Osteoporose (Knochenschwund)

Letzte Aktualisierung am 19. August 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Die Osteoporose, auch unter dem Begriff Knochenschwund bekannt, ist eine Erkrankung des Skelettknochens. Osteoporose gehört zu den häufigsten Knochenerkrankungen. Sie ist durch eine überdurchschnittliche Abnahme von Knochensubstanz (Knochenmasse) gekennzeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Osteoporose (Knochenschwund)?

Bei Osteoporose nimmt die Knochenmasse (Dichte) ab. Die Knochensubstanz wird porös und instabil.

Der medizinische Begriff Osteoporose wird überwiegend im Zusammenhang mit alterstypischen Beeinträchtigungen der Gesundheit, insbesondere der Knochen verwendet.

Die Begründung liegt darin, dass der Knochenschwund eine überwiegend im fortschreitenden Alter auftretende Erkrankung ist. Von Osteoporose sind statistisch weitaus mehr Frauen als Männer betroffen.

Die Osteoporose (Knochenschwund) wird aufgrund ihrer Erscheinung und der Ursachen in:

  • sekundäre Osteoporose

unterteilt und geht mit einer Abnahme der Substanz einher, die den Knochen ihre Stabilität und Tragfähigkeit verleiht.

Die primäre Osteoporose tritt vor allem bei Menschen höheren Alters auf.

Der sekundär auftretende Knochenschwund wird insbesondere bei Frauen diagnostiziert, die bereits eine Vorerkrankung oder eine gesundheitliche Einschränkung mit sich tragen. Diese Form ist wesentlich weniger häufig verbreitet.

Ursachen

Die Ursachen der Osteoporose (Knochenschwund) sind weitgehend festgestellt worden und lassen sich einesteils beeinflussen, andererseits entsteht die Osteoporose durch nicht zu behandelnde, natürliche Alterungserscheinungen und Abbauprozesse der Knochensubstanz. Da die Ursachen der Osteoporose sehr vielgestaltig sind, wird eine spezielle Einteilung dieser vorgenommen.

Neben den kennzeichnenden Veränderungen an den Knochen, die zu einer klassischen primären Osteoporose führen, stehen die hormonellen, gastroenterologischen und medikamentösen Ursachen im Mittelpunkt.

Darüber hinaus führen zu wenig Bewegung und eine zu geringe motorische Beanspruchung des gesamten Halte- und Bewegungsapparates sowie spezielle Vorerkrankungen zu einer sekundären Osteoporose. Zu diesen Vorerkrankungen gehören entzündliche Vorgänge an den Gelenken, verschiedene chronische Krankheiten und Tumore sowie die sogenannten myeloproliferativen Leiden.

Menschen, die unter dauerhaftem Untergewicht, Mangelernährung und einseitiger Ernährung leiden, entwickeln ebenfalls oft eine Osteoporose. Ein Mangel an Calzium, Folsäure, Vitamin B12 sowie in Folge einer Bluterkrankung, die als Perniziöse- oder Eisenmangelanämie bezeichnet wird und durch eine zu geringe Konzentration von Eisen im Organismus gekennzeichnet ist, kann Knochenschwun ebenfalls auftreten.

Symptome und Verlauf

Osteoporose ist eine Erkrankung, bei der die Knochendichte stärker abnimmt, als es beim normalen Alterungsprozess der Fall ist. Schon bei geringer Belastung kann es zu Knochenbrüchen kommen. Insbesondere die Wirbel sind davon betroffen. So entstehen in schweren Fällen Deformationen des Rückens als Folge der Osteoporose.

Im frühen Stadium der Osteoporose, wenn die Abnahme der Knochenmasse (Knochenschwund) noch nicht sehr weit fortgeschritten ist, haben die Betroffenen kaum merkbare Beschwerden.

Mit dem weiteren Fortschreiten der Krankheit steigt das Risiko von Knochenbrüchen, aufgrund der abnehmenden Knochendichte. Der Knochenbruch ist häufig mit starken und schlagartig einsetzenden Schmerzen verbunden.

Diagnose

Osteoporose kann im einfachen Röntgenbild zumindest im Anfangsstadium nicht erkannt werden. Daher wenden die Orthopäden andere Verfahren an, die zum Teil ebenfalls auf der Röntgentechnik basieren.

DEXA (Dual X-ray Absorptiometry) ist eine Methode, mit der die Knochendichte an der Hüfte oder Wirbelsäule gemessen wird. Besonders für das Frühstadium der Krankheit eignet sich die quantitative Computer-Tomographie (QCT).

Beide Verfahren sind nur mit geringer Strahlenbelastung verbunden und liefern zuverlässige Ergebnisse bei der Erkennung der Osteoporose.

Osteoporose kann auch gänzlich strahlungsfrei diagnostiziert werden: Die quantitative Ultraschallmessung (QUS) liefert jedoch weniger brauchbare Ergebnisse als die röntgenologischen Verfahren. Nur gelegentlich entnimmt der Arzt Knochenproben (Knochen-Biopsie) und sichert damit die Diagnose der Osteoporose.

