Ausbleiben der Regelblutung

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für Innere Medizin) am 19. April 2017
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Das Ausbleiben der Regelblutung ist ein erstes deutliches Anzeichen für eine Schwangerschaft. Kommt diese nicht in Frage, könnten die Verhütungsmethode, beginnende Wechseljahre, hormonelle Störungen oder Stoffwechselerkrankungen der Auslöser sein. Sehr selten sind ausbleibende Regelblutungen durch ernste Erkrankungen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Ausbleiben der Regelblutung?

Als Ausbleiben der Regelblutung bezeichnet die Beobachtung, dass die Regelblutung nicht zum erwarteten Zeitpunkt einsetzt und auch nicht Tage später beginnt. Eine Verspätung der Regelblutung ist noch kein Ausbleiben, hat aber oft ähnliche Ursachen. Das Ausbleiben der Regelblutung ist häufig symptomlos, der betroffenen Frau geht es ansonsten gut.

Ursachen

Die häufigste Ursache einer ausbleibenden Regelblutung ist alles andere als gefährlich und meistens sogar schön: eine Schwangerschaft. Kommt die Regel verspätet, fällt sehr schwach aus oder bleibt vollkommen aus, sollte man schnellstmöglich einen Schwangerschaftstest zur Früherkennung machen und kann sich danach bereits wieder beruhigen. Das vollständige Ausbleiben der Regelblutung ist bei Schwangerschaften die häufigste Beobachtung.

Junge Mädchen, die gerade erst ihre Regelblutung bekommen haben, werden nach der Menarche eine Weile ohne die nächste Blutung bleiben. Das ist normal und hängt mit dem noch jungen Hormonhaushalt zusammen. Teilweise dauert es sogar ein Jahr, bis die nächste Regelblutung kommt, bis dahin bleibt sie aus. Ein Ausbleiben der Regelblutung ist auch für die beginnenden Wechseljahre typisch.

Der Zyklus wird unregelmäßig, es bleiben sogar Regelblutungen komplett aus. Nach dem Absetzen der Pille oder einer anderen hormonellen Verhütungsmethode kann es ebenfalls eine Weile zum Ausbleiben der Regelblutung kommen. Seltenere Ursachen sind hormonelle Unregelmäßigkeiten, Stoffwechselstörungen (etwa zu schnelles Abnehmen) oder ernste körperliche Erkrankungen, die sich aber zuerst durch andere Symptome bemerkbar machen.

Krankheiten

Wann zum Arzt?

Das einmalige Ausbleiben der Regelblutung oder Störungen im Zyklus sind nicht immer Grund zur Beunruhigung, oft sogar ganz normal. Für Frauen im gebärfähigen Alter kann die erste Maßnahme ein Schwangerschaftstest sein. Vielleicht ist das Ausbleiben der Regelblutung ja Grund zur Freude? Auch bei Frauen ab einem Alter von 45 Jahren besteht bei Störungen im Zyklus oder dem Ausbleiben der Regelblutung meist kein Grund zur Sorge. Ab diesem Alter kann es zu hormonellen Veränderungen der sogenannten Menopause (Wechseljahre) kommen.

Sind eine mögliche Schwangerschaft sowie eine andere natürliche Ursache (z. B. Menopause) auszuschließen, sollte unbedingt ein Facharzt (Gynäkologe) aufgesucht werden. Hier können andere, schwerwiegendere Ursachen vorliegen, die eine Behandlung erfordern. Hier sollte mit dem Arztbesuch auch nicht bis zur nächsten Vorsorgeuntersuchung gewartet werden. Insbesondere wenn neben dem Ausbleiben der Monatsblutung weitere Beschwerden auftreten (z. B. Ausfluss, Schmierblutungen, Schmerzen).

Auf Grund der verschiedenen Ursachen hängt die Prognose einer Behandlung immer vom auslösenden Faktor ab. Liegt ein polyzystisches Ovariensyndrom (PCO-Syndrom) vor, sollte in regelmäßigen Abständen ein Arzt konsultiert werden, um Folgeerscheinungen zu verhindern. Wichtig: Bei der Einnahme von bestimmten Medikamenten kann als Nebenwirkung das Ausbleiben der Monatsblutung auftreten. Ist dies als Nebenwirkung bekannt, wird kein Arztbesuch zwingend erforderlich. Rücksprachen sind dennoch möglich.

