Hohlkreuz (Hyperlordrose)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 31. März 2015
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Bei nicht wenigen Menschen in Europa lässt sich die eigentümliche Rückenform, die man im Volksmund Hohlkreuz und in Fachkreisen Hyperlodrose nennt, erkennen. Wie sie entsteht, wie sie behandelt und wie ihr vorgebeugt werden kann, wird im folgenden Artikel beschrieben.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Hohlkreuz?

Als Hohlkreuz bzw. Hyperlordose wird die übermäßige konvexe Krümmung der Wirbelsäule im Bereich der Lendenwirbel bezeichnet. Es handelt sich um eine Fehlhaltung, bei der das Becken nach vorne verlagert wird und die Wirbelsäule sich in Richtung Bauch wölbt, was den Eindruck erweckt, Betroffene hätten an ihrem Bauch schwer zu schleppen.

Um ein Gleichgewicht zu erreichen, wird der Brustkorb nach hinten verlagert. Dies geht häufig mit einer Unbeweglichkeit im unteren Rücken einher. Das Hohlkreuz als Fehlhaltung ist nicht nur für Mediziner leicht zu erkennen.

Ursachen von Hohlkreuz

Es gibt verschiedene Ursachen, die zur Bildung eines Hohlkreuzes führen können. Bewegungsmangel, das Erlernen einer falschen Haltung und das regelmäßige Sitzen auf ergonomischen Ansprüchen nicht genügenden Möbelstücken spielen bei der Hohlkreuzbildung eine große Rolle.

Es wird angenommen, dass auch ein verkippter Atlaswirbel oder das Krankheitsbild des Morbus Pomarino (Vorfuß- bzw. Zehenspitzengehen) etwas mit der Ausformung eines Hohlkreuzes zu tun haben können, indem sich die Wirbelsäule an die veränderte Körperbalance anpasst.

Insbesondere bei schwach ausgeprägter, jedoch hypertoner (also ständig unter Spannung stehender) Rückenmuskulatur bildet sich das Hohlkreuz durch die Verkürzung von Sehnen und Bänder, die die durch die falsche Haltung im Rücken Spannungen hervorrufen, und führt zu dem "unbeweglichen" unteren Rücken. Die Folge sind nicht nur das charakteristische Hohlkreuz, sondern auch Schmerzen und ein erhöhtes Risiko für Krankheiten der Wirbelsäule.

Symptome und Verlauf von Hohlkreuz

Schwache Bauchmuskulatur, Fehlbelastungen und Bewegungsmangel sind häufig der Grund für eine Hohlkreuz.

Ein Hohlkreuz ist für Außenstehendene relativ schnell zu erkennen. Zunächst geht es mit keinen Symptomen außer vielleicht Verspannungen einher, doch mit zunehmender Abschwächung der stützenden Brust- und Rückenmuskulatur, die im Laufe der Jahre normal ist, können sich Rückenschmerzen einstellen.

Der untere Rücken kann durch die Verkürzung der beteiligten Muskeln und Sehnen unbeweglich werden, und die Wahrscheinlichkeit von Bandscheibenvorfällen ist bei Menschen mit einer Hyperlodose im Vergleich zu Menschen mit gesunder Wirbelsäulenform deutlich erhöht.

Es kann passieren, dass Nerven in dem eng gewordenen Kanal der Wirbelsäule eingequetscht werden oder dass Wirbelenden aneinander stoßen. Je deutlicher das Hohlkreuz ausgeprägt ist und je länger es unbehandelt bleibt, desto höher ist die Gefahr, dass die stark erhöhte Wirbelbelastung Folgen für die Gesundheit der Wirbelsäule hat.

Diagnose von Hohlkreuz

Bei Medizinern und Laien reicht eigentlich schon der Blick auf den typisch geformten Rücken, um ein Hohlkreuz zu diagnostizieren. Eindeutiger wird es noch, wenn sich die typischen Schadensbilder, die ein Hohlkreuz bei vielen Menschen manifestiert, einstellen - also beispielsweise Verspannungen, Rückenschmerzen, Reizungen durch Nervenquetschungen, ein unbeweglicher unterer Rücken oder sogar ein Bandscheibenvorfall. Umfangreiche invasive Untersuchungen sind zur Diagnose nicht notwendig.

Behandlung von Hohlkreuz

Je schneller einem Hohlkreuz entgegengewirkt wird, desto höher ist die Chance, dass Betroffenen die unangenehmen Symptome erspart bleiben. Im Anfangsstadium ist es bei Betroffenen häufig bereits hilfreich, sich ausreichend zu bewegen, bewusst auch beim Sitzen auf die eigene Körperhaltung zu achten, Dehnübungen durchzuführen und Sitzgelegenheiten zu wählen, die ergonomischen Ansprüchen genügen.

Auch der regelmäßige Gang zu einem Rückenschule-Kurs ist hilfreich - die Übungen können auch nach Ablauf des Kurses zuhause regelmäßig durchgeführt werden. Neben Übungen zur richtigen Haltung erhalten Betroffene in der Rückenschule oft auch Dehnübungen an die Hand, die den verkürzten Bändern und Sehnen gut tun.

Ein Hohlkreuz jahre- oder jahrzehntelang unbehandelt zu lassen, kann neben Haltungsschäden und Schmerzen im Rücken auch zu komplizierteren Schäden wie die Verengung des Wirbelkanals oder zu Bandscheibenvorfällen führen. Falls dies eingetreten ist, sind operative Maßnahmen zur Erweiterung des Wirbelkanals oder eben Operationen der betroffenen Bandscheiben möglich bzw. angezeigt.

Die Therapie eines Hohlkreuzes sollte in jedem Fall mit Betreuung von Fachpersonal erfolgen, damit nicht versehentlich falsch ausgeübte Übungen die Beschwerden, die das Hohlkreuz mit sich bringen kann, noch verschlimmern.

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Vorbeugung von Hohlkreuz

Mit einer ausreichenden Vorbeugung lässt sich ein Hohlkreuz relativ einfach vermeiden. Es ist am besten schon im Kindes- und Jugendalter auf ausreichende Bewegung und eine richtige Körperhaltung zu achten. Wenn ein Verdacht auf Hohlkreuzbildung besteht, ist es sinnvoll, schnellstmöglich einen Orthopäden aufzusuchen und Gegenmaßnahmen wie den Besuch einer Rückenschule einzuleiten sowie das Bewusstsein für eine gute Haltung zu schärfen. Je früher dies geschieht, desto besser ist es. Die Anschaffung von Sitzmöbeln, die ergonomischen Ansprüchen genügen, ist ebenfalls sinnvoll, um zu vermeiden, dass die Haltung sich unbemerkt verschlechtert.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Dennis kommentierte am 06.12.2014 um 13:57 Uhr

Im Alter von 20 Jahren erlitt ich einen Bandscheibenvorfall auf Grund meines Hohlkreuzes und starken Übergewichts (135 kg bei 168 cm). Mein Arzt empfahl mir, mich bewusster zu ernähren und durch Bewegung mein Gewicht zu reduzieren. Ich befolgte den Rat und nun, mit 24 Jahren, ist mein Hohlkreuz fast verschwunden. Mein Körper hat sich soweit verändert (78 kg), dass ich mich ohne Scham im Freibad zeigen kann. Ich habe eine Ausbildung zum Landschaftsgärtner abgeschlossen. Schaffen kann das jeder! Man braucht nur genügend Unterstützung und den Willen wirklich etwas zu verändern!