Aneurysma

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 22. November 2015
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Der Begriff Aneurysma stammt aus dem Griechischen und bedeutet Erweiterung. Bei einem Aneurysma handelt es sich um eine lokale Weitung (Aussackung, Ausbuchtung) der Blutgefäße und im Besonderen der Arterien (Schlagadern). Ein Aneurysma ist eine typische Gefäßerkrankung, die vorwiegend im höheren Alter auftritt - die Entstehung kann durch Risikofaktoren wie einen hohen Cholesterinspiegel, hoher Blutdruck oder Arteriosklerose begünstigt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Aneurysma?

Ein Aneurysma bezeichnet eine kranhafte Erweiterung (Aussackung, Ausbuchtung) der Arterien. Ein Aneurysma kann dabei beispielsweise spindel- oder sackförmig sein.

Eine Gefahr geht von einem Aneurysma aus, da die betroffene Stelle der Schlagader aufgrund der Dehnung reißen kann - so kann es zu lebensgefährlichen inneren Blutungen kommen. Besonders gefährlich ist ein Aneurysma, das sich in Herznähe oder im Gehirn befindet.

Oft tritt ein Aneurysma, insbesondere im Anfangsstadium, völlig ohne Begleiterscheinungen bzw. Symptome auf. Erst wenn die Ausbreitung der Gefäße und damit der Druck auf die umliegenden Organe stark zunehmen, können Symptome in der jeweiligen Körperregion auftreten.

Bei einem Aneurysma, also einer Gefäßerweiterung in der Brustregion können Beschwerden beim Schlucken oder -Atmen sowie Husten und Heiserkeit auftreten.

Tritt ein Aneurysma im Bereich des Bauches auf, dann können Symptome wie: Harndrang, Rückenschmerzen, Durchfall oder Verstopfung darauf hinweisen.

Je größer der Umfang eines Aneurysma wird, desto weniger Widerstandskraft kann das Blutgefäß leisten und desto höher ist die Gefahr eines Risses der Gefäßwand. Im schlimmsten Fall können innere Blutungen (Hirnblutung) entstehen, die schwerste körperliche Schäden oder sogar den Tod bedeuten.

Ursachen

Ein Aneurysma tritt vermehrt bei älteren Menschen auf. Häufige Ursachen für ein Aneurysma sind das Vorliegen von Risikofaktoren wie: Bluthochdruck und/oder die Arterienverkalkung (Arteriosklerose).

Im Rahmen einer Arteriosklerose kommt es zur Verhärtung von Gefäßwänden der Arterien und zur Ablagerung von Blutfetten oder Kalk; die Gefäßwände sind weniger elastisch und aufgrund der Ablagerungen fließt das Blut mit höherem Druck durch die Arterien. Auch Herzinfarkte sind ein Risiko für die Bildung eines Aneurysma an der Herzwand.

Eine andere Form von Aneurysma kann beispielsweise entstehen durch einen leichten Riss in einer Arterienwand, der durch eine Verletzung verursacht wurde; dies kann unter anderem entstehen im Rahmen diagnostischer Untersuchungen durch Herzkatheter bei einem Verdacht auf einen Herzinfarkt.

Seltener kann ein Aneurysma eine Folge verschiedener Infektionen und folgender Entzündungen sein: Ursächlich für eine Form des Aneurysma können weiterhin angeborene Herzfehler oder Bindegewebsschwächen sein – ein Aneurysma kann hier entstehen durch sich spaltende Schichten der Arterienwand.

Symptome und Verlauf

Ein Aneurysma bezeichnet die Erweiterung bzw. Aussackung eines arteriellen Blutgefäßes.

Typische Symptome von Aneurysma nach Lage im Körper:

Herz

Bauchraum

Brustraum

Ein Aneurysma bereitet in der Regel erst dann Beschwerden, wenn es auf innere Organe drückt. Die Symptome treten dann in der Körperregion auf, in der sich das Aneurysma befindet. Ein Aneurysma in der Herzwand kann z.B. Herzrhythmusstörungen oder eine akute Herzschwäche auslösen. Tritt es hingegen im Bauchraum auf, kann dies Bauch- und Rückenschmerzen, einen erhöhten Harndrang sowie Blutgerinnsel in den Armen oder Beinen zur Folge haben. Letztere ziehen häufig Durchblutungsstörungen in Armen und Beinen nach sich. Auch im Brustraum kann ein Aneurysma entstehen. Dort kann es Symptome wie Husten, Heiserkeit, Schluck- oder Atembeschwerden hervorrufen. In manchen Fällen kann es dann auch zu Durchblutungsstörungen in Armen und Gehirn kommen. Reißt ein Aneurysma verursacht es in den meisten Fällen starke, anhaltende Schmerzen. Die Schmerzen treten dann in der Region auf, in der auch das Aneurysma verortet ist.

