Juckreiz im Genitalbereich

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 9. Oktober 2016
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Unter dem Begriff Pruritus genitalis bezeichnet der Mediziner einen Juckreiz im Genitalbereich. Auch wenn nur kurzfristig der Genitalbereich bzw. die Vagina der Frau bzw. die Eichel oder der Penis des Mannes juckt und dieser Zustand als äußerst unangenehm empfunden wird, ist er im Regelfall harmlos.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Juckreiz im Genitalbereich?

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Medikamente gegen: Juckreiz

Während ein akuter und kurzfristiger Juckreiz im Genitalbereich harmlos ist bzw. von den Betroffenen als unangenehm empfunden wird, kann auch ein langfristiger Juckreiz entstehen. Das chronische Jucken gilt als Warnsymptom und wird in drei Gruppen unterteilt. Der Juckreiz kann auf einer nicht entzündeten Haut entstehen, der Juckreiz entsteht bereits auf einer entzündeten bzw. schon erkrankten Haut oder es liegen bereits chronische Hautverletzungen vor.

Hält der Juckreiz im Genitalbereich für einen längeren Zeitraum an, kann dies bereits das erste Symptom für eine - vom Arzt zu behandelnde - Krankheit sein. Vor allem entsteht durch den Juckreiz ein sogenanntes "Teufelskreis". Der Betroffene kratzt sich, lindert somit den Juckreiz und fördert jedoch daraufhin abermals das Kratzen. Durch das ständige Kratzen entstehen nicht nur Hautverletzungen; ebenfalls kann sich die beschädigte Haut entzünden bzw. tritt eine Hautveränderungen auf. Das sorgt in erster Linie dafür, dass die Haut - in der juckenden Region - immer mehr in Mitleidenschaft gezogen wird.

Ursachen

Die Ursachen, weshalb ein Juckreiz im Genitalbereich auftritt, können unterschiedliche Gründe haben. Juckt der Scheideneingang, die Scheide bzw. der Penis oder die Eichel kurzfristig bzw. akut, liegen keine gravierenden Umstände vor. Jedoch gibt es entzündliche Hautkrankheiten, die mitunter sehr wohl für einen tage- und wochenlangen Juckreiz sorgen. Etwa bei einer Latexallergie (Kondome) bzw. einer Nickelallergie (Intimschmuck).

Aber auch Infektionen (sexuell bzw. nicht sexuell übertragbare Krankheiten) wie Gonorrhoe, Trichomoniasis, Chlamydien, Genitalherpes, Soor sowie Krätze oder auch Filzläuse wie eine Madenwurm-Infektion können einen verstärkten Juckreiz auslösen. Des Weiteren können auch gutartige bzw. auch bösartige Neubildungen des Körpergewebes - sogenannte Neoplasien - den Juckreiz auslösen. Vorwiegend handelt es sich hier um Vulvakrebs, Gebärmutterhalskrebs oder auch gutartige Tumor im Bereich der Schweißdrüsen.

Auch Stoffwechselstörungen oder hormonelle Veränderungen - ausgelöst durch Östrogenmangel, Diabetes Mellitus oder Eisenmangel - bringen mitunter einen langanhaltenden Juckreiz. Primär entsteht eine Entzündung im Bereich der Vulva, der Scheide sowie der Harnröhre. Je länger der Juckreiz anhält, umso stärker wird die Hautregion gereizt, sodass - neben Hautentzündungen - auch blutende Wunden auftreten können.

Krankheiten

Diagnose und Verlauf

Der Mediziner stellt im Vorfeld diverse Fragen, beispielsweise, wie stark der Juckreiz ist bzw. wann dieser auftritt und ob - in Verbindung mit dem Juckreiz - ein Ausfluss auftritt. Ebenfalls ist es für den Arzt wichtig, ob und welche Medikamente der Arzt einnimmt bzw. ob die Möglichkeit gegeben ist, dass sexuell übertragbare Krankheiten in Frage kämen. Auch etwaige Grunderkrankungen sollten in Betracht gezogen werden. Schlussendlich können auch bereits vorhandene Erkrankungen für die Hautveränderungen bzw. den Juckreiz verantwortlich sein.

In weiterer Linie folgt die körperliche Untersuchung der juckenden Stelle. Der Mediziner untersucht dabei zuerst die Geschlechtsorgane bzw. tastet diese ab. Ebenfalls nimmt der Arzt einen Abstrich vor, damit etwaige Bakterien oder Pilze festgestellt werden können. Weitere Untersuchungen können - wenn die körperliche Untersuchung bzw. die Anamnese keinen Aufschluss geben - in Form von Blutuntersuchungen erfolgen. Hier bestimmt der Mediziner die Östrogenkonzentration sowie den Blutzucker.

Behandlung und Therapie

Primär richtet sich die Therapie nach der Ursache. Während bei einer Infektion durch einen Pilz eine Salbe zur Anwendung gelangt, damit der Juckreiz gelindert wird, können bei Infektionen durch Bakterien Antibiotika-Behandlungen für Erleichterung sorgen. Bei der Salbe gegen Pilzinfektionen wird primär der Wirkstoff Antimykotika verschrieben, der für seine pilzabtötende Wirkung bekannt ist.

Vorwiegend erhält der Patient die Salben Clotrimazol oder Nystatin. Bei der Bakterien-Infektion kommen in erster Linie Amoxicillin und Metronidazol zur Anwendung. Besteht der Juckreiz auf Grund einer sexuellen übertragbaren Krankheit, ist es wichtig, dass auch der Partner therapiert wird. Bei Frauen, die unter einem Juckreiz leiden, werden gleichzeitig noch Milchsäurebakterien bzw. Milchsäure verordnet, damit die Scheidenflora wieder verbessert wird.

Bei einem Östrogenmangel kommt eine Hormontherapie zur Anwendung. Besteht eine andere Erkrankung - etwa Eisenmangel oder auch Diabetes Mellitus - die einen Juckreiz im Genitalbereich auslöst, werden in erster Linie nur die Symptome behandelt bzw. liegt das Augenmerk auf der Grunderkrankung des Patienten.



Vorbeugung

Juckreiz kann in vielen Fällen verhindert werden. Vorwiegend ist es wichtig, dass man geschützten Geschlechtsverkehr (Kondom) genießt, damit das Risiko gesenkt wird an sexuell übertragbaren Infektionskrankheiten zu erkranken.

Ebenfalls sollte - bei immer wieder auftretendem Juckreiz - darauf geachtet werden, dass die Haut nicht austrocknet. Das bedeutet, dass nicht zu häufig ein Vollbad genommen werden sollte bzw. die Sauna gemieden werden muss. Auch irritierende Stoffe bzw. synthetische Kleidung sollte vermieden werden. Hilfreich sind jedoch milde, rückfettende Waschsyndets sowie Bade- und Duschöle und nicht alkalische Seifen.

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