Diagnose und Verlauf

Eine ausbleibende Regelblutung ist für Frauen mit regelmäßigem Zyklus einfach zu diagnostizieren. Ihnen fällt es bereits auf, wenn die Regelblutung einen oder wenige Tage später als erwartet kommt. Schwerer haben es Frauen mit unregelmäßigem Zyklus, schlimmstenfalls warten sie eine ganze Woche, bis sie sagen können, dass die Blutung tatsächlich ausbleiben wird. Besteht die kleinste Möglichkeit, schwanger zu sein, sollte man entweder einen Schwangerschaftstest oder einen Termin beim Arzt machen. Selbst dann, wenn man nur geschützten Geschlechtsverkehr hatte, ist das die wahrscheinlichste Ursache, die am ehesten zur Diagnose führt.

Beim Arzt kann sich auch herausstellen, dass das Ausbleiben der Regelblutung an den Wechseljahren, der Verhütungsmethode oder einem hormonellen Problem liegt. Bei Frauen über 30, besonders aber über 40 wird auch das immer häufiger zur Diagnose bei der körperlichen Untersuchung. Um abschließend sicher zu sein, wird der Arzt meistens noch eine vaginale Untersuchung durchführen, um andere Erkrankungen der Geschlechtsteile auszuschließen. Tritt das Ausbleiben der Regelblutung in Zusammenhang mit einer anderen, bereits bekannten Erkrankung auf, sollte man es dem behandelnden Arzt mitteilen und wird den Zyklus danach lediglich beobachten müssen.

Komplikationen

Bei einem Ausbleiben der Regel ist die Prognose meistens gut. Je nach Ursache tritt die Monatsblutung nach einigen Tagen meist von allein wieder ein. Ein krankheitsbedingtes Ausbleiben der Regel kann je nach Grunderkrankung und Behandlung verschiedene Verläufe nehmen. Wird die ursächliche Erkrankung, welche die Blutungsanomallien ausgelöst hat, erfolgreich behandelt, ist die Prognose in aller Regel positiv. Bleibt die Ursache unbehandelt, können sich allerdings eine Vielzahl von Begleiterkrankungen entwickeln.

So liegt möglicherweise ein Infektion vor, die sich ausbreiten könnte oder das Ausbleiben der Regel rührt von einer Zyste her. Meist ist ein Ausbleiben der Regel jedoch ein natürlicher Vorgang, der keine ernsten Ursachen hat. Die Prognose bei der Ammenorhoe ist dementsprechend positiv. Die Regelblutung pendelt sich je nach Ursache und Art der Behandlung meist innerhalb weniger Tage wieder ein und hat nach einigen Wochen bis Monaten wieder ihren alten Rhythmus. Eine Schwangerschaft als Ursache nimmt meist ebenfalls einen freudigen Verlauf. Die abschließende Prognose kann allerdings in allen Fällen nur von einem Gynäkologen gestellt werden.

Behandlung und Therapie

Eine ausgebliebene Regelblutung selbst wird nicht behandelt, da sie immer nur Symptom ist und nicht die Grunderkrankung. Bei Hintergründen wie den Wechseljahren, dem Einsetzen der ersten Regelblutung und einem Ausbleiben danach, unregelmäßigen Zyklen bei jungen Mädchen oder Schwangerschaften ist das Ausbleiben einer Regelblutung normal und wird sich mit der Zeit wieder geben - spätestens mit dem Älterwerden von Teenagerinnen, der Geburt des Kindes oder der Vollendung der Wechseljahre.

Ausbleiben der Regelblutung in Folge von Erkrankungen oder Medikamenten zu ihrer Behandlung wird ebenfalls lediglich beobachtet. Der Arzt wird die Patientin in den meisten Fällen dieser Art lediglich darum bitten, einen Zykluskalender zu führen und zu dokumentieren, wann und wie oft die Regelblutung ausgeblieben ist. Bleiben die Regelblutungen aufgrund von Untergewicht und Mangelernährung oder hormonellen Störungen aus, ist ärztliche Hilfe notwendig.