Häufig bleibt ein Aneurysma jahrelang unauffällig und verursacht keinerlei Beschwerden. In seltenen Fällen weitet es sich aber immer mehr, gewinnt dadurch an Umfang und Größe und drückt irgendwann unweigerlich auf die Organe in seiner näheren Umgebung. Bleibt eine solch bedrohliche Entwicklung unentdeckt steigt die Gefahr eines Risses. Tritt ein solcher Riss auf entstehen Blutungen, die lebensgefährlich sein und unbehandelt zum Tod des Betroffenen führen können.

Diagnose

Ein Aneurysma wird meist zufällig während einer anderen ärztlichen Untersuchung entdeckt. Oft sind Patienten mit einem Aneurysma vollkommen beschwerdefrei. Aber ein unterschiedlich hoher Blutdruck an den Armen oder ein wechselnder Pulsschlag kann Hinweise auf ein Aneurysma geben.

Seltener kommt es vor, dass Erkrankte Symptome des Aneurysmas wie gestörte Nervenfunktionen oder eine Querschnittslähmung haben und dann den Facharzt aufsuchen.

Ein Aneurysma lässt sich beim Abhören der Arterien über Blutströmungsgeräusche feststellen. Befindet sich das Aneurysma an den Gliedmaßen, lässt es sich äußerlich oder durch Abtasten erkennen. Sind Patienten nicht zu dick, kann der Arzt sogar ein Aneurysma der Bauchaorta ertasten.

Die Ultraschalluntersuchung ermöglicht eine sichere Diagnose, wenn ein Aneurysma in der Bauchschlagader oder der Beckenarterie zu vermuten ist. Mithilfe der Computertomografie oder der Magnetresonanztomografie stellt der Arzt die Größe des Aneurysmas fest und ob es zerreißen könnte. Zudem kann Angiografie erfolgen, um die Ausdehnung des Aneurysmas und eine Verschlusskrankheit der Gefäße nachzuweisen.

Behandlung und Therapie

Die Therapie eines Aneurysma hängt unter anderem ab von der Lage und der Ausprägung des Aneurysma. Wächst ein Aneurysma stetig und geht von dem Aneurysma eine akute Gefahr aus - beispielsweise, wenn es sich in Herznähe befindet - so kann eine Operation notwendig werden; im Rahmen einer solchen Operation eines Aneurysma wird die entsprechende Stelle des Blutgefäßes geöffnet und es wird eine stabile Kunststoffprothese eingesetzt, die im Anschluss wieder mit dem Gewebe der Arterienwand überzogen wird.

Bei der Therapie eines Aneurysma, das sich im Gehirn (intrakranielles Aneurysma) befindet, ist seit den 1990er Jahren beispielsweise eine sogenannte endovaskuläre Behandlung möglich. Anstelle eines chirurgischen Eingriffes werden in die Aorta in Hüfthöhe Mikrospiralen (auch Coils genannt) eingebracht, die über einen Katheter bis zum Aneurysma vorgeschoben werden. Durch die Coils bildet sich ein Blutgerinnsel im Aneurysma - so wird verhindert, dass das Aneurysma weiterhin mit Blut versorgt wird.

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Vorbeugung

Es ist schwierig, einem Aneurysma direkt vorzubeugen. Allerdings ist es hilfreich, gegen Risikofaktoren anzugehen, die ein Aneurysma begünstigen.

Da ein erhöhter Blutdruck zu diesen Risikofaktoren zählt, wird unter anderem dazu geraten, die eigenen Blutdruckwerte kontrollieren zu lassen - gegen sehr hohen Blutdruck kann von Ärzten manchmal zu entsprechenden Medikationen geraten werden.

Ein Aneurysma kann außerdem begünstigt werden durch hohe Blutfettwerte, die zu Arteriosklerose beitragen können.

Zur Prävention eines Aneurysmas wird in diesem Zusammenhang zu ausreichender körperlicher Bewegung, ausgeglichener Ernährung und der Vermeidung von Übergewicht geraten. Auch der Genuss von Alkohol und Nikotin können Bluthochdruck und Arteriosklerose und somit ein Aneurysma begünstigen.

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