Tumorschmerzen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 6. Dezember 2016
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Als Tumorschmerzen werden Schmerzen durch eine Tumorerkrankung bezeichnet. Im engeren Sinne sind mit Tumorschmerzen die Schmerzen gemeint, die die Geschwulst selbst auslöst. Im weiteren, umgangssprachlichen Sinne zählen zum Tumorschmerz auch Beschwerden durch die Medikation.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Tumorschmerzen?

Tumorschmerzen sind grundsätzlich alle körperlichen Schmerzen, die der Tumor durch seine Raumforderung und die Zerstörung gesunden Gewebes auslöst. Ein Tumor ist in den frühen Stadien meist nicht schmerzhaft, bis er mit der Raumforderung beginnt. Druck auf gesunde Organe, Verdrängung ihrer gesunden Position und Zerstörung gesunder Gewebe gehen mit mehr oder minder starken Schmerzen einher. Krebspatienten erleben bei gleichbleibendem oder besser werdendem Stadium der Erkrankung gleichbleibenden Tumorschmerz. Verändert er sich, wird intensiver oder greift auf andere Körperpartien über, ist dieser neue Tumorschmerz ein Indiz dafür, dass sich die Krebserkrankung verändert oder verschlimmert. Im weiteren Sinne gehören zu den Tumorschmerzen auch solche Schmerzen, die durch die Behandlung der Erkrankung entstehen. Insbesondere sind dies Operationsschmerzen.

Ursachen

Die Ursache von Tumorschmerzen ist in erster Linie der Primärtumor selbst, also der Tumor, mit dem die Krebserkrankung ihren Anfang nahm. Er rührt in weiteren Stadien auch von Metastasen her. Der Tumor selbst kann in den anfänglichen Stadien meist noch nicht schmerzen, die ersten Schmerzen entstehen durch Druck auf gesunde Organe. Diese werden in ihrer Funktion beeinträchtigt und reagieren mit Tumorschmerz.

Auch können manche Tumoren gesundes Gewebe befallen und zerstören, was in vielen Fällen noch stärkere Tumorschmerzen als der reine Druck aufs Organ auslöst. Grundsätzlich gibt es im Spektrum der Tumorschmerzen Nerven-, Weichteil- und Knochen-, viszerale und indirekte Schmerzen. Nervenschmerz entsteht durch Schädigung von Nerven. Weichteil- und Knochenschmerzen sind sehr intensiv, da in diesen Bereichen eine hohe Dichte an Schmerzzellen vorliegt. Viszerale Schmerzen betreffen die inneren Organe. Indirekte Schmerzen sammeln beispielsweise Muskelschmerz, Verspannung und Tumorschmerzen durch eine veränderte Körperhaltung durch den Tumor.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Tumorschmerzen:

Typisch für Tumorschmerzen ist, dass sie spontan auftreten, bereits beim ersten Auftreten als sehr intensiv empfunden werden und nicht mehr oder nur sehr kurz von alleine besser werden. Zum erstmaligen Auftreten der Tumorschmerzen hilft es dem Patienten manchmal noch, seine Körperhaltung zu ändern oder häufiger zu liegen, zu stehen oder Anstrengung zu vermeiden - bei jedem Tumorschmerz helfen andere Reaktionen des Patienten.

Jede Reaktion auf den Tumorschmerz schafft jedoch nur kurze Abhilfe. Nach dem erstmaligen Auftreten verschlimmert sich der Tumorschmerzen meist schnell über einige Wochen. Je schneller die Verschlechterung, desto aggressiver ist meist auch die Krebserkrankung. Tumorschmerzen können mit vielen weiteren, tumorspezifischen Beschwerden einhergehen.

Diagnose

Die Diagnose von Schmerzen als Tumorschmerzen fällt vor allem dann nicht leicht, wenn die Krebserkrankung selbst noch nicht bekannt ist. Zur Diagnose der Schmerzquelle werden neben allgemeinen Untersuchungen wie einer Anamnese, dem Abtasten und der Ultraschalluntersuchung im weiteren Schritt bildgebende Verfahren eingesetzt (CT, MRT, Röntgenaufnahmen).

Anhand dieser Bilder kann der Tumorschmerzen oft schon als solcher identifiziert werden. Darauf folgend kann durch Gewebeproben, [[Blutbild|Blutentnahmen und weitere Untersuchungsverfahren abgeklärt werden, um welche Art von Tumor es sich handelt und wie die nächsten Behandlungsschritte aussehen. Grundsätzlich dauert die sichere Diagnose von Tumorschmerzen jedoch lange.

Behandlung und Therapie

Die Schmerztherapie spielt in der Krebsbehandlung aufgrund der fast immer gegebenen Tumorschmerzen eine wichtige Rolle. In Frage kommen zunächst verschiedene Schmerzmittel zur oralen Einnahme nach Bedarf. Diese sind bei Tumorschmerzen jedoch höher dosiert und es handelt sich oft auch um andere Wirkstoffe als das klassische Ibuprofen oder Paracetamol, die bei Tumorschmerz oft wirkungslos sind. Sie werden dagegen gerne zur Nachbehandlung von Operationsschmerzen eingesetzt.

In schlimmen Fällen von Tumorschmerzen kommen intravenöse Schmerzmittel mit höherer Dosierung in Frage, die den Schmerz sofort stillen oder zumindest lindern können. Allerdings darf Tumorschmerz niemals so weit ausgeschaltet werden, dass der Patient eine Verschlimmerung oder Ausbreitung in andere Regionen des Körpers nicht mehr bemerken würde.

Diese sind wichtige Indikatoren für die Entwicklung der Krebserkrankung und signalisieren, dass eine schnelle Reaktion notwendig ist. Ziel der Schmerztherapie bei Tumorschmerzen ist es, die Lebensqualität des Betroffenen so weit zu steigern, dass er nur noch so viel Schmerz wie unbedingt nötig spürt und bestenfalls bei günstigem Verlauf schmerzfrei leben kann.



Vorbeugung

Obwohl Tumorschmerzen sich selbst mit wirksamen Schmerzmedikamenten in späten Stadien nicht mehr ganz ausschalten lassen, gibt es bei günstiger Prognose Wege, sein Auftreten erträglicher zu machen. Jeder Krebspatient wird im Laufe der Zeit selbst herausfinden, bei welchen Aktivitäten der Tumorschmerz schlimmer oder erträglicher wird. Manchen Patienten hilft es, viel zu liegen, während andere eher gut stehen können.

Wenn Tumorschmerzen sich verändern oder schlimmer werden, muss der Patient die Veränderung mit dem behandelnden Onkologen abklären. Die gänzliche Abschaltung von Tumorschmerzen lässt sich oft nur mit einer operativen Entfernung des Tumors erreichen, der bei Operabilität des Patienten immer zum Behandlungsplan gehört.

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