Kurzsichtigkeit

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 21. Februar 2015
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Die Kurzsichtigkeit (Myopie) ist eine Fehlsichtigkeit, bei der scharfes Sehen in Abhängigkeit von Entfernungen variiert. Kurzsichtige haben Schwierigkeiten, Objekte in der Ferne klar und scharf zu erkennen. Verschiedene Maßnahmen können dem entgegenwirken. Meist verschlimmert sich die Myopie nach dem 30. Lebensjahr nicht mehr. Eine schwere Kurzsichtigkeit hingegen kann auch im höheren Erwachsenenalter weiter voranschreiten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Kurzsichtigkeit?

Kurzsichtigkeit, Myopie, ist eine weitverbreitete Sehstörung. Ist eine Person von Kurzsichtigkeit betroffen, so fällt es ihr in der Regel schwer, Dinge scharf zu erkennen, die weit von ihr entfernt sind. Dabei ist bei Kurzsichtigkeit das Sehen von Gegenständen, die sich in unmittelbarer Nähe der Person befinden, nicht beeinträchtigt.

In der Medizin wird die Kurzsichtigkeit auch als Myopie bezeichnet; dieser Begriff leitet sich ab vom griechischen Wort 'myops', was in seiner deutschen Übersetzung 'Blinzelgesicht' bedeutet. Dies geht auf die Tatsache zurück, dass Menschen mit Kurzsichtigkeit versuchen gelegentlich, durch ein Blinzeln oder Zusammenkneifen der Augen, ein unscharfes Bild auszugleichen.

Ursachen

Die Ursachen für eine Kurzsichtigkeit (Myopie) können unterschiedlich sein. In der Medizin unterscheidet man zwei Arten von Myopie: die Achsenmyopie und die Brechungsmyopie. In den meisten Fällen ist die Myopie bedingt durch einen zu langen Augapfel bzw. durch einen Augapfel, der im Verhältnis zur Brechkraft des Auges zu lang ist.

Ist dies der Fall, so liegt eine sogenannte Achsenmyopie vor: Aufgrund der Länge des Augapfels liegt der Punkt, bei dem scharfes Sehen entstehen würde, noch vor der Netzhaut. Das heißt, die Lichtstrahlen des durch die Augen aufgenommenen Bildes beim Blick in die Ferne bündeln sich im Auge also vergleichsweise zu früh.

Sehr häufig ist die beschriebene Form der Kurzsichtigkeit bereits bei der Geburt vorhanden (erhöhtes Risiko bei Frühgeburten). Neben der erblichen Vorbelastung stehen auch äußere Umweltfaktoren (Naharbeit) im Verdacht eine Myopie zu begünstigen.

Symptome und Verlauf

Bei Kurzsichtigkeit ist das Scharfsehen in der Ferne erschwert.

Mögliche Anzeichen einer Kurzsichtigkeit:

  • Schwierigkeiten beim Erkennen von Objekten in der Ferne
  • Probleme beim Erkennen von Personen, Buchstaben an der Tafel, Straßennahmen etc.
  • starker Sehstärkeverlust bei schwerer Kurzzichtikeit

Die Symptome einer Myopie, wie das unscharfe Sehen von entfernten Objekten oder das Augenblinzeln, können je nach Patient und Schweregrad der Fehlsichtigkeit in unterschiedlichem Lebensalter erstmals registriert werden. In den meisten Fällen ist es so, dass eine erblich bedingte Kurzsichtigkeit ihre volle Ausprägung circa bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres erreicht hat. Meist stellt sich dann keine weitere Verschlimmerung einer Kurzsichtigkeit mehr ein.

Anders ist dies bei einer schweren Kurzsichtigkeit, die durch eine Augenerkrankung bedingt ist; hier ist ein stetiges Fortschreiten möglich. Bei einem sehr langen Augapfel kann sich die Netzhaut bzw. Makula (Gelber Fleck) verändern. Die Folge ist meist ein deutlicher Sehstärkeverlust, trotz Brille oder Kontaktlinsen. Grundsätzlich besteht bei einer Kurzsichtigkeit eine größere Gefahr für eine Netzhautablösung.

