Hornhautgeschwür

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 9. September 2017
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Lichtempfindlichkeit sowie tränende und schmerzhafte Augen sind die ersten Anzeichen für ein Hornhautgeschwür. Das Ulcus corneae muss relativ schnell von einem Arzt behandelt werden. So kann der Patient etwaige Folgeschäden durch das Hornhautgeschwür vermeiden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Hornhautgeschwür?

Das Hornhautgeschwür tritt direkt am Rand der Hornhaut auf. Dadurch entsteht eine Infektion, sodass Erreger durch diese kleine Verletzung, direkt an der Oberfläche der Hornhaut, eindringen. Die Erreger sorgen für ein gereiztes sowie gerötetes Auge. Die Hornhaut des Auges ist jedoch extrem wichtig für die Sehfähigkeit. Das bedeutet, dass der Betroffene nicht zögern darf und sofort von einem Augenarzt behandelt werden muss.

Durch das Hornhautgeschwür kann eine Beeinträchtigung der Sehfähigkeit gegeben sein. Der Patient bemerkt die Verletzung des Auges oftmals nur durch Schmerzen oder einen nicht mehr zu kontrollierenden Tränenfluss. Diese Verletzung der Hornhaut ist im Endeffekt auch der Auslöser für das Hornhautgeschwür.

Ursachen

Das Hornhautgeschwür entsteht durch eine Hornhautentzündung (Keratitis). Hier sind bestimmte Krankheitserreger, durch die Verletzung, in das Auge gelangt und sorgen somit für eine Entzündung. Es gibt jedoch auch weitere Faktoren, die ein Hornhautgeschwür begünstigen. Dazu zählen beispielsweise trockene Augen oder auch das häufige Verwenden von Kontaktlinsen. Trägt der Patient bei einem verletzten Auge noch immer die Kontaktlinsen, erhöhen sich die Chancen, dass er ein Hornhautgeschwür bekommt.

Auch eine Tränensackentzündung fördert das Hornhautgeschwür. Des Weiteren gibt es Grunderkrankungen, welche ein Hornhautgeschwür begünstigen. Dazu zählen etwa rheumatische Krankheiten, ein sehr hohes Lebensalter oder auch Diabetes mellitus, welche ein Hornhautgeschwür auslösen können.

Wann zum Arzt?

Ein Hornhautgeschwür äußert sich meist durch deutliche Symptome. Ein sofortiger Arztbesuch ist erforderlich, wenn plötzlich ein ausgeprägtes Fremdkörpergefühl im Auge bemerkt wird, das innerhalb kurzer Zeit an Intensität zunimmt. Auch starke Schmerzen, ein auffällig rotes Auge oder ein gesteigerter Tränenfluss sind Warnzeichen für ein Geschwür der Hornhaut, die einer sofortigen Abklärung durch einen Mediziner bedürfen. Nicht zuletzt ist das Sehvermögen stark beeinträchtigt und die Bindehaut geschwollen. Äußerlich zeigt sich das Geschwür als eine grauweiße Trübung in der Hornhaut.

Wenn diese Symptome bemerkt werden, gilt: sofort zum Arzt und die Ursache abklären. Risikogruppen wie Patienten mit einer rheumatischen Erkrankung oder Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sollten bereits bei ersten Auffälligkeiten im Bereich der Hornhaut und des Auges einen Arzt einschalten. Spätestens, wenn die Sehkraft stark nachlässt, muss ein Mediziner zurate gezogen werden. Bleibt das Geschwür unbehandelt, verursacht es im weiteren Verlauf Löcher in der Hornhaut. Schließlich kann es zur Erblindung des betroffenen Auges kommen. Bei Beschwerden mit den Augen und insbesondere der Hornhaut ist deshalb eine sofortige Behandlung durch einen Arzt anzuraten.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome eines Hornhautgeschwürs:

Klassische Symptome eines Hornhautgeschwürs sind unter anderem gerötete Augen sowie Augenschmerzen. Ebenfalls beschreibt der Patient, dass er einen Fremdkörper in seinem Auge fühlt. Der Patient ist lichtempfindlich und klagt auch immer wieder über tränende Augen. Das bedeutet, dass er den Tränenfluss nicht kontrollieren kann. Ebenfalls klagen viele Patienten über deutliche Sehstörungen oder auch eine sehr starke Beeinträchtigung ihrer Sehfähigkeit. Damit das Hornhautgeschwür keine bleibenden Schäden verursacht, ist eine rasche Behandlung erforderlich.

Der Verlauf des Hornhautgeschwürs kann mitunter - bei einer Nichtbehandlung - fatale Folgen mit sich bringen. Das bedeutet, dass der Patient bei den ersten Anzeichen, sofort einen Mediziner aufsuchen muss. Das Sehvermögen kann innerhalb weniger Stunden derart getrübt werden, dass nach der Therapie des Arztes eine Narbe auf der Hornhaut bestehen bleibt. Diese Narbe, direkt auf der Hornhaut, sorgt für eine sehr starke Sehbeeinträchtigung. Bei einer Nichtbehandlung ist sogar das Erblinden, des vom Hornhautgeschwür betroffenen Auges, möglich.

