Heberden-Arthrose

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. April 2015
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Bei der Heberden-Arthrose handelt es sich um eine Arthrose der Fingerendgelenke, die nach dem Entdecker William Heberden benannt wurde. Sie äußert sich durch Knötchen an den Fingerendgelenken, die mit Bewegungseinschränkungen und Schmerzen einhergehen. Im Verlauf verschlimmern sich die Symptome teils bis hin zu einer völligen Versteifung der Gelenke.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Heberden-Arthrose?

Unter der Bezeichnung Heberden-Arthrose verstehen Mediziner eine Form der Arthrose, also eine Erkrankung der Gelenke. Betroffen sind in diesem Fall besonders die Fingerendgelenke. Diese werden im Verlauf der Erkrankung zunehmend steif und bewegungsunfähig.

Die Heberden-Arthrose wird außerdem von für die Krankheit typischen Knötchen begleitet, die sich an den betroffenen Gelenken bilden und so für Deformierungen der Finger sorgen können. Eine Heberden-Arthrose kann unterschiedliche Ursachen haben. Oftmals sind Frauen von der Erkrankung betroffen.

Ursachen

Die Ursachen für eine Heberden-Arthrose können ganz unterschiedlich ausfallen. Nicht selten tritt die Erkrankung infolge einer dauerhaften Über- oder Fehlbelastung der Fingergelenke auf, beispielsweise im Rahmen bestimmter beruflicher Tätigkeiten oder Sportarten.

Auch Verletzungen durch Unfälle, bei denen die Gelenke und/oder Knorpel beschädigt wurden, können eine Heberden-Arthrose nach sich ziehen. In manchen Fällen sind Fehlbildungen der Gelenke bzw. der Knorpel auch angeboren. Diese können in meist fortgeschrittenem Alter zu einer Heberden-Arthrose führen. Das Gleiche gilt auch für genetisch bedingte Faktoren, die den Betroffenen für eine Erkrankung wie die Heberden-Arthrose prädestinieren.

In vielen Fällen sind Frauen von der Gelenkerkrankung betroffen. Dies gilt sowohl für angeborene Schäden als auch für hormonell bedingte Beschwerden, die etwa im Laufe der Wechseljahre auftreten und aus denen sich unter Umständen eine Heberden-Arthrose entwickeln kann.

Symptome und Verlauf

Typische Symptome der Heberden-Arthrose:

Eine Heberden-Arthrose äußert sich meist durch eine zunehmende Versteifung der Fingerendgelenke. Diese tritt zunächst nur zeitweise auf und lässt sich durch Bewegung der Finger schnell beseitigen. Dazu kommen Schmerzen in den betroffenen Bereichen, die zuerst nur bei Bewegung, später auch im Ruhezustand auftreten.

Optisch lässt sich eine Heberden-Arthrose an den für die Erkrankung typischen sogenannten Heberden-Knoten erkennen, die sich an den Fingerendgelenken bilden. Für den Betroffenen sind diese nicht nur unangenehm, da sie zu einer weiteren Versteifung der Gelenke führen; sie können auch zu deutlich sichtbaren Deformierungen der Finger führen. Unbehandelt führt eine Heberden-Arthrose schlimmstenfalls zu einer völligen Versteifung der betroffenen Gelenke.

Diagnose

Besteht der Verdacht auf eine Heberden-Arthrose, kann diese vom behandelnden Arzt meist bereits anhand einer rein optischen Untersuchung festgestellt werden. Die Heberden-Knoten sind derart typisch, dass ihr Vorhandensein bereits für eine Diagnose ausreichend ist.

Sind diese noch nicht sehr ausgeprägt oder will der Mediziner seinen Verdacht untermauern, kann zusätzlich eine manuelle Untersuchung der betroffenen Fingergelenke stattfinden. Sind diese deutlich versteift und dazu schmerz- und druckempfindlich, kann dies auf eine Heberden-Arthrose hindeuten. Das Hinzuziehen von Röntgenaufnahmen schließlich kann eindeutig Auskunft über typische Gelenkveränderungen und so das Vorliegen einer Heberden-Arthrose geben.

Behandlung und Therapie

Wurde eindeutig eine Heberden-Arthrose diagnostiziert, wird der behandelnde Arzt eine entsprechende Therapie einleiten. Bei dieser stehen vor allem ein Erhalt der Beweglichkeit und eine Linderung der Schmerzen im Vordergrund. Letztere können mithilfe von Schmerzmitteln (Analgetika) deutlich verringert werden.

Bei einer dauerhaften Gabe solcher Medikamente ist allerdings das Risiko einer Abhängigkeit nicht zu unterschätzen. Um die Entzündungen in den Gelenken zu beseitigen bzw. zu hemmen, können cortisonhaltige Präparate direkt in die Gelenkregion gespritzt werden. Zusätzlich ist eine andauernde Bewegungstherapie notwendig, um die Beweglichkeit der betroffenen Gelenke zu erhalten bzw. wiederherzustellen.

Krankengymnastische und/oder ergotherapeutische Übungen, die genau auf das individuelle Krankheitsbild abgestimmt sind, können hier gute Erfolge erzielen. Besonders die Kombination dieser Behandlungen mit Wärme- oder auch Kälteanwendungen hat sich bei der Heberden-Arthrose in vielen Fällen bewährt. Eine umfassende Therapie kann die Symptome der Heberden-Arthrose deutlich lindern und ein Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen oder sogar ganz aufhalten.

Heilbar im eigentlichen Sinne ist die Krankheit allerdings nicht. Studien haben gezeigt, dass sie nach einer längeren aktiven Phase, in der sie recht starke Beschwerden verursacht, in eine Ruhephase übergeht, die mithilfe einer entsprechenden Behandlung vollständig symptomfrei sein kann. Eine vollständige Versteifung der Fingergelenke, die nur operativ behoben werden kann, kann auf diese Weise in vielen Fällen verhindert werden.

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Vorbeugung

Einer Heberden-Arthrose kann in gewissem Maße vorgebeugt werden, indem Fehl- und/oder Überbelastungen der Fingerendgelenke vermieden werden. Treten erste Symptome wie Versteifungen oder andere Beschwerden auf, sollte sofort mit bewegungstherapeutischen Maßnahmen begonnen werden, um die Beweglichkeit der Finger dauerhaft zu erhalten. Hierzu ist es ratsam, einen Arzt hinzuzuziehen. Dieser kann eine entsprechende Therapie einleiten und ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung verhindern.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

heartattack kommentierte am 31.07.2016 um 23:03 Uhr

Zuerst fiel mir auf, dass sich die Nagelhaut von meinem kleinen Finger an der linken Hand abhob und der Nagel von oben 1-2 mm vom Nagelbett einriss. Die Knötchen am Endgelenk sind eher klein, dafür an der rechten Hand umso größer. Wenn sie wachsen, erlebe ich keinen Schmerz, sondern eher ein Jucken. Der Nagel ist völlig in Ordnung. Es sieht nicht besonders schön aus, weil der Finger so klobig wird.