Durchgangssyndrom

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 13. August 2014

Das Durchgangssyndrom bezeichnet psychische Auffälligkeiten, die meistens nach Operationen auftreten. Die Betroffenen leiden unter Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen und Desorientierung, einige werden auch aggressiv.

Inhaltsverzeichnis

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Die psychischen Auffälligkeiten des Durchgangssyndroms treten fast ausschließlich nach Operationen, während einer intensivmedizinischen Behandlung oder während einer schweren Krankheit auf. Es handelt sich um eine kurzzeitig auftretende Form einer Psychose.

Psychosen sind psychische Störungen, die mit einem Realitätsverlust einhergehen. Diese Art der Psychose bildet sich jedoch im Gegensatz zu einer richtigen Psychose bereits nach wenigen Stunden, maximal aber nach einigen Tagen von alleine zurück, daher kommt auch der Name Durchgangssyndrom.

Ursachen von Durchgangssyndrom

Die Ursachen für das Durchgangssyndrom sind nicht abschließend geklärt. Als mögliche Ursachen kommen der erhöhte Stress und Ängste infrage, die durch die äußeren Umstände erzeugt werden (Krankheit, Operation, intensivmedizinische Behandlung). All dies kann Patienten so stark belasten, dass sie diese Form der Psychose entwickeln.

Die Symptome des Durchgangssyndroms können aber ebenso durch einige körperliche Ursachen ausgelöst werden. Ein niedriger Blutzuckerspiegel (Hypoglykämie) oder eine Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff (Hypoxie) können ähnliche Symptomatiken auslösen. Ebenso können Komplikationen nach einer Operation, wie etwa eine Blutvergiftung (Sepsis), kann für den Zustand verantwortlich sein.

Auffällig ist, dass das Durchgangssyndrom vor allem bei älteren Patienten auftritt, die zu wenig Flüssigkeit zu sich genommen haben. Dieser Zustand bringt das körperliche Gleichgewicht durcheinander, sodass aufgrund dessen ein Durchgangssyndrom auftreten kann. Die genauen Ursachen für das Durchgangssyndrom sind jedoch nicht genau bekannt.

Krankheiten mit Durchgangssyndrom

Symptome und Verlauf von Durchgangssyndrom

Typische Symptome des Durchgangssyndroms:

Die Symptome des Durchgangssyndroms sind vielfältig und gehen mit einem (teilweisen) Realitätsverlust einher. Das Durchgangssyndrom wird von Medizinern als eine Art Delirium angesehen. Bei einem Delirium treten Bewusstseins- und Wahrnehmungsstörungen, aber auch Schlafprobleme auf. Zudem wird das Syndrom den Psychosen zugeordnet, die einen Realitätsverlust bedeuten.

Die Patienten sind verwirrt und nicht kooperativ, das heißt, sie weigern sich, die Anweisungen von Ärzten und Pflegepersonal zu befolgen, entfernen sich selbst Infusionsnadeln oder Ähnliches. Zudem treten Bewusstseinsstörungen auf, die Betroffenen sind desorientiert. Einige Patienten neigen während des Durchgangssyndroms sogar zu Aggressionen.

Neben diesen psychischen Auffälligkeiten zeigen sich häufig auch körperliche Symptome. Die Betroffenen schwitzen, ihr Blutdruck erhöht sich und sie leiden unter Herzrasen. Diese körperlichen Probleme treten für gewöhnlich bei Angst- oder Gefahrzuständen auf. Patienten mit dem Durchgangssyndrom befinden sich also in einem solchen Zustand.

Diagnose von Durchgangssyndrom

Die Diagnostik des Durchgangssyndroms kann sich schwierig gestalten. Zunächst einmal müssen körperliche Ursachen für den Zustand des Patienten ausgeschlossen werden. Sowohl eine Hypoglykämie als auch eine Hypoxie können ganz ähnliche Symptome verursachen.

Bei der Unterzuckerung (Hypoglykämie) muss der Zustand durch Gabe von Nahrung (intravenös oder durch Essen) beseitigt werden. Bei einer Hypoxie (Unterversorgung mit Sauerstoff) muss die Ursache für diesen Zustand geklärt und behoben werden. Zudem ist eine Sepsis auszuschließen, die ebenfalls ähnliche Symptome verursachen kann.

Nach Ausschluss dieser anderen Probleme ist die Diagnose des Durchgangssyndroms wahrscheinlicher. Da die genauen Ursachen des Syndroms jedoch nicht abschließend geklärt sind, ist die Diagnose kompliziert. Als Ursache infrage kommen Nebenwirkungen von Medikamenten, Störungen im Stoffwechsel, vor allem aber die massiven Ängste und Sorgen der Patienten.

Behandlung von Durchgangssyndrom

Eine Behandlung bei einem Durchgangssyndrom ist kaum möglich. Das liegt vor allem daran, dass die Probleme nach einigen Stunden oder Tagen von ganz alleine wieder verschwinden. Bei den Betroffenen müssen während des Auftretens der Probleme die Atmung, der Blutdruck und der Herzschlag kontrolliert werden. Diese sind während des Durchgangssyndroms erhöht, was zu Problemen führen kann.

Ansonsten können Mediziner nur wenig tun. Steigen Blutdruck und Herzschlag zu stark an, gibt es Medikamente, die diese körperliche Stressreaktion regulieren können. Diese werden aber nur in extremen Fällen angewendet. Zudem ist die Diagnostik bei der Behandlung von besonderer Bedeutung.

Körperliche Ursachen wie Hypoxie oder Hypoglykämie müssen unbedingt ausgeschlossen werden, damit sie nicht fälschlicherweise unbehandelt bleiben und die körperlichen Beschwerden lediglich auf das Durchgangssyndrom zurückgeführt werden. Ansonsten ist für das Syndrom keine Behandlung nötig. Die Beschwerden legen sich von selbst.

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Vorbeugung von Durchgangssyndrom

Es gibt nur wenige Möglichkeiten, um dem Durchgangssyndrom vorzubeugen. Als hilfreich haben sich jedoch einige Strategien bewährt. Allerdings können auch diese das Durchgangssyndrom nicht hundertprozentig verhindern.

Wenn möglich, sollte sich der Patient auf einen längeren Krankenhausaufenthalt gut vorbereiten. Dazu gehört die Tatsache, diesen Zustand zu akzeptieren und sich über alles Wichtige zu informieren.

Ärzte können durch Gespräche mit den Patienten, in denen wichtige Fakten verständlich erklärt werden und dem Patienten möglichst Mut gemacht wird, dazu beitragen, dass ein Durchgangssyndrom verhindert werden kann. Auch die Unterstützung durch Familie und Freunde kann in einer schwierigen Situation von größter Wichtigkeit sein.

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Seitenname: Durchgangssyndrom