Hämangiom (Blutschwamm)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Juli 2015
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Ein Hämangiom, Blutschwamm bzw. Blutschwämmchen ist ein gutartiger Tumor der Blutgefäße, der meist innerhalb der ersten Lebenswochen an Kopf oder Hals auftritt. Eine Behandlung ist in den wenigsten Fällen notwendig, da Hämangiome sich üblicher Weise bis zur Pubertät wieder zurückbilden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Hämangiom (Blutschwamm)?

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Ein Hämangiom - auch Blutschwämmchen oder Erdbeerfleck genannt - ist ein gutartiger Tumor der Blutgefäße. Man unterscheidet verschiedene Hämangiom-Formen – zu den häufigsten gehören das kapilläre Hämangiom und das kavernöse Hämangiom.

Meist äußert sich ein Hämangiom in Form eines hellen roten Flecks oder eines bläulich-rötlichen Knotens zusätzlicher Blutgefäße in der Haut. Das Hämangiom wächst innerhalb des ersten Lebensjahres und wird mit der Zeit wieder kleiner. Ein Hämangiom ist in der Regel gutartig und nicht verbunden mit medizinischen Komplikationen. In den meisten Fällen benötigt ein Hämangiom keine Behandlung. Bis zum 10. Lebensjahr sind die größten Spuren des Muttermals meist verschwunden.

Ursachen

Die Ursachen für Hämangiome sind immer noch unbekannt. Mehrere Studien haben jedoch die Vermutung bekräftigt, dass die Vermehrung und Vergrößerung des Blutschwamms in Verbindung mit dem Hormon Östrogen steht.

Die Verbindung des weichen Gewebes mit der vermehrten Zirkulation von Östrogen kamen auch auf in einer Studie des Forschungszentrum Standford für Kinderchirurgie. Eine weitere Theorie von Forschern der Harvard Universität besagt, dass die mütterliche Plazenta während der Schwangerschaft bestimmte Regionen des Hautgewebes von der Blutzufuhr abschneidet und damit die Ausbildung des Hämangiom bewirkt.

Andere Ergebnisse wiederum gehen von einem genetischen Umstand in der DNA der Mutter aus, die zum Muttermal führt. Es sind weitere Forschungen nötig, um das plötzliche Auftreten und schnelle Wachstum der Hämangiome zu erklären. Nur so sind auch verbesserte Methoden zu erreichen, um die komplizierte Erscheinung der Blutschwämmchen zu behandeln.

Symptome und Verlauf

Hämangiome sind verbunden mit dem Blutkreislauf. Das Aussehen ist abhängig vom Ort des Auftretens. Wenn sie auf der Hautoberfläche auftreten, haben sie Ähnlichkeit mit einer reifen Erdbeere. Wenn sie sich unter der Oberfläche ausbreiten, treten sie nur als bläuliche Schwellung in Erscheinung. Selten wachsen Hämangiome auch auf innere Organe, z.B. auf der Leber oder auf dem Kehlkopf. In den meisten Fällen bildet sich ein Hämangiom wieder zurück. Seltener bilden sie sich bereits während der Schwangerschaft. Die meisten wachsen innerhalb der ersten Lebenswochen. Zu Beginn wird ein Hämangiom häufig mit einer Schwellung oder einem blauen Fleck (Hämatom) verwechselt. Doch die korrekte Diagnose wird offensichtlicher, wenn das Hämangiom weiter anwächst.

Diagnose

Zur Diagnose eines Hämangioms wird der Arzt nach der Krankengeschichte des Kindes fragen und eine körperliche Untersuchung vornehmen. Die meisten Fälle von oberflächlichen Hämangiome sind offensichtlich und schnell zu erkennen. Falls jedoch Zweifel besteht, was die eindeutige Diagnose anbelangt - besonders bei tiefer liegenden Hämangiomen - werden weitere Diagnoseverfahren angewandt. Dazu können zählen: Computertomographie: Diese Methode nimmt Bilder vom Inneren des Körpers auf, um das Hämangiom und das umliegende Gewebe besser analysieren zu können. Magnetresonanztomographie (MRT): Auch mit diesem Verfahren - mit starken elektronischen Magneten - können detailliertere Analysen des Körperinneren gemacht werden. Angiografie: Hierbei wird ein Kontrastmittel in die Venen gespritzt, um sich über Röntgenaufnahmen ein besseres Bild der umliegenden Gefäße machen zu können.

