Erweiterte Pupillen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 18. März 2017
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Die physiologische normale Größe der menschlichen Pupillen beträgt beim Sehen am Tag einem Durchmesser von etwa 1,5 Milimeter und bei Nachtsicht von etwa 8 Milimeter. Verschiedene Faktoren können Ursache für erweiterte Pupillen mit entsprechend abweichenden Werten sein. Diese können, müssen aber nicht zwangsläufig, ein Alarmzeichen sein.

Inhaltsverzeichnis

Was sind erweiterte Pupillen?

Erweiterte Pupillen sind dann vorhanden, wenn die Pupillengröße erkennbar von der bereits genannten Norm (ca. 1,5 Milimeter bei Tagsicht und 8 Milimeter bei Nachtsicht) abweicht. Dabei ist es nicht von Bedeutung, ob es eine pathologische Ursache für die großen Pupillen gibt oder nicht.

Jedoch lässt sich anhand der Größe der Pupillen von fachmedizinischem Personal eine grobe Einschätzung über den Zustand eines Patienten machen, da die Pupillengröße Auskunft darüber geben kann, ob das Zusammenspiel von Sympathikus und Parasypathikus optimal funktioniert oder ob hier eventuell eine hirnorganische Störung mit vielfältigen Ursachen, vorliegt.

Allerdings gibt es Umstände, die die Pupillengröße unbeeinflussbar machen und eine Schnelldiagnostik nicht fehlerfrei zulassen. Das klassische Beispiel hierfür sind eingesetzte Glasaugen.

Ursachen

Erweiterte Pupillen können, müssen aber keinen krankhaften Charakter haben. Jedoch sollte bei ungewöhnlich erweiterten Pupillen immer ein pathologischer Befund vermutet werden. Normalerweise sorgt das ausgewogene Zusammenspiel von Sympathikus und Parasympahtikus dafür, dass die Größe der Pupillen der jeweiligen Sichtverhältnisse und äußeren Einflüssen angepasst ist.

Begegnet man bei Tageslicht jedoch einer Person, deren Pupillen weit aufgerissen scheinen ohne erkennbaren Grund, ist es nicht auszuschließen, dass eine hirnorganische Verletzung oder Erkrankung vorliegt, oder der Einfluss von Substanzen, die sich auf die reibungslose Funktion von Sympathikus und Parasympathikus auswirken. Es kann ebenso eine von außen nicht sichtbare Hirnverletzung vorhanden sein, wie auch der Einfluss von Drogen.

Das Gleiche gilt beim Vorfinden einer bewusstlosen Person. Die genaue Betrachtung der Pupillengröße kann aufschlussreiche Hinweise auf den Grund der Bewusstlosigkeit liefern. Dabei ist es aber wichtig, beide Pupillen genauestens auf Größe und Funktion hin zu untersuchen. Ist nur eine erweiterte Pupille vorhanden und lässt sich diese nicht durch Lichteinfluss verändern, muss auch ein Glasauge in Erwägung gezogen werden.

Bei einer toxischen Ursache sind in der Regel beidseitig erweiterte Pupillen vorhanden. Ist nur eine große Pupille sichtbar und lässt sich ein Glasauge mit Sicherheit ausschließen, liegt die Vermutung einer hirnorganischen Verletzung in einem bestimmten Areal nahe.

Wann zum Arzt?

Wenn betroffene Personen bei sich erweiterte Pupillen beobachten, ist ein Arztbesuch dringend zu empfehlen. Nur so können ernsthafte Erkrankungen ausgeschlossen werden. Wer Medikamente einnimmt und vermutet, dass die erweiterten Pupillen davon stammen, muss mit einem Mediziner darüber sprechen. Es kann sein, dass die Dosis des Medikaments zu hoch ist.

Wenn zusätzlich weitere Symptome wie Apathie oder Sprachprobleme auftreten, sollte sofort ein Arzt konsultiert werden - hierbei besteht Lebensgefahr! Das Gleiche gilt, wenn Betroffene schlaganfallgefährdet sind. Erweiterte Pupillen gehen bekanntermaßen mit einem Schlaganfall einher.

Sollte der Mediziner keine eindeutige Diagnose stellen können, muss der Patient dennoch regelmäßig zur Untersuchung erscheinen. So kann einer schwerwiegenden Erkrankung frühzeitig vorgebeugt werden.

Betroffene sollten zwingend einen Arzt aufsuchen, wenn sie selbst keine klare Ursache für die erweiterten Pupillen ausfindig machen können. Es könnten unter anderem Gehirnerkrankungen wie Tumore, Ödeme oder Aneurysma hinter erweiterten Pupillen stecken. Bedrohliche Krankheiten wie Schädelbruch, Hirnblutungen oder Hirnquetschen können ebenso die Ursache dafür sein.

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose der Genese von erweiterten Pupillen ist nicht immer ganz einfach. Dies gilt vor allem dann, wenn vermutet werden muss, dass zur akuten Verletzung oder Erkrankung noch der Einfluss von Medikamenten oder der Abusus von Medikamenten oder Drogen im Spiel sein könnte.

