Eichelentzündung (Balanitis)

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 26. März 2015
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Eine Eichelentzündung (Balanitis) ist eine schmerzhafte bakteriell-bedingte Entzündungsreaktion der Eichel bzw. Vorhaut. In der Umgangssprache wird die Erkrankung auch als "Eicheltripper" bezeichnet, hat aber mit dem "echten" Tripper nur wenig gemeinsam. Rötungen, Schwellungen, Juckreiz und Schmerzen der betroffenen Hautstellen sind typische Anzeichen für eine Entzündung. Mit einer konsequenten Therapie lässt sich eine Eichelentzündung gut behandeln.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Eichelentzündung (Balanitis)?

Bei einer Eichelentzündung, in der Fachsprache auch als Balanitis bezeichnet, handelt es sich um eine schmerzhafte Entzündung der Eichel, die häufig mit einer Schwellung einhergeht. Häufig ist auch die Vorhaut von der Entzündung betroffen, sodass es sich dann um eine Balanoposthitis handelt.

Die Balanitis kann akut infektiöser oder chronisch nicht-infektiöser Natur sein und durch zahlreiche Ursachen ausgelöst werden. Häufig ist mangelnde Hygiene und die daraus resultierende bakterielle Infektion der Grund für die Entzündung. Die Eichelentzündung kann bei Kindern und Erwachsenen gleichermaßen auftreten.

Ursachen

Die Ursachen für eine Eichelentzündung sind vielfältig. Häufig entsteht die akute Infektion durch einen Mangel an Hygiene. Können sich Schweiß, Urin und andere Körperflüssigkeiten am Penis ablagern, weicht das Gewebe an der betroffenen Stelle langsam auf und bildet so einen Nährboden für Keime und Bakterien. Zusätzlich fördert eine Vorhautverengung (Phimose) die Infektionsgefahr.

Auch Diabetes mellitus kann die Einnistung von Krankheitserregern fördern. Die akute infektiöse Entzündung der Genitalien ist zudem ansteckend. So besteht bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr ein Ansteckungspotential beim eigenen Partner.

Aber auch übertriebene Hygiene, mehrfach tägliches Waschen mit herkömmlicher Seife und anderen Waschhilfsmitteln, entzieht der Haut wichtige Fette und begünstigt damit eine nicht-infektiöse Entzündung.

Eine weitere Ursache kann eine erhöhte mechanische Belastung des Penis darstellen. Bei häufiger sexueller Aktivität wird die Eichel massiv gereizt. Kann sie sich davon nicht erholen, entsteht ebenfalls eine schmerzhafte Eichelentzündung.

Symptome und Verlauf

Häufig beginnt eine Balanitis mit schwachen Symptomen, die mit im weiteren Verlauf der Krankheit zunehmen. Charakteristisch für die Entzündung ist eine Rötung der betroffenen Stelle sowie eine Schwellung. Zusätzlich kann ein fleckiger Ausschlag an der Eichel entstehen. Auch Jucken und Brennen an der betroffenen Stelle sind gängige Beschwerden. Die können jedoch auch ausstrahlen und sich auf den ganzen Penis und die umliegende Region ausbreiten. Hinzu kommen häufig noch weitere Schmerzen, die von einem leichten Pochen bis hin zum ziehenden Dauerschmerz reichen. Manchmal wird die Eichelentzündung auch von einem nässenden oder eitrigen Ausfluss begleitet. Auch Fieber und Probleme beim Wasserlassen können Anzeichen der Balanitis sein.

Diagnose

Treten eines oder mehrere Symptome der Eichelentzündung auf, sollte schnellstmöglich ein Arzt konsultiert werden. Dieser führt zunächst eine körperliche Untersuchung durch. Er untersucht den Penis auf seine äußeren Symptome und tastet die Leistenlymphknoten ab. Diese sind bei einer Balanitis meist angeschwollen und deutlich ertastbar.

Liegt der Verdacht auf eine Eichelentzündung vor, wird mit einem Wattestäbchen ein Abstrich der entzündeten Stelle genommen und mikroskopisch auf Keime untersucht. Entstehen dadurch keine brauchbaren Hinweise auf den Erreger, wird daraus eine Kultur gezüchtet, die Pilze oder Bakterien nachweist. Auch eine Urinprobe kann Hinweise auf den entsprechenden Erreger liefern. In einigen seltenen Härtefällen wird zusätzlich eine kleine Gewebeprobe entnommen, um schwerwiegendere Erkrankungen, als die Eichelentzündung, auszuschließen.

Behandlung und Therapie

Die Behandlung der Balanitis hängt von der jeweiligen Ursache ab. Beruht die Entzündung auf einer bakteriellen Infektion, wird meist lokal und äußerlich ein Antibiotikum verabreicht. Reicht dieses nicht aus, kann ein Breitbandantibiotikum in Tablettenform die Behandlung unterstützen. Bei einer Pilzinfektion wird ein sogenanntes Animykotika verschrieben. Dieses ist eine pilztötende Salbe, die äußerlich auf die Eichel aufgetragen wird.

Wurde die Entzündung durch mechanische Reize verursacht, ist es ratsam, auf diese zu verzichten und die betroffene Region zu schonen. Übt man sich nicht in Verzicht, können Kondome die Reizung mindern. Zudem schützen Kondome den Partner vor einer möglichen Ansteckung.

Begünstigt eine Vorhautverengung die Entstehung der Balanitis, so sollte darüber nachgedacht werden, diese Ursache in einem infektionsfreien Intervall operativ zu beseitigen.

Außerdem sollte in jedem Fall auf eine gründliche, aber nicht übertriebene Körper- und Genitalhygiene geachtet werden. Einmal täglich sollte die entsprechende Körperregion mit warmen Wasser und einer alkalische, parfümfreien Seife gereinigt werden. Andere Seifen, Duschgele oder Reinigungsmittel sollten nicht verwendet werden.

Sitzbäder mit einem Zusatz von Kamille unterstützen den Heilungsprozess. Auch desinfizierende Salben können zur Genesung beitragen. Wichtig ist weiterhin die Behandlung des jeweiligen Sexualpartners, da bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr ein sogenannter "Ping-Pong-Effekt" auftreten kann und die Erreger der Eichelentzündung immer wieder von Partner zu Partner übertragen werden.

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Vorbeugung

Um einer Eichelentzündung wirksam vorzubeugen, ist es wichtig, das richtige Maß an Genitalhygiene zu finden und umzusetzen. Es wird empfohlen, den Penis einmal täglich mit warmen Wasser und einer parfümfreien, alkalischen Seife zu reinigen. Zusätzlich schützen Kondome vor sexuell übertragbaren Erregern, die die schmerzhafte Entzündung verursachen. Weiterhin kann die Beseitigung einer eventuellen Phimose wirkungsvoll vor der Eichelentzündung schützen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Koli8 kommentierte am 20.06.2015 um 10:58 Uhr

Meine Eichel ist oft entzündet. Manchmal schmerzt es sehr. Was kann die Ursache sein?