Behandlung und Therapie

In den meisten Fällen benötigen Hämangiome keinerlei medizinische Behandlung. Zudem ist die Behandlung von einem Hämangiom umstritten. Viele Eltern befürchten eine äußerliche Entstellung des Kindes und psychologische Probleme, die damit einhergehen.

Ärzte jedoch sehen in den meisten Fällen davon ab, ein Hämangiom zu behandeln, da es vermutlich von selbst zurückgehen wird und weil eine Behandlung unerwünschte Nebenwirkungen haben kann. Wenn das Hämangiom die Sehkraft des Kindes beeinträchtigt oder andere gesundheitliche Auswirkungen hat, können folgende Behandlungsmethoden in Erwägung gezogen werden: Laseroperation: Laser können das Wachstum des Hämangioms stoppen.

In manchen Fällen können Laser ein Hämangiom vollständig entfernen oder Wunden auf einem Hämangiom behandeln, die nicht abheilen. Die Risiken dieser Behandlung sind jedoch schwerwiegend und beinhalten Schmerzen, Infektion, Blutungen, Narbenbildung und Verfärbungen der Haut. Medikamente: Kortikosteroid kann injiziert oder oral eingenommen werden. Diese Behandlung ist am effektivsten während der Wachstumsphase des Hämangioms.

Das Medikament kann das Wachstum des Blutschwamms stoppen und in einigen Fällen rückgängig machen. Eventuell ist eine längere und wiederholte Anwendung nötig. Auch hier sind die Risiken schwerwiegend und können bestehen aus: verminderten Wachstum, hohem Blutzucker, hohem Blutdruck, und Verschlechterung der Sehkraft.

Vor- und Nachteile einer Behandlung sollten genau abgewogen und mit dem Arzt abgesprochen werden. Zudem sollte bedacht werden, dass sich das Hämangiom selbstständig wieder zurückbilden kann.

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Vorbeugung

Es existiert keine gezielte Vorbeugung, um ein Hämangiom zu vermeiden. Allerdings ist das Risiko für das Auftreten eines Hämangiom sehr viel höher bei Frühgeburten. Um das Risiko einer Frühgeburt und eines Hämangioms bei einem Neugeborenen zu reduzieren, sollten die Anweisungen des Arztes während der Schwangerschaft befolgt werden.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Gerstie kommentierte am 19.05.2016 um 15:07 Uhr

Hier steht nur, wie bedenklich und schlimm die Behandlung sein kann und dass sich das Hämangiom wieder zurück bilden kann. Die Betonung sollte hier sehr auf dem kann liegen. Ich sollte einst auch nicht behandelt werden, weil es sich ja wieder zurück bilden würde. Das Ende der Geschichte war, dass es immer weiter wuchs und als ich ca. 1 1/2 Jahre alt war fing es an zu nässen, Kleidung blieb daran kleben und musste immer vorsichtig von dem Hämangiom am Oberarm entfernt werden, immer wieder war ich zur Beobachtung im Krankenhaus, bis es dann schließlich (glücklicherweise während eines Krankenhausaufenthaltes) bei einer unbedachten Bewegung, die bei unter 2-jährigen ja durchaus vorkommen, aufplatzte und notoperiert werden musste. Ich bin mir ziemlich sicher, dass meine Narbe am Oberarm heute längst nicht so groß wäre, wie sie es jetzt ist, hätte man mich bei dem starken Wachstum des Hämangiom gleich behandelt und meine Eltern nicht immer nur damit vertröstet hätte, dass es sich wieder zurück bilden würde!