Es macht natürlich keinen Sinn, einen bewußtseinsgetrübten Menschen mit großen Pupillen in erster Linie einem Augenarzt zur Diagnostik vorzustellen. Hier sollte man erst einmal nachfragen, ob Medikamenten- oder Drogeneinfluss besteht, oder die Person in letzter Zeit gestürzt ist. Auch ist es wichtig zu erfahren, ob Begleitsymptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen vorhanden sind.

Ebenfalls muss beobachtet werden, ob die Person ansprechbar und orientiert ist und wie die Aussprache ist. Ist sie klar und deutlich oder eher verwaschen und lallend? Lässt sich nicht von alleine Klären, was die Ursache für die erweiterten Pupillen sind , muss die betreffende Person unverzüglich in ärztliche Behandlung, wo eine genauere Diagnostik stattfinden kann.

Die erste Anlaufstelle wird meist die Neurochirurgie sein, um hirnorganische Ursachen auszuschließen. Zeitgleich wird auch eine Blutuntersuchung gemacht mit entsprechendem Drogenscreening, welches verrät, ob Substanzen konsumiert wurden, die die normale Pupillenfunktion beeinflussen.

Komplikationen

Erweiterte Pupillen sind ein Symptom, keine Erkrankung. Aus dieser Tatsache und der Definition erweiterter Pupillen ergibt sich, dass durch die erweiterten Pupillen selbst keinerlei Komplikationen entstehen können. Die Erweiterung der Pupillen kann keine medizinischen Komplikationen auslösen und wird dem Betroffenen in aller Regel nicht, oder nur zufällig auffallen. Im Zusammenhang mit dem Symptom erweiterter Pupillen kann es jedoch im Rahmen der Grunderkrankung bzw. des Auslösers zu einigen Komplikationen kommen.

Eine Intoxikation - der häufigste Grund erweiterter Pupillen - kann schwere Folgen bis hin zum Tod nach sich ziehen. Aus diesem Grund gilt es, Menschen mit erweiterten Pupillen sorgfältig zu untersuchen und zu beobachten, um das Auftreten etwaiger Komplikationen rechtzeitig bemerken zu können. Liegt keine logische Erklärung für die Erweiterung der Pupillen vor, sollte ein Arzt aufgesucht werden. In seltenen Fällen kann es bei einer extremen Erweiterung der Pupillen zu einer Verschlechterung der Sicht kommen. Dies ist im Regelfall jedoch nicht gegeben. Es bleibt festzuhalten, dass die Ursache der erweiterten Pupillen durchaus ernstzunehmende oder bedrohliche Komplikationen mit sich bringen kann.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung von erweiterten Pupillen hängt im Wesentlichen von der Ursache und den Begleitsymptomen ab. Hat Jemand ohne erkennbaren Grund nach einer ausführlichen Diagnostik erweiterte Pupillen und ist ansonsten nicht weiter in seinem Alltag eingeschränkt, bedarf dieser keiner weiteren Behandlung, sollte sich aber in Absprache mit dem Hausarzt in regelmäßigen Abständen fachärztlichen Kontrolluntersuchungen unterziehen.

Die Therapie von medikamentenbedingten erweiterten Pupillen besteht lediglich darin, den Wirkstoffgehalt nochmals gut dem klinischen Bild anzupassen und eine eventuelle Überdosierung zu verhindern, denn viele Medikamente machen erst bei einer zu hohen Dosis erweiterte Pupillen. Dies kann bei einer erneuten individuellen Einstellung der Dosis verhindert werden.

Sind stetiger Drogenkonsum der Grund für erweiterte Pupillen, sollte natürlich ein kontrollierter Entzug in einer Fachklinik durchgeführt werden. Bei hirnorganischen Verletzungen ist meist eine beseitigende neurochirurgische Operation notwendig. Sollten Krankheitserreger wie beispielsweise Bakterien zu einer Störung der Hirnfunktion geführt haben, wird mit Sicherheit eine Antibiose Bestandteil der Behandlung von erweiterten Pupillen sein.



Vorbeugung

Erweiterte Pupillen lassen sich, sofern sie keine beeinflussbare pathologische Ursache haben und nicht genetisch bedingt sind, verhindern, indem man seinen Lebensstil entsprechend anpasst und auf beeinflussende Medikamente und Drogenabusus verzichtet.

Menschen, die ein Glasauge besitzen oder Medikamente einnehmen müssen, die zu großen Pupillen führen, sollten immer einen Hinweis darüber bei sich führen, um Fehldiagnosen im Notfall zu verhindern. Auch wenn die Pupillengröße für diese Person aufgrund von genetischen Gegebenheiten als normal eingestuft wird, sollte diesbezüglich ein entsprechender Hinweis mitgeführt werden. Dies könnte beispielsweise auch bei einer polizeilichen Personenkontrolle von Vorteil sein und das unangenehme Prozedere eines Drogenscreenings verhindern.

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