Diagnose

Die Diagnose Hornhautgeschwür stellt der behandelnde Arzt. Hier ist es ratsam, sich - bei den oben erwähnten Symptomen - von einem Spezialisten bzw. Facharzt untersuchen zu lassen. Der Arzt stellt im Rahmen einer Anamnese die Diagnose. Bereits durch das Gespräch mit dem Patienten und der Schilderung der Symptome kann der behandelnde Arzt beinahe sicher sein, dass es sich um ein Hornhautgeschwür handelt. Mittels Spaltlampe untersucht der Arzt das betroffene Auge. Mit einer Spülung des Tränengangs sowie auch einer Reinigung desselben, kann der Arzt eine Bestätigung seines Verdachtes einholen. Ebenfalls ist ein Abstrich vom Hornhautgeschwür sowie der Augenbindehaut - in einigen Fällen - notwendig.

Komplikationen

In der Regel kommt es beim Hornhautgeschwür nicht zu einer Selbstheilung. Aus diesem Grund muss bei dieser Beschwerde immer ein Arzt aufgesucht werden, da es vor allem ohne Behandlung zu schwerwiegenden Komplikationen an den Augen kommen kann. Die Betroffenen leiden dabei in erster Linie an Schmerzen an den Augen und auch an geröteten Augen. Weiterhin kommt es nicht selten zu einem Fremdkörpergefühl im Auge, welches sich in den meisten Fällen sehr unangenehm anfühlt. Ebenso kommt es zu einer starken Lichtempfindlichkeit und weiterhin auch zu Sehstörungen.

Die Augen können tränen und damit die Lebensqualität deutlich verringern. Im schlimmsten Falle kann das Hornhautgeschwür auch zu einer vollständigen Erblindung führen, wenn es nicht behandelt wird. Die Behandlung wird in den meisten Fällen mit Hilfe von Antibiotika oder durch Augentropfen durchgeführt. Dabei treten keine besonderen Komplikationen auf. Allerdings können sich auch später noch Geschwüre ausbilden, sodass eine vollständige Heilung in der Regel nicht vorhergesagt werden kann. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch das Hornhautgeschwür in den meisten Fällen nicht beeinflusst.

Behandlung und Therapie

Eine Behandlung sowie Therapie, gegen das Hornhautgeschwür, findet im Regelfall örtlich statt. Das bedeutet, dass der Mediziner die Tränenwege spült. Trägt der Patient Kontaktlinsen, sollte er - bis zur kompletten Heilung der Hornhaut - darauf verzichten. Doch neben der Behandlung des Hornhautgeschwürs, muss der Arzt auch die Erreger bekämpfen. Hier verabreicht der Arzt antibiotische Augentropfen. Stellt der Arzt auch eine Entzündung der Augenhaut fest, ist eine Therapie mittels Antibiotika notwendig. Diese erhält der Patient in Tablettenform.

Stellt der Arzt bereits Schäden an der Hornhaut fest (Löcher oder ein stark fortgeschrittenes Hornhautgeschwür), steht dem Patient im Endeffekt nur die Operation als einzige sinnvolle Behandlungsmöglichkeit, zur Verfügung. Bei der Operation findet eine Transplantation der Hornhaut statt. Oftmals ist eine Operation nicht ausreichend, sodass der Patient mehrere Eingriffe über sich ergehen lassen muss. Auch wenn die konservative Therapie (Augentropfen sowie Medikamente) keine Wirkung zeigt, ist ein Eingriff notwendig. Die Behandlungsdauer erstreckt sich oftmals über einige Wochen.

Auch bei einer rheumatischen Ursache des Hornhautgeschwürs ist es notwendig, dass dies operativ behandelt wird. Jedoch besteht die Gefahr der Neubildung des Hornhautgeschwürs. Bleibt nach einer konservativen Behandlung eine Narbe auf der Hornhaut zurück, hat der Patient eine Beeinträchtigung des Sehvermögens. Hier ist nur mehr die Linderung, durch die Folgen des Hornhautgeschwürs, mit Hilfe einer Hornhauttransplantation möglich.



Vorbeugung

Eine Vorbeugung des Hornhautgeschwürs ist nur bedingt möglich. Wichtig ist, dass der Patient darauf achtet, dass er direkte Schäden an der Hornhaut vermeidet. Das bedeutet, dass er vor allem auf die notwendige Hygiene, beim Verwenden von Kontaktlinsen, achten muss. Kontaktlinsen sollten generell nur einen Tag - und nie über die Nacht beim Schlafen - eingesetzt sein. Ansonsten besteht die Gefahr einer Verletzung und eines Hornhautgeschwürs.

Bücher über Augenheilkunde

Quellen

  • Grehn F.: Augenheilkunde. Springer Verlag. 30. Auflage 2008
  • Lang, G.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014
  • Wutta, H.P., Brucker, K.: Theorie und Praxis der Augen-Akupunktur. Hippokrates Verlag, Stuttgart 2014
  • Zervos-Koop, J.: Anatomie, Biologie und Physiologie: Ergotherapie Prüfungswissen. Thieme Verlag, Stuttgart 2013
  • Faller, A. et al.: Der Körper des Menschen. Thieme, Stuttgart 2012

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