Komplikationen

Wenn es zusätzlich zu einer Osteoporose zu weiteren gesundheitlichen Problemen kommt, ist es für die Betroffenen oft schwer, damit umzugehen. Dies gilt insbesondere bei schwerer Osteoporose und alten Menschen. Diese rutschen nach einem Knochenbruch oft in die Bettlägerigkeit oder werden zum Pflegefall.

Außerdem besteht bei längerer Bettlägerigkeit die Gefahr von Lungenentzündungen und Atemwegsproblemen. Diese können sich auch durch altersbedingte Haltungsschäden ergeben. Wenn sich die Wirbelsäule verkrümmt, kann der Brustraum eingeengt werden. Die Atemfunktion kann dabei in Mitleidenschaft gezogen werden. In Folge einer so entstandenen Lungenentzündung können die alten Menschen versterben.

Bei einer weit fortgeschrittenen Osteoporose-Erkrankung kommen häufig Begleiterscheinungen wie starke Dauerschmerzen, Kurzatmigkeit, weitere Knochenbrüche ohne ein Sturzgeschehen, schlechte Schlafqualität und Bewegungseinschränkungen dazu. Die zunehmende Hinfälligkeit kann Depressionen auslösen. Über Schonhaltungen und Bewegungsvermeidung versuchen die Betroffenen oft, ihren Leidenskreislauf zu durchbrechen. Stattdessen verschlimmern sie ihn aber noch. Es kommt zu Brüchen am Wirbelkörper oder am Oberschenkelhals.

Ohne eine frühzeitige Behandlung und regelmäßige Bewegung kann die Osteoporose nicht gelindert werden. Aktivität und Bewegungstraining sind eine wichtige Voraussetzung, um dem Knochenschwund durch Muskel- und Knochenaufbau bzw. einen Zuwachs an Knochendichte entgegenzutreten. Regelmäßiges und altersgerechtes Training sowie Maßnahmen der Sturzprophylaxe könnten einer altersbedingten Sturzneigung entgegentreten. Sie könnten dazu beitragen, weniger Osteoporose-bedingte Komplikationen zu verursachen.

Behandlung und Therapie

Innerhalb der therapeutischen Maßnahmen, die sich eignen, um eine Osteoporose und deren nachfolgende gesundheitliche Schädigungen zu behandeln, werden sowohl allgemeine als auch spezifische Methoden angewandt, die ebenfalls eine Änderung der Lebensweise des Patienten betreffen können. Grundsätzlich werden Medikamente und Nahrungsergänzungsmittel in sinnvollen und wirksamen Zusammensetzungen verabreicht.

Die Inhaltsstoffe dieser Arzneimittel und Nahrungsergänzungsstoffe bestehen aus Biphosphonaten, speziellen Hormonen, den Substanzen, die Vitamin D-Metabolite enthalten und Flouriden. Innerhalb der Hormone spielen die Östrogene, spezifische Wachstumshormone, die eine Bildung von Knochensubstanz anregen sollen sowie sogenannte Knochenmarker eine wichtige Rolle.

Darüber hinaus wird eine zusätzliche Aufnahme von kalziumreichen Stoffen in Form von Calcithinit bei der Therapie von Osteoporose genutzt. Um gerade bei älteren Menschen, die unter Gangunsicherheiten leiden, im Rahmen einer Osteoporose Knochenbrüchen bei Stürzen vorzubeugen, werden die Hüftprotektoren empfohlen.

Nicht nur die Schulmedizin bietet viele Ansätze im Zusammenhang mit der Therapie gegen die Osteoporose. Auch die alternative Medizin hält zahlreiche Varianten zur Therapie der Osteoporose bereit.

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Vorbeugung

Verschiedene vorbeugende Maßnahmen gegen die Osteoporose sind möglich und gelten als durchaus wirkungsvoll. Dazu gehört ausreichend körperliche Bewegung, die sowohl als sportliche Betätigung oder innerhalb einer gezielten krankengymnastischen Betreuung erfolgen kann.

Auch eine gesunde und ausgewogene Ernährung kann der Entstehung einer Osteoporose entgegenwirken.

Im Zusammenhang mit der Auswahl der Nahrungsmittel sind insbesondere solche Produkte günstig, die reich an Kalzium und Vitamin D sind.

Die Aufnahme von Nikotin und Alkohol sowie stark phosphatreicher Lebensmittel sollten eingeschränkt werden. Insgesamt kann eine gesunde Lebensweise dazu beitragen, die Risikofaktoren der Osteoporose zu reduzieren.

Quellen

  • Rüther, W. & Lohmann, C.H.: Orthopädie und Unfallchirurgie, Urban & Fischer, 20. Auflage, 2014
  • Heisel, J.: Physikalische Medizin - Praxiswissen Halte- und Bewegungsorgane, Georg Thieme Verlag, 1.Auflage, 2005
  • Wülker N. Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme Verlag. 2. Auflage 2010.
  • Imhoff, A.B. et al.: Checkliste Orthopädie, Georg Thieme Verlag, 3. Auflage, 2014


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