Erweiterte Pupillen

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 29. September 2015
Gesundpedia.deSymptome Erweiterte Pupillen

Die physiologische normale Größe der menschlichen Pupillen beträgt beim Sehen am Tag einem Durchmesser von etwa 1,5 Milimeter und bei Nachtsicht von etwa 8 Milimeter. Verschiedene Faktoren können Ursache für erweiterte Pupillen mit entsprechend abweichenden Werten sein. Diese können, müssen aber nicht zwangsläufig, ein Alarmzeichen sein.

Inhaltsverzeichnis

Was sind erweiterte Pupillen?

Erweiterte Pupillen sind dann vorhanden, wenn die Pupillengröße erkennbar von der bereits genannten Norm (ca. 1,5 Milimeter bei Tagsicht und 8 Milimeter bei Nachtsicht) abweicht. Dabei ist es nicht von Bedeutung, ob es eine pathologische Ursache für die großen Pupillen gibt oder nicht.

Jedoch lässt sich anhand der Größe der Pupillen von fachmedizinischem Personal eine grobe Einschätzung über den Zustand eines Patienten machen, da die Pupillengröße Auskunft darüber geben kann, ob das Zusammenspiel von Sympathikus und Parasypathikus optimal funktioniert oder ob hier eventuell eine hirnorganische Störung mit vielfältigen Ursachen, vorliegt.

Allerdings gibt es Umstände, die die Pupillengröße unbeeinflussbar machen und eine Schnelldiagnostik nicht fehlerfrei zulassen. Das klassische Beispiel hierfür sind eingesetzte Glasaugen.

Ursachen

Erweiterte Pupillen können, müssen aber keinen krankhaften Charakter haben. Jedoch sollte bei ungewöhnlich erweiterten Pupillen immer ein pathologischer Befund vermutet werden. Normalerweise sorgt das ausgewogene Zusammenspiel von Sympathikus und Parasympahtikus dafür, dass die Größe der Pupillen der jeweiligen Sichtverhältnisse und äußeren Einflüssen angepasst ist.

Begegnet man bei Tageslicht jedoch einer Person, deren Pupillen weit aufgerissen scheinen ohne erkennbaren Grund, ist es nicht auszuschließen, dass eine hirnorganische Verletzung oder Erkrankung vorliegt, oder der Einfluss von Substanzen, die sich auf die reibungslose Funktion von Sympathikus und Parasympathikus auswirken. Es kann ebenso eine von außen nicht sichtbare Hirnverletzung vorhanden sein, wie auch der Einfluss von Drogen.

Das Gleiche gilt beim Vorfinden einer bewusstlosen Person. Die genaue Betrachtung der Pupillengröße kann aufschlussreiche Hinweise auf den Grund der Bewusstlosigkeit liefern. Dabei ist es aber wichtig, beide Pupillen genauestens auf Größe und Funktion hin zu untersuchen. Ist nur eine erweiterte Pupille vorhanden und lässt sich diese nicht durch Lichteinfluss verändern, muss auch ein Glasauge in Erwägung gezogen werden.

Bei einer toxischen Ursache sind in der Regel beidseitig erweiterte Pupillen vorhanden. Ist nur eine große Pupille sichtbar und lässt sich ein Glasauge mit Sicherheit ausschließen, liegt die Vermutung einer hirnorganischen Verletzung in einem bestimmten Areal nahe.

Diagnose und Verlauf

Die Diagnose der Genese von erweiterten Pupillen ist nicht immer ganz einfach. Dies gilt vor allem dann, wenn vermutet werden muss, dass zur akuten Verletzung oder Erkrankung noch der Einfluss von Medikamenten oder der Abusus von Medikamenten oder Drogen im Spiel sein könnte.

Es macht natürlich keinen Sinn, einen bewußtseinsgetrübten Menschen mit großen Pupillen in erster Linie einem Augenarzt zur Diagnostik vorzustellen. Hier sollte man erst einmal nachfragen, ob Medikamenten- oder Drogeneinfluss besteht, oder die Person in letzter Zeit gestürzt ist. Auch ist es wichtig zu erfahren, ob Begleitsymptome wie Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen vorhanden sind.

Ebenfalls muss beobachtet werden, ob die Person ansprechbar und orientiert ist und wie die Aussprache ist. Ist sie klar und deutlich oder eher verwaschen und lallend? Lässt sich nicht von alleine Klären, was die Ursache für die erweiterten Pupillen sind , muss die betreffende Person unverzüglich in ärztliche Behandlung, wo eine genauere Diagnostik stattfinden kann.

Die erste Anlaufstelle wird meist die Neurochirurgie sein, um hirnorganische Ursachen auszuschließen. Zeitgleich wird auch eine Blutuntersuchung gemacht mit entsprechendem Drogenscreening, welches verrät, ob Substanzen konsumiert wurden, die die normale Pupillenfunktion beeinflussen.

Behandlung

Die Behandlung von erweiterten Pupillen hängt im Wesentlichen von der Ursache und den Begleitsymptomen ab. Hat Jemand ohne erkennbaren Grund nach einer ausführlichen Diagnostik erweiterte Pupillen und ist ansonsten nicht weiter in seinem Alltag eingeschränkt, bedarf dieser keiner weiteren Behandlung, sollte sich aber in Absprache mit dem Hausarzt in regelmäßigen Abständen fachärztlichen Kontrolluntersuchungen unterziehen.

Die Therapie von medikamentenbedingten erweiterten Pupillen besteht lediglich darin, den Wirkstoffgehalt nochmals gut dem klinischen Bild anzupassen und eine eventuelle Überdosierung zu verhindern, denn viele Medikamente machen erst bei einer zu hohen Dosis erweiterte Pupillen. Dies kann bei einer erneuten individuellen Einstellung der Dosis verhindert werden.

Sind stetiger Drogenkonsum der Grund für erweiterte Pupillen, sollte natürlich ein kontrollierter Entzug in einer Fachklinik durchgeführt werden. Bei hirnorganischen Verletzungen ist meist eine beseitigende neurochirurgische Operation notwendig. Sollten Krankheitserreger wie beispielsweise Bakterien zu einer Störung der Hirnfunktion geführt haben, wird mit Sicherheit eine Antibiose Bestandteil der Behandlung von erweiterten Pupillen sein.

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Vorbeugung

Erweiterte Pupillen lassen sich, sofern sie keine beeinflussbare pathologische Ursache haben und nicht genetisch bedingt sind, verhindern, indem man seinen Lebensstil entsprechend anpasst und auf beeinflussende Medikamente und Drogenabusus verzichtet.

Menschen, die ein Glasauge besitzen oder Medikamente einnehmen müssen, die zu großen Pupillen führen, sollten immer einen Hinweis darüber bei sich führen, um Fehldiagnosen im Notfall zu verhindern. Auch wenn die Pupillengröße für diese Person aufgrund von genetischen Gegebenheiten als normal eingestuft wird, sollte diesbezüglich ein entsprechender Hinweis mitgeführt werden. Dies könnte beispielsweise auch bei einer polizeilichen Personenkontrolle von Vorteil sein und das unangenehme Prozedere eines Drogenscreenings verhindern.

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