Dignose

Patienten mit Myopie können Dinge in mittlerer oder weiter Distanz nur noch verschwommen erkennen. Ursache jeder Kurzsichtigkeit ist eine Veränderung der Brechkraft des Augapfels. Typischerweise sind immer beide Augäpfel von der Myopie, die in unterschiedlichen Schweregraden auftreten kann, betroffen. Das Ausmaß der Fehlsichtigkeit gibt der Augenarzt bei seiner Diagnose in der Maßeinheit Dioptrien an. Kurzsichtigkeit ist grundsätzlich nicht heilbar, gilt aber nicht im eigentlichen medizinischen Sinne als Krankheit. Jedoch ist es möglich, jede Art der Kurzsichtigkeit mit geeigneten optischen Hilfsmitteln zu korrigieren, damit ein Patient wieder völlig normal und scharf sehen kann.

Leichte Kurzsichtigkeiten von bis zu -0,5 Dioptrien gelten als normal und behindern nicht beim alltäglichen Sehen. Alle Werte darüber hinaus bedeuten jedoch eine erhebliche Einschränkung der visuellen Bilddarstellung. Die Korrektur erfolgt mit Brille, Kontaktlinsen oder einer Laseroperation an beiden Augen. Die Diagnose der Myopie kann beim Optiker oder beim Augenarzt mithilfe eines einfachen Sehtests zur Ermittlung der genauen Sehschärfe erfolgen. Weitere Untersuchungen, wie Refraktionsmessung zur Brechkraftbestimmung oder eine Messung des intraokularen Drucks können sich anschließen. Anhand der Messwerte wird der Arzt das individuell geeignete optische Hilfsmittel verordnen. Wer als kurzsichtiger Patient am Straßenverkehr teilnimmt, ist zur Korrektur der Sehschärfe verpflichtet. Es erfolgt dazu auch ein entsprechender amtlicher Eintrag in der Fahrerlaubnis.

Behandlung und Therapie

Es gibt verschiedene Maßnahmen, um eine Kurzsichtigkeit zu behandeln. Ist ein Patient von Kurzsichtigkeit betroffen, hat er beispielsweise die Möglichkeit, zu optischen Hilfsmitteln zu greifen, die die Kurzsichtigkeit ausgleichen können.

Fühlt sich eine Person aber durch optische Hilfsmittel eingeschränkt oder möchte sie aus anderen Gründen trotz Myopie gerne ohne die Hilfsmittel auskommen, können (je nach Einzelfall) auch operative Eingriffe bzw. Lasereingriffe durchgeführt werden, um das Erkennen von Gegenständen in der Ferne (und damit die Kurzsichtigkeit) zu verbessern. In welchem Grad ein solcher Eingriff eine Kurzsichtigkeit vollständig beheben kann, ist unter anderem davon abhängig, wie stark eine Kurzsichtigkeit ausgeprägt ist.

Gegenstand entsprechender operativer Eingriffe oder Eingriffe per Laser bei Kurzsichtigkeit ist der, dass geringe Anteile der zentralen Hornhaut des Auges abgetragen werden, um der Länge des Augapfels entgegenzuwirken. Geeignete optische Hilfsmittel, die Myopie ausgleichen können, sind beispielsweise Brillen mit Zerstreuungslinsen. Auch verschiedene harte oder weiche Kontaktlinsen sind zum Einsatz bei Kurzsichtigkeit geeignet.

Passende Kontaktlinsen bei Kurzsichtigkeit


Vorbeugung

Da eine Kurzsichtigkeit häufig schon angeboren ist, ist es kaum möglich, einer solchen Kurzsichtigkeit vorzubeugen.

Allerdings ist es sinnvoll, eine Kurzsichtigkeit durch einen Augenarzt regelmäßig beobachten zu lassen, denn je nach Schwere einer Myopie kann die Gefahr bestehen, dass es in Folge zu einer Ablösung der Netzhaut kommen kann.

Werden die Augen aber regelmäßig durch einen Fachmann kontrolliert, kann eine beginnende Ablösung frühzeitig entdeckt und gestoppt werden.

In wenigen Fällen, bei denen eine Myopie nicht erblich, sondern durch eine Erkrankung des Auges bedingt ist, besteht auch hier eine vorbeugende Maßnahme beispielsweise aus frühzeitigen und regelmäßigen Arztbesuchen.

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