Galaktorrhoe (krankhafter Brustmilchausfluss)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 20. Januar 2015
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Bei Galaktorrhoe (krankhaftem Brustmilchausfluss) handelt es sich um eine so genannte sezernierende Erkrankung der Brustdrüse. Es kommt bei derartigen Erkrankungen zum Ausfluss eines milchigen Sekrets aus der Mamille (Brustwarze). Dabei kann eine Galaktorrhoe sowohl ein- als auch beidseitig auftreten.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Galaktorrhoe (krankhaftem Brustmilchausfluss)?

Man spricht bei einer Galaktorrhoe (krankhaftem Brustmilchausfluss) immer von einer sezernierenden Erkrankung. Das bedeutet, dass es zu einer Absonderung von Flüssigkeit aus der Brustwarze kommt. Galaktorrhoe tritt als Erkrankung außerhalb der Stillzeit auf und äußert sich die Absonderung von Milch oder Sekret.

Diese Absonderung kann entweder spontan auftreten oder bei einem leichten Druck auf das Brustgewebe. Der Name Galaktorrhoe wird von den griechischen Wörtern für „Milch“ (galaktos) und „ich fließe“ (rheo) abgeleitet. Bei der Galaktorrhoe handelt es sich – anders als bei krankrafter Brustdrüsensekretion – um eine Absonderung von Milch.

Ursachen von Galaktorrhoe

Die Ursachen für eine Galaktorrhoe (krankhaftem Brustmilchausfluss) sind sehr vielfältig. Die wohl häufigste Ursache ist die Überproduktion von Prolaktin, einem Hormon zur Förderung der Milchbildung. Dieses Hormon wird in der Hypophyse (Hirnanhangdrüse) gebildet. Somit sind vor allem Hormonstörungen ursächlich für eine Galaktorrhoe. Auch das so genannte Prolaktinom – ein Tumor der Hirnanhangdrüse, der Prolaktin produziert – kann als Ursache in Frage kommen. Das Prolaktinom ist dabei aber fast immer gutartig.

Auch andere Tumoren an der Hirnbasis, die ein Hormon hemmen, dass zur Hemmung der Prolaktinproduktion dient, können Galaktorrhoe auslösen. Weitere Ursachen können Erkrankungen der Brustdrüse (z. B. Mastitis), ein Milchgangspapillom (gutartiger Tumor) sowie ein Mammakarzinom (frühes Brustkrebsstadium) sein. Zudem kommen auch bestimmte Medikamente wie Blutdruckmittel, diverse Psychopharmaka, die Antibabypille, Magen-Darm-Medikamente sowie Opiate oder gar Heroin als Ursache in Frage. Sowohl in Schwangerschaft als auch in Stillzeit ist der Ausfluss von Milch normal. Weitere, nicht als krankhaft geltende, Ursachen können körperliche Anstrengung, Stress oder auch Geschlechtsverkehr sein.

Symptome und Verlauf von Galaktorrhoe

Das typische Anzeichen für Galaktorrhoe (krankhaftem Brustmilchausfluss) ist der Ausfluss von milchigem, klarem oder auch bernsteinfarbenem Sekret aus der Brustwarze. In der Regel tritt diese Milch aus beiden Brüsten aus, selten nur aus einer. Die Menge ist unterschiedlich, von mehreren Millilitern bis wenige Tropfen pro Tag ist alles möglich. Weitere Symptome treten bei einer Galaktorrhoe nicht auf, selten berichten Patienten von einem Spannungsgefühl in der Brust.

In fast allen Fällen ist der Verlauf des krankhaften Brustmilchausflusses gut, auch die Prognose ist somit sehr gut. Oft können die Beschwerden einfach behandelt werden und verschwinden mit Therapieende. Die Milchsekretion kann mit bestimmten Medikamenten bereits gestoppt werden. Ist Brustkrebs die auslösende Ursache einer Galaktorrhoe, dann richten sich Verlauf sowie Prognose meist nach dem Stadium, in welchem die Krebserkrankung festgestellt wurde und außerdem, wie gut der Patient auf die entsprechende Behandlung reagiert.

Diagnose von Galaktorrhoe

Es ist sinnvoll, für die Diagnose „Galaktorrhoe“ (krankhaftem Brustmilchausfluss) einen Arzt aufzusuchen. Der Arzt wird sich zuerst nach den Beschwerden erkundigen und eine Anamnese aufstellen. Damit die Diagnose so sicher wie möglich gestellt werden kann, sind vor allem Farbe und Konsistenz des austretenden Sekrets von Bedeutung. Der Arzt wird sich außerdem nach dem Menstruationszyklus und der Einnahme von Medikamenten erkundigen.

In der weiteren Diagnosestellung erfolgt die Abtastung des Brustgewebes, bei der mögliche Veränderungen erfühlt werden können. Zusätzlich sollte eine Blutuntersuchung erfolgen, welche die Konzentration der Hormone Prolaktin, Östrogen und Gestagen bestimmt. Auch die Werte der Schilddrüse sowie andere Hormone, die sich auf die Milchbildung auswirken, sind relevant.

Um eine Galaktorrhoe diagnostizieren zu können, kommen oft auch bildgebende Verfahren wie Ultraschall zum Einsatz. Mittels Galaktographie können so die Milchgänge kontrolliert werden. Dabei spritzt der Arzt mit einem dünnen Schlauch ein Kontrastmittel in den Milchgang und führt im Anschluss eine Mammographie durch. So ist erkennbar, ob die Milchgänge verschlossen oder aber geweitet sind. Um den Verdacht eines Prolaktinoms ausschließen bzw. bestätigen zu können, wird oft auch ein CT (Computertomographie) oder ein MRT (Magnetresonanztomographie) angeordnet.

Behandlung von Galaktorrhoe

Die Behandlung bei Galaktorrhoe (krankhaftem Brustmilchausfluss) wird entsprechend der vorliegenden Ursache begonnen. Wenn eine Überproduktion des Hormons Prolaktin Auslöser für die Galaktorrhoe ist, dann erfolgt in der Regel eine medikamentöse Behandlung mit Bromocriptin, welches ein so genannter Dopamin-Antagonist ist, der die Prolaktinwirkung hemmt. Auch beim Prolaktinom kommt Bromocriptin zum Einsatz, denn nur in seltenen Fällen (Medikamente zeigen keine Wirkung) ist hier ein chirurgischer Eingriff von Nöten.

Liegt eine andere Grunderkrankung vor, die zur Entstehung der Galaktorrhoe führt, dann muss zuerst diese behandelt werden. Leidet der Patient also zum Beispiel an einer Brustentzündung, werden zuerst Entzündungshemmer oder Antibiotika verordnet.

Vorhandene Abszesse werden vom Arzt chirurgisch geöffnet, damit Eiter entfernt und die Entzündung bekämpft werden kann. Eine Galaktorrhoe, die aufgrund der Einnahme von Medikamenten entstanden ist, verschwindet bei Absetzen dieser Medikamente wieder. Wichtig ist hier jedoch, dass – wenn die Medikamente notwendig sind – vom Arzt eine Beratung zu Alternativen erfolgt.

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Vorbeugung von Galaktorrhoe

Eine gezielte Vorbeugung ist bei einer Galaktorrhoe (krankhaftem Brustmilchausfluss) nicht möglich. Das liegt daran, dass der krankhafte Brustmilchausfluss so vielfältige Ursachen haben kann, dass zu keinen allgemeinen vorbeugenden Maßnahmen geraten werden kann.

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