Hormonhaltige Medikamente helfen, den Zyklus wieder zu normalisieren - oft geben sich damit auch mögliche andere Symptome. Bei Untergewicht müssen Ursachen abgeklärt und die Ernährung umgestellt werden. Die Regel wird meist so lange ausbleiben, bis der Körper wieder eine Schwangerschaft überstehen würde, denn sie Regel bleibt aus, um den Körper in einem geschwächten Zustand davor zu schützen. Liegt die Ursache im Verhütungsmittel, da es beispielsweise gerade erst abgesetzt oder gewechselt wurde, wird die Patientin ebenfalls zuerst das Ausbleiben der Regelblutung beobachten müssen. Unregelmäßigkeiten sind normal, sollten aber zur ärztlichen Abklärung gut dokumentiert werden.



Aussicht und Prognose

Das Ausbleiben der Regelblutung ist im jungen und mittleren Lebensalter als eine vorübergehende Erscheinung zu betrachten. Unter der Voraussetzung, dass der Hormonhaushalt intakt ist und keine Schwangerschaft besteht, handelt es sich bei dem Ausbleiben der Monatsblutung meist um psychosomatische Ursachen. Sobald diese behoben sind, erfolgt die Regelblutung im Normalfall wieder. Da jeder Mensch anders auf Belastungen wie Stress, Traumata oder Schicksalsschläge reagiert, kann es in diesen Lebensphasen zu unregelmäßigen Blutungen kommen. Diese reichen von Zwischenblutungen, über Schmierblutungen bis hin zu einem Ausbleiben der Regelblutung.

Die aktuellen Lebenssituationen sind in diesem Fall zu berücksichtigen. Das bedeutet, dass nach einer Veränderung der Umstände, die Blutungen wieder normal stattfinden. Zu berücksichtigen sind hormonelle Präparate der Verhütung oder für die Regulierung des Hormonhaushaltes. Bei einigen Medikamenten ist das Aussetzen der Monatsblutung eine Nebenwirkung. Sobald die Medikamente abgesetzt werden, pendelt sich in den kommenden Monaten die Blutung wieder in einen Normalzyklus ein. Zu beachten ist, dass gerade in den Übergangsphasen wie der Pubertät, nach einer Schwangerschaft und dem Beginn der Menopause die Regelblutung unregelmäßig stattfindet kann. Das bedeutet, dass hier ein Ausbleiben als normal bezeichnet werden kann. Die Abstände zwischen den Monatsblutungen sind variabel und können ein Zeitraum von mehreren Monaten zwischen den Blutungen haben.

Vorbeugung

Das Ausbleiben der Regelblutung findet entweder durch Störungen, Schwangerschaft, normale Veränderungen im Körper der Frau oder Einsatz von Verhütungsmitteln statt. Ernste Krankheiten sind sehr seltene Auslöser. Wer sich gesund ernährt, weder sehr stark über- noch untergewichtig ist und/oder an einer Essstörung leidet, wird vermutlich nur im Fall einer Schwangerschaft ein Ausbleiben der Regelblutung feststellen. Wer durch das Ausbleiben der Regelblutung nicht eine Schwangerschaft feststellen müssen will, muss verhüten - sichere und leicht anzuwendende Verhütungsmittel gibt es viele. Darüber hinaus gibt es aber kaum Möglichkeiten, dem Ausbleiben der Regelblutung vorzubeugen, da die übrigen Fälle normal und zu erwarten sind, in denen es passieren kann.

Bücher über Menstruationsbeschwerden

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Ludwig, M.: Gynäkologische Endokrinologie. Ein Handbuch für die Praxis, 2.Auflage, optimist Fachbuchverlag, 2011
  • Kuhl, H.: Sexualhormone und Psyche: Grundlagen, Symptomatik, Erkrankungen, Therapie,1. Auflage, Georg Thieme Verlag, 2002
  • Siegenthaler, W. (Hrsg.): Siegenthalers Differenzialdiagnose Innere Krankheiten – vom Symptom zur Diagnose. Thieme, Stuttgart 2005
  • Weyerstahl, T., Stauber, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013
  • Kirschbaum, M., et al.: Checkliste Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2005

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