Geschwüre (Ulcera)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 26. April 2016
Gesundpedia.deKrankheiten Geschwüre (Ulcera)

Geschwüre (Ulcera) sind das Resultat eines andauernden und fortschreitenden Prozesses. In Form von Schädigungen des Magen-Darmtraktes oder der Haut, stellen sie ein sehr schmerzhaftes Phänomen dar, welches zudem nicht ganz ungefährlich ist.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Geschwüre (Ulcera)?

Hier informieren!

Medikamente gegen: Hautkrankheiten

Als Geschwür oder Ulkus bezeichnet man einen Defekt der Haut und/oder Schleimhaut, der je nach Ausmaß der Schädigung in seiner Tiefe variiert. Durchdringt ein Geschwür alle vorhandenen Wandschichten, kann es in Organen wie Magen oder Darm im schlimmsten Fall zum Durchbruch kommen. Dabei tritt der Inhalt des Magen-Darmtraktes in die Bauchhöhle ein, was sowohl zu einer schwerwiegenden systemischen Infektion, als auch zu innerlichen Verätzungen führen kann.

Die Entstehung eines Ulkus beschränkt sich jedoch nicht nur auf die inneren Organe: insbesondere die Haut ist an schlecht durchbluteten oder stark belasteten Stellen anfällig für die schmerzhafte Bildung eines Geschwürs.

Ursachen

Die Ursachen eines Geschwürs sind vielfältig. Eine wesentliche Rolle beim Magengeschwür spielt allerdings die Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori.

Umhüllt von einer Schutzschicht gelingt es diesem Bakterium die Magensäure zu durchdringen und zu Magenentzündungen, Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, sowie Krebs zu führen. Etwa 60% der Menschen weltweit sind mit Helicobacter pylori besiedelt.

Kommt es darüber hinaus stressbedingt zu einer erhöhten Produktion von Magensäure, ist die Schleimhaut zusätzlich gereizt. Die Ulkusgefahr steigt. So vorteilhaft der Konsum von Kaffee bei der Prävention von Lebererkrankungen sein mag, so schädlich ist er insbesondere in Kombination mit Zigaretten und Schmerzmitteln, für die Schleimhaut von Magen und Zwölffingerdarm.

Eine weitere Ursache für Geschwüre stellt die unzureichende Lagerung von Menschen in Pflegeeinrichtungen dar. Die sehr dünne, verletzliche Haut wird durch den Druck beim Liegen zusätzlich in ihrer Durchblutung eingeschränkt. Dies führt zunächst zu Druckstellen, wenig später jedoch zum Geschwür. Das Alter, eine Zuckerkrankheit oder die chronische Schwäche der Venen sind ebenfalls relevante Risikofaktoren bei der Ulkusentstehung.

Diagnose und Verlauf

Ein Geschwür im Magen-Darmtrakt äußert sich durch krampfartige, drückende oder stechende Schmerzen unterhalb des Rippenbogens, die gehäuft nach links ausstrahlen. Typisch für ein Magengeschwür ist die deutliche Besserung der Beschwerden nach dem Essen. Treten die Schmerzen in erster Linie in Hungerphasen auf, handelt es sich sehr wahrscheinlich um ein Geschwür des Zwölffingerdarms.

Für die Diagnose des Ulkus im Magen-Darmtrakt muss ein Gespräch mit dem Arzt erfolgen. Fragen zum Medikamenten-, Cafe- , sowie Zigarettenkonsum sind hierbei zielführend. Aber auch die Ernährungsgewohnheiten sollten erfragt werden. Die endgültige Diagnosesicherung erfolgt jedoch durch die Magen-Darmspiegelung. Eine Komplikation der Ulkusbildung sind Blutungen, die operativ gestoppt werden müssen. Daneben kann es auch zur Entstehung bösartiger Geschwüre kommen.

Geschwüre der Haut machen sich als offene, nässende Stellen bemerkbar, die zum Teil auch bluten können. Eine Blickdiagnose ist hier meistens ausreichend. Zum Ausschluss einer gefährlichen Wundinfektion kann ein Abstich aus dem Wundsekret entnommen werden.

Behandlung

Die Behandlung des Geschwürs erfolgt, sofern sein Ursprung nicht die Haut ist, in erster Linie mit Protonenpumpenhemmern. Diese Medikamente verschreibt der Hausarzt für einen Zeitraum von 14 Tagen. Sie reduzieren über die Hemmung spezieller Pumpen der Magenschleimhaut die Säureproduktion.

Sollten weiterhin Beschwerden auftreten oder sich sogar verschlimmern, ist eine Magen-Darmspiegelung unumgänglich. Bei dieser Untersuchung können unter Betäubung des Patienten Blutungen, Geschwüre oder auch bösartige Veränderungen erkannt werden.

Gleichzeitig erfolgt eine Entnahme von Gewebe und die Untersuchung auf das Bakterium Helicobycter pylori. Letzteres ist ein häufiger Auslöser chronischer Magenentzündungen, durch welche sich im Laufe der Zeit schmerzhafte Geschwüre ausbilden können.

Stellt der Arzt während der Untersuchung ein blutendes Ulkus fest, welches nicht spontan zu stillen ist, kann eine Operation notwendig sein. Ebenso bei der Entdeckung bösartiger Neubildungen.

Das Ziel der langfristigen Beseitigung des Geschwürs kann allerdings nicht durch Medikamente allein erfolgen. Ein wesentlicher Faktor ist neben der Umstellung der Ernährung ein absoluter Verzicht auf Nikotin.

Im Alltag muss Platz für Pausen und Erholung geschaffen werden, damit das Geschwür gänzlich abheilen kann und es nicht zu einer Verschlimmerung der Symptome oder erneuter Ulkusbildung kommen kann.

Die Behandlung von Hautulzera erfolgt durch Anlage eines polsternden Verbands. Insbesondere die regelmäßige Lagerung bei Bettlägerigkeit, ist für eine regelrechte Heilung des Geschwürs notwendig.



Vorbeugung

Zahlreiche Möglichkeiten stehen zur Vorbeugung eines Geschwürs zur Verfügung. Einige Krankenkassen bieten kostenfreie Entspannungskurse, Kochkurse oder Vorträge zum Thema Gesunde Ernährung an. Regelmäßige Entspannungsübungen reduzieren auf lange Sicht die Produktion der Magensäure, auch in belastenden Situationen. Der Verzicht auf übermäßigen Alkoholkonsum wirkt sich positiv auf die Produktion der aggressiven Säure aus, ebenso das Vermeiden sehr scharfer, fettiger oder stark gewürzter Speisen.

Bücher über Geschwüre

Das könnte Sie auch interessieren:

Welche Erfahrungen und Hinweise haben Sie zum Thema Geschwüre (Ulcera)?

Name oder Pseudonym:

E-Mail: (optional)

(wird nicht angezeigt, nur notwendig, wenn aktuelle Gesundheitsinformationen erwünscht werden)

Kommentar:

(Bitte auf Groß-, Kleinschreibung und verständliche, ganze Sätze achten.)

Sicherheitsfrage: Wieviel sind 30 plus 5?