krampf ist mitunter dafür verantwortlich, dass der Mann über Schmerzen im Unterleib sowie in den Hoden berichtet. In den meisten Fällen können die Hoden auch ihre Farbe verändern, sodass sie leicht bläulich werden. Aus diesem Grund spricht man - wenn vom Kavaliersschmerz die Rede ist - auch immer wieder von den "blauen Hoden".

Es geht jedoch keine Gefahr für die Gesundheit und das Leben aus. Viele Männer sind von dem auftretenden Schmerz überrascht; im Regelfall kann der Kavaliersschmerz auch ohne Ejakulation – somit „von alleine“ – vergehen. Jedoch kann, wenn keine Ejakulation herbeigeführt wird, der schmerzhafte und äußerst unangenehme Zustand mehrere Stunden andauern.

Diagnose und Verlauf

Folgt nach einer langen Erregung keine Ejakulation, so kann ein stechender wie unter anderem auch brennender Schmerz im Unterleib sowie in den Hoden auftreten. Der Schmerz kann eine derart starke Intensität aufweisen, dass eine gebeugte oder auch langsame Haltung eingenommen wird. Jedoch empfinden viele Männer den Kavaliersschmerz „nur“ als „ungenehmen“. Im Regelfall ist keine medizinische Therapie und Behandlung notwendig. Da der Schmerz nach wenigen Minuten aufhört und keine gesundheitliche Gefahr davon ausgeht, gehen nur die wenigsten Männer zum Arzt.

Der Mediziner stellt die Diagnose im Rahmen des Patientengesprächs. Schlussendlich dauert der Kavaliersschmerz (in den meisten Fällen) nur wenige Minuten an, sodass eine direkte Untersuchung nicht möglich ist. Tritt der Kavaliersschmerz häufig ein bzw. auch dann, wenn der Mann eine Ejakulation hatte, sollte sehr wohl eine medizinische Abklärung beim Facharzt erfolgen. Schlussendlich können andere Erkrankungen vorliegen.

Behandlung und Therapie

Eine medizinische Behandlung ist nicht notwendig. Die klassische Therapie bzw. Behandlung beginnt mit dem Herbeiführen des Samenergusses. Hat der Mann die Ejakulation zurückgehalten bzw. treten dementsprechende Schmerzen auf, sodass auch die Hoden leicht blau verfärben, sollte ein Samenerguss herbeigeführt werden. Nach einem Samenerguss dauert es wenige Minuten (in Ausnahmefällen ein paar Stunden), bis die Schmerzen komplett verschwinden.

Eine weitere Möglichkeit ist die moderate Kühlung der Hoden. Der Mann kann mitunter ein nasses Handtuch oder auch einen kühlen Eisbeutel auf die Hoden legen. Jene Behandlung sorgt dafür, dass die Schmerzen zurückgehen. Eine medizinische Therapie und Behandlung gibt es im Regelfall nicht; jene sind auch nicht erforderlich, da keine gesundheitliche Schäden möglich sind. Sollte der Schmerz – auch nach einer Ejakulation – bestehen bleiben und auch nach mehreren Stunden seine Intensität nicht verlieren, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

In wenigen Fällen können andere Erkrankungen oder Ursachen vorliegen, welche jedoch medizinisch abgeklärt werden müssen. Liegt nur ein Kavaliersschmerz vor, ist jener nach einigen Minuten bzw. Stunden nach der Ejakulation vorbei.

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Vorbeugung

Der Kavaliersschmerz kann sehr wohl vorgebeugt werden. Im Endeffekt muss es dem Mann gelingen, dass er ejakuliert bzw. die Erektion nicht zu lange "aufrecht" erhält. Je länger die Erektion anhält, desto höher stehen die Chancen, dass ein derartiger Schmerz eintritt. Vor allem bei der Verwendung eines Cockrings kann mitunter der Kavaliersschmerz auftreten.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Milli kommentierte am 15.08.2015 um 20:55 Uhr

Ich finde immer nur Beiträge über Kavaliersschmerzen bei Männern. Bei Frauen tritt dieser aber auch auf, oder? Habe mich lange gefragt und versucht zu recherchieren was dieses wirklich unangenehme fiese Ziehen im Unterleib zu bedeuten hat, wenn ich den Orgasmus nicht erreicht habe. Und das bleibt nicht nur einige Minuten sondern auch gerne ein bis zwei Tage! Wie funktioniert das bei Frauen und warum so extrem lange? Und warum gibt es dafür keinen eigenen Namen?